Anerkennungsverfahren

Frau mit Anträgen zu Anerkennungsverfahren
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Sie haben Ihre berufliche Qualifikation im Ausland absolviert und möchten in Deutschland in Ihrem Beruf arbeiten? Dann können oder müssen Sie Ihre ausländische Qualifikation anerkennen lassen. Dieses Prozedere heißt „Anerkennungsverfahren“. Hier finden Sie alle relevanten Informationen zu Ihrem Anerkennungsverfahren.


Was ist Anerkennung?

Im Anerkennungsverfahren überprüft die zuständige Anerkennungsstelle in Deutschland, ob Ihre ausländische berufliche Qualifikation mit dem deutschen Referenzberuf gleichwertig ist, also keine wesentlichen Unterschiede vorliegen. Deshalb heißt diese Prüfung auch Gleichwertigkeitsprüfung. Die zuständige Stelle benötigt dafür Zeugnisse und Dokumente, die unter anderem über Inhalt und Dauer Ihrer Qualifikation informieren. Ihre einschlägige Berufserfahrung ist auch wichtig. Den Nutzen und die ersten Schritte bei einem Anerkennungsverfahren erklärt auch das Video "Top im Job".


Top im Job – auch in Deutschland

Dieser kurze Video-Clip erklärt die Hintergründe der neuen gesetzlichen Regelungen und zeigt die ersten Schritte beim Anerkennungsverfahren.

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Top im Job – auch in Deutschland.

Das ist Yasmin.

Yasmin arbeitet als Ärztin in der Türkei und möchte sich bald in Deutschland zur Kinderärztin ausbilden lassen.

Und das hier, das ist Carla.

Carla lebt in Madrid und hat eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht.

Carla will bald nach Berlin umziehen und dort einen spannenden Job finden.

Und hier haben wir Samir.

Samir lebt seit einigen Jahren in Deutschland.

Bevor er nach Deutschland kam, hat er in Kamerun Maschinenbau studiert und würde nun gerne auch in Deutschland als Ingenieur arbeiten.

In Deutschland, da freut man sich auf die drei.

Es gibt viele Arbeitgeber, die auf die Fähigkeiten dieser Fachkräfte zählen.

Aber Vorsicht!

Damit die drei ihr Ziel erreichen können, muss ihr Berufsabschluss vielleicht erst anerkannt werden.

Das heißt: Man braucht ein offizielles Dokument

– einen Anerkennungsbescheid – auf dem steht,

mit welchem deutschen Abschluss die Qualifikation vergleichbar ist.

So zum Beispiel bei Ärzten oder Lehrern.

Bei anderen Berufen ist das vielleicht nicht notwendig, aber sehr hilfreich.

Wenn die deutschen Arbeitgeber verstehen, was Carla zum Beispiel als Bürokauffrau genau gelernt hat,

kann das ihre Chancen bei der Bewerbung steigern.

Dass die Anerkennung der ausländischen Berufsabschlüsse künftig einfacher und schneller geht, regelt das neue Anerkennungsgesetz.

Aber wie funktioniert das?

Das erfahren Sie auf anerkennung-in-deutschland.de, dem offiziellen Portal für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Der Anerkennungs-Finder leitet Sie mit wenigen Klicks zu einem Ansprechpartner in Ihrer Anerkennungsstelle

und sagt Ihnen zum Beispiel, welche Unterlagen Sie für den Antrag einreichen müssen.

Außerdem gibt es Infos zur Arbeit in Deutschland.

Etwa zu den Themen Visum und Aufenthaltserlaubnis.

Lassen auch Sie sich auf dem Weg zur beruflichen Anerkennung begleiten,

um auch in Deutschland Top in dem Job zu sein, den Sie in Ihrem Heimatland erlernt haben.

Wir freuen uns auf Sie!

anerkennung-in-deutschland -

- das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.

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Voraussetzungen für ein Anerkennungsverfahren

Sie müssen eine abgeschlossene berufliche Qualifikation nachweisen, die Sie im Ausland absolviert haben. Und Sie müssen in Deutschland arbeiten wollen.

Sie benötigen für die Anerkennung Ihrer beruflichen Qualifikation keine deutsche Staatsbürgerschaft und keinen sogenannten „Aufenthaltstitel“ für Deutschland. Sie müssen auch noch nicht in Deutschland leben, sondern können Ihren Antrag auch aus dem Ausland stellen.

Wenn Sie noch im Ausland sind: Prüfen Sie, unter welchen Bedingungen Sie in Deutschland leben und arbeiten dürfen mit dem Quick Check auf www.make-it-in-germany.com.

Prüfen Sie mit dem „Anerkennungs-Finder“, ob Sie Ihre berufliche Qualifikation anerkennen lassen müssen oder nicht. Geben Sie dafür Ihren deutschen Referenzberuf in das Suchfeld ein.

Der „Anerkennungs-Finder“ nennt Ihnen die zuständige Anerkennungsstelle für Ihren Beruf und den Ort, in dem Sie arbeiten möchten.

 

Sie haben noch Fragen? Hier finden Sie Beratungsstellen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, die Sie kostenlos zum richtigen „Referenzberuf“, den Antragsunterlagen und allen anderen wichtigen Fragestellungen beraten und unterstützen.

