FAQ - Häufig gestellte Fragen

Top-Fragen

  • Wann ist eine Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation notwendig?
    Unterschieden werden muss zwischen reglementierten Berufen (zum Beispiel Arzt/Ärztin, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Lehrer/in) und nicht-reglementierten Berufen (zum Beispiel Ausbildungsberufe im dualen System wie Mechatroniker/in, Bäcker/in).

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  • Wer kann einen Antrag auf Anerkennung stellen?
    Ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation nach dem Anerkennungsgesetz (BQFG) können Sie beantragen, wenn Sie über eine im Ausland abgeschlossene Ausbildung bzw. einen ausländischen Berufsabschluss verfügen oder ein Studium im Ausland abgeschlossen haben und beabsichtigen, in Deutschland zu arbeiten.

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  • Was sind die Voraussetzungen für einen Antrag auf Anerkennung?
    Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium im Ausland ist Voraussetzung für den Antrag auf Anerkennung. Eine Anerkennung nur aufgrund von Berufserfahrung ist nicht möglich.

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  • Wo kann der Antrag auf Anerkennung gestellt werden?
    In Deutschland gibt es keine zentrale Anerkennungsstelle. Für Gleichwertigkeitsprüfungen zu Ausbildungsberufen sind vor allem die Kammern zuständig (z. B. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern). Für viele reglementierte Berufe sind Behörden in den Ländern zuständig.

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Wann ist eine Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation notwendig?

  1. Bei reglementierten Berufen (unabhängig vom Ausbildungsstaat).
  2. Bei Hochschulabschlüssen aus einem Drittstaat, wenn Sie mit einem Visum zur Erwerbstätigkeit bzw. zur Arbeitsplatzsuche einreisen möchten.
  3. Bei Berufsausbildungen aus einem Drittstaat, wenn Sie mit einem Visum zur Erwerbstätigkeit einreisen möchten.

Unterschieden werden muss zwischen reglementierten Berufen (zum Beispiel Arzt/Ärztin, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Lehrer/in) und nicht-reglementierten Berufen (zum Beispiel Ausbildungsberufe im dualen System wie Mechatroniker/in, Bäcker/in).

Die Prüfung der Gleichwertigkeit hat bei den reglementierten und den nicht-reglementierten Berufen eine unterschiedliche Funktion und damit auch unterschiedliche Rechtsfolgen. Bei nicht-reglementierten Berufen ist es möglich, sich auch ohne formale Gleichwertigkeitsbescheinigung direkt auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben und zu arbeiten.

Eine Gleichwertigkeitsfeststellung macht die ausländische Qualifikation jedoch transparent; sie ist damit für einen Arbeitgeber besser einzuschätzen.

Mit der Gleichwertigkeitsbescheinigung wird der Inhaber rechtlich mit Personen gleichstellt, die einen entsprechenden deutschen Berufsabschluss besitzen. Eine Anerkennung ist auch zwingend notwendig, sobald Sie sich in einem Drittstaat (außerhalb EU/EWR) befinden und ein Visum zur Erwerbstätigkeit beantragen möchten. Nähere Informationen finden Sie hier.

Wer kann einen Antrag auf Anerkennung stellen?

Ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation nach dem Anerkennungsgesetz (BQFG) können Sie beantragen, wenn Sie über eine im Ausland abgeschlossene Ausbildung bzw. einen ausländischen Berufsabschluss verfügen oder ein Studium im Ausland abgeschlossen haben und beabsichtigen, in Deutschland zu arbeiten.

In den einzelnen Fachregelungen der reglementierten Berufe kann der Zugang zum Verfahren unterschiedlich ausgestaltet sein. Ein Antrag kann unabhängig von der Staatsangehörigkeit und vom Aufenthaltsstatus gestellt werden. Nicht zugänglich ist das Verfahren für ungelernte oder angelernte Personen, die über keinen Berufsabschluss aus einem anderen Staat verfügen.

