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Ein Angebot des Bundesinstituts für Berufsbildung

Wie geht es nach dem Bescheid weiter?

Sie haben Ihren Bescheid zur Anerkennung erhalten. Darin steht, dass Ihre Berufsqualifikation nicht oder nur teilweise gleichwertig ist? Hier erfahren Sie, wie es weitergeht.

Was bedeutet der Bescheid für mich?

Die zuständige Stelle hat Ihnen mitgeteilt, dass Ihre Berufsqualifikation nicht oder nur teilweise gleichwertig ist? Dann hat die zuständige Stelle wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf festgestellt. Der Bescheid sollte Informationen darüber enthalten, welche Qualifikationen oder Voraussetzungen Ihnen für eine volle Anerkennung fehlen. Meistens können Sie fehlende Qualifikationen mit einer Qualifizierung ausgleichen. Im Bescheid stehen auch Informationen zu Ihrer Ausbildung und der berücksichtigten Berufserfahrung. Damit können Sie vielleicht leichter eine Arbeit in Ihrem erlernten Beruf finden.

Was steht im Bescheid zu Qualifizierungen?

Meistens können Sie mit einer Qualifizierung die volle Anerkennung erreichen. Welche Art der Qualifizierung für Sie in Frage kommt, hängt von Ihrer Ausbildung und dem deutschen Referenzberuf ab. Informationen dazu sollten Sie idealerweise im Bescheid finden. Manchmal enthält der Bescheid auch konkrete Angaben zu den Anbietern der Qualifizierung.

Lassen Sie sich zur Qualifizierung beraten!

Wichtig: Die Qualifizierung muss genau zu Ihrem Beruf und Ihrer Qualifikation passen. Nur dann können Sie damit die volle Anerkennung erreichen. Lassen Sie sich dazu von der zuständigen Stelle oder einer Beratungsstelle beraten! Beratungsstellen finden Sie in unserer Beratungssuche.

Bei reglementierten Berufen wie z.B. Pflegefachmann oder Erzieherin heißt die Qualifizierung: Ausgleichsmaßnahme. Hier können Sie meistens wählen: zwischen einem Anpassungslehrgang und einer Kenntnisprüfung oder Eignungsprüfung. Was in Ihrem Fall zutrifft, erfahren Sie im Bescheid. Sie können sich zu Ihren Möglichkeiten beraten lassen. Danach müssen Sie der zuständigen Stelle mitteilen, für welche Ausgleichsmaßnahme Sie sich entscheiden.

Parallel zur Ausgleichsmaßnahme können Sie vielleicht schon bestimmte Arbeiten und Hilfstätigkeiten in Ihrem Beruf ausüben. So können Sie bereits Geld verdienen und Erfahrungen im Berufsumfeld sammeln. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausgleichsmaßnahme bekommen Sie eine Bescheinigung, die Sie bei der zuständigen Stelle einreichen müssen. Fragen Sie dort vorher nach! Danach werden die weiteren Voraussetzungen für die Berufszulassung geprüft. Wenn Sie dann die Berufszulassung erhalten, können Sie Ihren Beruf in vollem Umfang ausüben.

Bei nicht reglementierten Berufen wie z.B. Kraftfahrzeugmechatroniker oder Kauffrau für Büromanagement können Sie eine Anpassungsqualifizierung machen. Gleichzeitig können Sie bereits in Ihrem Beruf arbeiten. Nach Abschluss der Qualifizierung müssen Sie einen Folgeantrag auf Anerkennung bei der zuständigen Stelle einreichen.

Unser Tipp: Sie sind noch im Ausland? Dann können Sie unter bestimmten Voraussetzungen für eine Qualifizierung zur Anerkennung nach Deutschland kommen und parallel hier arbeiten. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Einwanderung.

Kann ich auch ohne berufliche Anerkennung arbeiten?

In den meisten Berufen können Sie auch ohne oder mit teilweiser Anerkennung in Deutschland arbeiten. Das hängt auch von Ihrem Aufenthaltsstatus ab. Genaue Informationen für Ihren Referenzberuf erhalten Sie im Anerkennungs-Finder unter folgender Anleitung:

  1. Geben Sie Ihren Referenzberuf im Anerkennungs-Finder ein. 
  2. Klicken Sie durch alle Stationen und beantworten Sie alle Fragen.
  3. Am Schluss erreichen Sie die Seite mit Informationen zu Ihrem Anerkennungsverfahren.
  4. Unter den Überschriften Meine Schritte zur Anerkennung und Meine weiteren Möglichkeiten erhalten Sie genaue Informationen zu Ihrem Beruf. 
  5. Tipp: Speichern Sie die Seite als PDF oder kopieren Sie den Link!
  6. Sie haben weitere Fragen? Lassen Sie sich von einer Beratungsstelle beraten!

Hinweis: Sie können zwar in vielen Berufen mit einer teilweisen Anerkennung arbeiten. Allerdings kann Ihnen die volle Anerkennung Vorteile für Ihre berufliche Zukunft in Deutschland bringen.

Wie kann ich die volle Anerkennung erreichen?

Wie Sie die volle Anerkennung erreichen können, hängt von Ihrem Beruf ab. Erste Informationen über Ihre nächsten Schritte zur Anerkennung erhalten Sie im Anerkennungs-Finder unter folgender Anleitung:

  1. Geben Sie Ihren Referenzberuf im Anerkennungs-Finder ein. 
  2. Klicken Sie durch alle Stationen und beantworten Sie alle Fragen.
  3. Am Schluss erreichen Sie die Seite mit Informationen zu Ihrem Anerkennungsverfahren.
  4. Unten auf der Seite finden Sie die Überschrift Meine Schritte zur Anerkennung.
  5. Klappen Sie diesen Menü-Punkt auf: Ich bekomme keine Anerkennung. Was kann ich tun?
  6. Tipp: Speichern Sie die Seite als PDF oder kopieren Sie den Link!
  7. Sie haben weitere Fragen? Lassen Sie sich von einer Beratungsstelle beraten!
Meine Schritte zur Anerkennung

Was kann ich tun, wenn ich keine volle Anerkennung bekomme? Beispiel: Lehrer/in

Meine Schritte zur Anerkennung

Wie heißt der Bescheid eigentlich?

Der Bescheid zur „teilweisen“ Anerkennung hat keinen einheitlichen Namen. Es gibt aber verschiedene Bezeichnungen, z.B. „Feststellungsbescheid“, „Bescheid mit Auflage“, „Bescheid über die teilweise Gleichwertigkeit“ oder auch „Defizitbescheid".

Der Begriff „Defizit" klingt sehr negativ und wird hier auf dem Portal „Anerkennung in Deutschland“ nicht verwendet. Denn der Bescheid bezieht sich nur auf die festgestellten Unterschiede zur deutschen Ausbildung. Der Bescheid stellt nicht Ihre Berufsqualifikation in Frage. Klar ist: Auch ohne volle berufliche Anerkennung bringen Sie bereits wesentliche Kompetenzen und Qualifikationen mit!

„Bescheid mit Auflage“ bedeutet: Sie können die Anerkennung erreichen, wenn Sie die Unterschiede mit einer Qualifizierung ausgleichen. In vielen Fällen bestätigt der Bescheid auch die „teilweise Gleichwertigkeit“, so z.B. bei allen nicht reglementierten Berufen.