Eine telefonische Beratung bietet die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland” des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Sie erreichen sie Montag bis Freitag von 9 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags MEZ unter der Nummer +49 30 1815 1111.

 

Um einen Antrag auf ein Anerkennungsverfahren stellen zu können, müssen Sie eine abgeschlossene berufliche Qualifikation haben. Ihre Qualifikation müssen Sie dokumentieren, zum Beispiel durch ein Zeugnis, eine Urkunde oder ein Diplom. Den Antrag können Sie auch aus dem Ausland stellen. Kontaktieren Sie am besten die Anerkennungsstelle, die Sie im „Anerkennungs-Finder“ gefunden haben, bevor Sie den Antrag stellen.

Hinweis: Viele Behördenmitarbeiter in Deutschland sprechen nur Deutsch.

Hinweis: Für ein Anerkennungsverfahren fallen in der Regel Kosten an. Mehr Informationen dazu finden Sie auf den Informationsseiten zu Ihrem Beruf im Anerkennungs-Finder. Die exakten Kosten kann Ihnen die Anerkennungsstelle nennen.

Das Anerkennungsverfahren dauert maximal 3 Monate.

Hinweis: Das Verfahren kann erst beginnen, wenn Sie mit Ihrem Antrag alle nötigen Unterlagen komplett bei der Anerkennungsstelle einreichen (z.B. Arbeits- und Abschlusszeugnisse, Lebenslauf).

Wenn die Anerkennungsstelle über Ihren Anerkennungsantrag entschieden hat, teilt sie Ihnen das Resultat in schriftlicher Form in einem sogenannten „Bescheid“ mit. Dieser Bescheid kann Ihnen elektronisch oder als Brief geschickt werden.

Was steht in dem Bescheid?

In dem Bescheid können verschiedene Ergebnisse stehen:

„Volle Anerkennung“
Das bedeutet: Ihre Qualifikation ist mit der deutschen Referenzqualifikation gleichwertig.

„Keine Anerkennung“ oder „Teilanerkennung“
Das bedeutet: Die Unterschiede zwischen Ihrer Qualifikation und der deutschen Referenzqualifikation sind teilweise zu groß. Sie bekommen daher keine volle Anerkennung. Die Unterschiede zur deutschen „Referenzqualifikation“ sind genau aufgelistet.

Sie können aber eine Weiterbildung oder einen Kurs absolvieren, um doch noch die volle Anerkennung zu bekommen. Das heißt, Sie können die Unterschiede ausgleichen. Ihre Anerkennungsstelle oder IQ Beratungsstelle informiert Sie über Weiterbildungen und Kurse und die Kosten.

„Keine Anerkennung“
Sie erhalten keine Anerkennung, wenn die Unterschiede zur deutschen „Referenzqualifikation“ zu groß sind. Ihre IQ Beratungsstelle kann Sie beraten, welche Möglichkeiten Sie haben: zum Beispiel eine teilweise Anerkennung von Studienleistungen oder die Möglichkeit, an einer sogenannten „Externenprüfung“ teilzunehmen.

Hinweis: In den reglementierten Berufen (z.B. Arzt, Lehrer) dürfen Sie nur arbeiten, wenn Sie eine volle Anerkennung bekommen haben. In den nicht-reglementierten Berufen dürfen Sie auch ohne Anerkennung oder mit einer Teilanerkennung arbeiten. Eine volle Anerkennung kann jedoch Ihre Chancen bei einer Bewerbung erhöhen, weil potentielle Arbeitgeber Ihre Berufsqualifikation besser einschätzen können.

Muss ich festgestellte Unterschiede ausgleichen?

Um in einem reglementierten Beruf arbeiten zu dürfen, müssen Sie die Unterschiede, die die Anerkennungsstelle zwischen Ihrer Qualifikation und der deutschen Referenzqualifikation festgestellt hat, erst ausgleichen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie müssen dafür eine "Ausgleichsmaßnahme" erfolgreich absolvieren. Dies ist eine bestimmte Qualifizierung, wie zum Beispiel ein Anpassungslehrgang oder eine Prüfung. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Seite „Qualifizierungsangebote“.

Um in einem nicht-reglementierten Beruf zu arbeiten, können Sie die Unterschiede, die die zuständige Stelle zwischen Ihrer Qualifikation und der deutschen Referenzqualifikation festgestellt hat, ausgleichen. Sie müssen dies aber nicht tun, da eine Anerkennung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Es kann Ihnen aber bei der Jobsuche helfen, wenn Sie eine adäquate Qualifizierung erfolgreich absolvieren. Eventuell kann Ihr (potenzieller) Arbeitgeber auch dabei helfen.

Über das Angebot KURSNET der Bundesagentur für Arbeit können Sie Qualifizierungsangebote recherchieren. Diverse Qualifizierungsangebote werden über das Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ) gefördert und sind für Sie kostenlos: IQ Qualifizierungsangebote bei KURSNET.

Wenn Sie Fragen zu den Qualifizierungsangeboten haben, können Sie sich an die Berater des IQ Netzwerks wenden. Die Kontaktdaten finden Sie hier.


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Aktualisiert am 28.11.2016

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