Wenn Sie Spätaussiedlerin oder Spätaussiedler sind, können Besonderheiten des Verfahrens aufgrund des § 10 Bundesvertriebenengesetz für Sie bestehen. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.

Nicht nachgewiesen werden muss die Absicht einer Erwerbstätigkeit von Staatsangehörigen der EU/EWR/Schweiz. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Was sind die Voraussetzungen für einen Antrag auf Anerkennung?

Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium im Ausland ist Voraussetzung für den Antrag auf Anerkennung. Eine Anerkennung nur aufgrund von Berufserfahrung ist nicht möglich.

Die im Ausland abgeschlossene Ausbildung muss mit der entsprechenden inländischen vergleichbar sein (sog. Referenzberuf) und durch einen entsprechenden Ausbildungsnachweis belegt werden. Schulungen, Lehrgänge und anderweitig erworbene Zertifikate sind in der Regel nicht als vollwertige Ausbildung zu werten.

Die Anerkennung ist nur für den festgelegten Referenzberuf möglich, nicht jedoch für einen anderen ggf. verwandten Beruf.

Wo kann der Antrag auf Anerkennung gestellt werden?

In Deutschland gibt es keine zentrale Anerkennungsstelle. Für Gleichwertigkeitsprüfungen zu Ausbildungsberufen sind vor allem die Kammern zuständig (z.B. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern). Für viele reglementierte Berufe sind Behörden in den Ländern zuständig.

Die für die einzelnen Berufe zuständigen Stellen werden jeweils aktuell im Anerkennungsportal des Bundes ausgewiesen. Mit einem Fragesystem im Anerkennungs-Finder werden Anerkennungsinteressierte direkt zu der für sie zuständigen Stelle geleitet.

Kann ich einen Antrag aus dem Ausland stellen?

Ja, die Antragstellung aus dem Ausland ist möglich, ein Wohnsitz in Deutschland oder eine Meldebescheinigung ist hierfür nicht erforderlich. Für die Antragstellung reicht Ihre Absicht, in einem betreffenden Ort in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen zu wollen. Die örtliche Zuständigkeit ergibt sich aus dem allgemeinen Verwaltungsrecht (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 VwVfG) und kann im Anerkennungsfinder ermittelt werden.

Für welche Berufe kann man einen Antrag auf Anerkennung stellen?

Grundsätzlich besteht für alle Berufe ein Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren. Bitte informieren Sie sich hierzu bei der Hotline des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Telefon-Hotline hat folgende Rufnummer: +49 30 1815-1111.

Für Ausbildungsberufe im dualen System werden bestimmte Prüfungszeugnisse aus Österreich oder Frankreich nach Maßgabe der jeweiligen Verordnungen dem deutschen Abschluss automatisch, das heißt ohne weitere Prüfung, gleichgestellt.

Welche Regeln finden im Anerkennungsverfahren Anwendung?

Es gibt Anerkennungsverfahren nach dem Anerkennungsgesetz des Bundes und solche nach den Anerkennungsgesetzen der Länder.

Anerkennungsverfahren nach dem Anerkennungsgesetz des Bundes:
Dieses findet Anwendung, wenn ein im Ausland erworbener Berufsabschluss mit einem deutschen Referenzabschluss verglichen wird, der auf Bundesrecht beruht. Insofern können Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren durchgeführt werden für:

  • alle Aus- und Fortbildungsabschlüsse im dualen System (nach BQFG) und
  • alle bundesrechtlich reglementierten Berufe (nach Berufs-Fachgesetzen).

Die Gleichwertigkeitsprüfung erfolgt bezogen auf den aktuell gültigen deutschen Abschluss.

Anerkennungsverfahren nach den Anerkennungsgesetzen der Länder:
Hier wird ein im Ausland erworbener Berufsabschluss mit einem deutschen Referenzabschluss verglichen, der auf Landesrecht beruht. Je nach Bundesland gelten die Landesanerkennungsgesetze für unterschiedliche Berufe. Bitte informieren Sie sich hierzu bei der Hotline des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Telefon-Hotline hat folgende Rufnummer: +49 30 1815-1111.

