Anerkennungsverfahren


6 Schritte des Anerkennungsverfahrens

Anerkennungsverfahren

Sie haben Ihre Berufsqualifikation nicht in Deutschland erworben, wollen aber in Deutschland in Ihrem Beruf arbeiten? Dann können oder müssen Sie Ihre ausländische Qualifikation anerkennen lassen. Hier wird erklärt, wie das Verfahren abläuft.

Im Anerkennungsverfahren überprüft die zuständige Stelle in Deutschland, ob Ihre ausländische berufliche Qualifikation dem deutschen Referenzberuf entspricht, also keine wesentlichen Unterschiede vorliegen. Diese Prüfung heißt Gleichwertigkeitsprüfung. Die zuständige Stelle benötigt dafür Zeugnisse und Dokumente, die unter anderem über Inhalt und Dauer Ihrer Qualifikation informieren. Ihre einschlägige Berufserfahrung ist dabei auch wichtig.


Voraussetzungen

Für die Anerkennung Ihrer beruflichen Qualifikation brauchen Sie keine deutsche Staatsbürgerschaft und keinen sogenannten „Aufenthaltstitel“ für Deutschland. Sie müssen noch nicht in Deutschland leben, sondern können Ihren Antrag auch aus dem Ausland stellen.

Wenn Sie noch im Ausland sind: Prüfen Sie, unter welchen Bedingungen Sie in Deutschland leben und arbeiten dürfen. Dabei hilft der Quick-Check von "Make it in Germany".

Die Beratungsstellen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ beraten Sie kostenlos in Deutschland und unterstützen Sie bei Fragen zum richtigen deutschen Referenzberuf, zu den Antragsunterlagen und allen wichtigen Fragen zur Anerkennung.

Es gibt auch Beratungsstellen außerhalb von Deutschland.

Eine telefonische Beratung bietet die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland” des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Sie erreichen sie Montag bis Freitag von 9 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags MEZ unter der Nummer +49 30 1815 1111.

 

Ihre Berufsqualifikation müssen Sie dokumentieren, z.B. durch Zeugnisse. Diese Zeugnisse müssen Sie gemeinsam mit dem Anerkennungsantrag und weiteren Dokumenten zur zuständigen Stelle schicken. Den Anerkennungsantrag können Sie auch stellen, wenn Sie noch nicht in Deutschland sind.

Sie haben keine Zeugnisse mehr?

Sie haben eine staatlich anerkannte Berufsqualifikation in Ihrem Herkunftsland erworben, konnten aber nicht alle Dokumente mit nach Deutschland bringen? Im Rahmen des Anerkennungsverfahrens können Sie dann eventuell eine Qualifikationsanalyse machen und Ihre beruflichen Kompetenzen praktisch nachweisen. Lassen Sie sich dazu bei einer Beratungsstelle beraten.

Hinweis: Viele Behördenmitarbeiter in Deutschland sprechen nur Deutsch.

Hinweis: Für ein Anerkennungsverfahren fallen meistens Kosten an. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den Informationsseiten zu Ihrem Beruf im „Anerkennungs-Finder“. Die exakten Kosten kann Ihnen die zuständige Stelle nennen.

Die zuständige Stelle prüft innerhalb von 3 Monaten Ihre Unterlagen, sobald diese vollständig eingereicht wurden. Diese Frist kann jedoch bei einigen Berufen anders geregelt sein. In schwierigen Fällen kann die Frist von der zuständigen Stelle einmalig begründet verlängert werden. Wenn eine Qualifikationsanalyse durchgeführt wird, weil Dokumente fehlen, gilt diese Frist ebenfalls nicht.

Wenn die zuständige Stelle über Ihren Anerkennungsantrag entschieden hat, erhalten Sie das Ergebnis im sogenannten Anerkennungsbescheid, der auch „Gleichwertigkeitsbescheid“ heißt.

In dem Anerkennungsbescheid können verschiedene Ergebnisse der Anerkennung stehen:

„Volle Anerkennung“

Ihre Berufsqualifikation ist mit dem deutschen Referenzberuf gleichwertig. Die volle Anerkennung ist in reglementierten Berufen gesetzlich vorgeschrieben.

„Teilweise Anerkennung“

Ein Teil der Berufsqualifikation ist voll anerkannt, bei einem anderen Teil wurden wesentliche Unterschiede festgestellt. Sie bekommen daher keine volle Anerkennung. Wenn sie die volle Anerkennung anstreben, können Sie Ausgleichsmaßnahmen oder Anpassungsqualifizierungen absolvieren und die wesentlichen Unterschiede ausgleichen.

„Keine Anerkennung“

Sie erhalten einen Anerkennungsbescheid über keine Anerkennung, wenn die Unterschiede zum deutschen Referenzberuf zu groß sind.

Aktualisiert am 01.08.2018