Wird ein Abschluss einfach so anerkannt oder nur für einen passenden deutschen Referenzberuf?

Bei dem Anerkennungsverfahren wird eine Gleichwertigkeitsprüfung durchgeführt, bei der die ausländische mit der entsprechenden deutschen Qualifikation (deutscher Referenzberuf) verglichen wird. Der deutsche Referenzabschluss ist im Antrag auf Gleichwertigkeitsprüfung festzulegen. Dies geschieht in Absprache  zwischen den Antragstellern und der zuständigen Stelle. Die Gleichwertigkeitsprüfung erfolgt bezogen auf den aktuell gültigen deutschen Abschluss.

Bei Schwierigkeiten mit der Identifikation des passenden deutschen Referenzberufs wenden Sie sich an die Erstberatungsstellen oder an Ihre zuständigen Stellen. Weitere Informationen finden Sie auch hier.  

Wie finde ich die zu meinem ausländischen Abschluss passende deutsche Referenzqualifikation (Vergleichsberuf)?

Die Stichwortsuche in der deutschlandweit gültigen Datenbank aller Berufe und Ausbildungsabschlüsse „berufenet“ ermöglicht Ihnen über die Eingabe einzelner deutscher Suchbegriffe ein Durchsuchen der Datenbank nach vergleichbaren deutschen Berufen zu Ihrer Qualifikation.

Beispiele: Sie haben die ausländische Berufsqualifikation „Schlosser“? Dann geben Sie diesen Begriff auf www.berufenet.arbeitsagentur.de ein und Sie erhalten eine Liste der damit vergleichbaren deutschen Berufe, wie z.B. den Metallbauer oder auch Industriemechaniker, denn den „Schlosser“ gibt es mit dieser Bezeichnung als Beruf in Deutschland nicht mehr. Sie haben zum Beispiel die ausländische Berufsqualifikation „Techniker Hotellerie“? Dann geben Sie den Begriff „Hotel“ in die Datenbank ein und Sie erhalten eine Liste der damit vergleichbaren deutschen Berufe wie z.B. den/die Hotelkaufmann/-frau, denn den „Techniker Hotellerie“ gibt es mit dieser Bezeichnung in Deutschland nicht.

Sobald Sie die zu Ihrem Beruf passende deutsche Referenzqualifikation gefunden haben, können Sie diese im Anerkennungs-Finder eingeben. Dieser führt Sie dann in wenigen Schritten zur für Ihre Qualifikation zuständigen Anerkennungsstelle.

Wo kann ich mich informieren oder beraten lassen?

Begleitend zum Anerkennungsgesetz gibt es folgende Beratungs- und Informationsangebote zu rechtlichen Grundlagen, Verfahren und zuständigen Stellen:

Das mehrsprachige Internetportal „Anerkennung in Deutschland“ informiert darüber, wie ausländische Berufsabschlüsse in Deutschland anerkannt werden können. Der besondere Service der Website ist der „Anerkennungs-Finder“: Das Online-Tool leitet Sie mit wenigen Klicks an die für die Antragstellung zuständige Stelle. Darüber hinaus bündelt es wichtige Informationen zu den rechtlichen Grundlagen, Anerkennungsverfahren in den einzelnen Berufen und Beratungsangeboten. Den Anerkennungs-Finder finden Sie hier.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) informiert telefonisch in Deutsch und Englisch über das Anerkennungsgesetz und die Verfahren. Die Telefon-Hotline ist von Montag bis Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr (GMT) unter folgender Rufnummer erreichbar: +49 30 1815-1111.

Im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung-IQ“ werden bundesweit Beratungsstellen angeboten, die über Verfahren und rechtliche Grundlagen informieren und Anerkennungsinteressierte an die zuständigen Stellen verweisen. Bei Bedarf unterstützen die Beratungsstellen auch im Anerkennungsverfahren.

Bitte beachten Sie: Richten Sie eine Beratungsanfrage je nach (geplantem) Wohn- oder Arbeitsort nur an die zuständige Beratungsstelle in Ihrem Bundesland. Die Kontaktdaten der IQ-Beratungsstellen finden Sie hier.

Was kostet das Anerkennungsverfahren?

Das Verfahren ist in der Regel gebührenpflichtig. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach den Gebührenregelungen der Länder beziehungsweise Kammern und hängt vom individuellen Aufwand für die Durchführung des Verfahrens ab. Die Kosten für Ihr Verfahren können Sie direkt bei Ihrer zuständigen Stelle erfragen.

Der Gebührenrahmen für das Verfahren liegt nach den bisherigen Erfahrungen der Länder in der Regel zwischen 100 bis 600 Euro, kann jedoch innerhalb eines Berufs und zwischen verschiedenen zuständigen Stellen variieren. Die Kosten (zum Beispiel für Gebühren, Übersetzung und Beglaubigungen) müssen grundsätzlich vom Antragsteller selbst getragen werden. Die Höhe der Kosten für die einzureichenden Unterlagen hängt von deren Umfang ab. Informationen zu möglicher finanzieller Unterstützung erhalten Sie hier.

Wie kann ich ein Anerkennungsverfahren finanzieren?

Die Kosten die bei der Anerkennung entstehen gliedern sich in drei Bereiche:

  • Kosten für die Beschaffung der gesetzlich vorgesehenen Unterlagen (Dokumente, Kopien, Beglaubigungen, Übersetzungen)
  • Kosten des eigentlichen Verfahrens (Gebühr der zuständigen Stelle)
  • Kosten für die Vorbereitung auf Prüfungen, Anpassungslehrgänge und Nachqualifizierungen bei einer teilweisen Anerkennung

Für Antragsteller die bereits in Deutschland leben, stehen die folgenden Möglichkeiten für finanzielle Unterstützung zur Verfügung:

Arbeitslose und arbeitsuchende Antragsteller sollten vor der Antragstellung bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit beziehungsweise ihrem Jobcenter klären, ob und unter welchen Voraussetzungen die Arbeitsverwaltung die Kosten übernimmt. Dabei ist insbesondere von Bedeutung, ob die Anerkennung des ausländischen Bildungsabschlusses für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt individuell erforderlich ist. Gleiches gilt gegebenenfalls im Anschluss an das Anerkennungsverfahren für die Förderung von eventuell erforderlichen Anpassungsqualifikationen zum Ausgleich von Qualifikationslücken oder für Weiterbildungsmaßnahmen.

Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung von Antragstellern, die im Ausland leben:

Die Bundesregierung unterstützt seit Anfang 2013 im Rahmen des Sonderprogramms zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa“ (MobiPro-EU) junge Menschen aus EU-Staaten bei der Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland. Die Förderung umfasst die Kosten eines Anerkennungsverfahrens (bis zu 1.000 Euro Verfahrenskosten einschließlich Übersetzungen und Beglaubigungen) sowie die Finanzierung von Deutschsprachkursen im Herkunftsland und in Deutschland.

Wie läuft das Anerkennungsverfahren ab?

Die zuständige Stelle prüft anhand der eingereichten Zeugnisse und Nachweise, ob wesentliche inhaltliche oder zeitliche Unterschiede zwischen der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation und dem deutschen Berufsabschluss (Referenzqualifikation) bestehen.

Wenn wesentliche Unterschiede zwischen den Berufsqualifikationen bestehen, prüft die zuständige Stelle, ob diese durch sonstige Befähigungsnachweise (zum Beispiel Weiterbildungen, Zusatzausbildungen) oder durch nachgewiesene einschlägige Berufserfahrungen – sowohl im In- als auch Ausland erworbene – ausgeglichen werden.

Welche Unterlagen werden für die Antragstellung benötigt?

  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass)
  • Nachweis des im Ausland erworbenen Ausbildungsabschlusses (z.B. Diplom der Universität, Zeugnis über Berufsausbildung)
  • Nachweise über einschlägige Berufserfahrung (z.B. Arbeitszeugnis, Empfehlungsschreiben)
  • Sonstige Befähigungsnachweise (zum Beispiel zu beruflichen Weiterbildungen)
  • Erklärung, dass bisher kein Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung nach dem BQFG gestellt wurde
  • Nachweis, dass der Antragsteller in Deutschland arbeiten will (entfällt für Staatsangehörige der EU/EWR/Schweiz und für Personen, mit Wohnort in der EU/EWR/Schweiz)

Dieser Nachweis kann über eine Absichtserklärung, über die konkrete Kontaktaufnahme zu einem Arbeitgeber oder über den Nachweis von Familienangehörigen in der Region erfolgen. Eine Arbeitsplatzzusage in der beabsichtigten Region ist nicht notwendig und häufig vor der erfolgten Anerkennung auch gar nicht möglich.

Bei den reglementierten Berufen kann das Fachrecht Abweichungen zu den genannten  Unterlagen enthalten. Normalerweise müssen Sie Ihre Unterlagen durch offizielle Übersetzer  übersetzen lassen und bei der zuständigen Stelle im Original oder als beglaubigte Kopien (www.justiz-dolmetscher.de) vorlegen. Eine Apostille ist in der Regel nicht erforderlich. Bitte fragen Sie aber bei der jeweiligen zuständigen Stelle oder einer Beratungsstelle nach, in welcher Form die Dokumente genau benötigt werden. Es kann hier Unterschiede geben.

Wie lange dauert das Anerkennungsverfahren?

Wenn der zuständigen Stelle alle erforderlichen Unterlagen (siehe dazu hier) vollständig vorliegen, beginnt sie mit der Gleichwertigkeitsprüfung.

Das Verfahren soll in der Regel nicht länger als drei Monate dauern. Die Entscheidungsfrist kann in schwierigen Fällen von der zuständigen Stelle einmalig begründet verlängert werden. Die Entscheidungsfrist läuft erst, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen.

Wenn eine Qualifikationsanalyse durchgeführt wird, etwa weil Nachweise nicht erbracht werden können, ist die Entscheidungsfrist ebenfalls ausgesetzt

Welche Ergebnisse sind im Anerkennungsverfahren möglich?

Werden keine wesentlichen Unterschiede zwischen der Auslands- und der Inlandsqualifikation festgestellt, wird die vollständige Gleichwertigkeit bescheinigt. Durch eine Gleichwertigkeitsbescheinigung ist der ausländische Abschluss dem deutschen Abschluss gleichgestellt.

Gibt es wesentliche Unterschiede, aber auch vergleichbare Qualifikationsinhalte, stellt die zuständige Stelle bei nicht-reglementierten Berufen (z.B. Ausbildungsberufen) die vorhandenen Qualifikationen dar und beschreibt die Unterschiede zum deutschen Abschluss. Diese differenzierte Beschreibung des Qualifikationsstandes hilft den Fachkräften im Arbeitsmarkt und ermöglicht eine gezielte Weiterqualifizierung.

Bei reglementierten Berufen sind im Fall festgestellter wesentlicher Unterschiede formalisierte Ausgleichmaßnahmen (Prüfung, Anpassungslehrgang) im Rahmen der Berufszulassung vorgesehen. Näheres dazu finden Sie hier.

Bei zu großen/nicht ausgleichbaren Unterschieden zwischen der ausländischen und der deutschen Ausbildung kann es auch zu einer Ablehnung kommen. Diese führt bei  reglementierten Berufen dazu, dass man in diesem Beruf in Deutschland nicht arbeiten und sich auch nicht weiterbilden kann. In nicht-reglementierten Berufen kann man auch ohne eine Gleichwertigkeitsfeststellung arbeiten. Allerdings kann Angehörigen von Drittstaaten (außerhalb von EU/EWR oder der Schweiz) kein Visum bzw. keine Aufenthaltserlaubnis für Erwerbstätigkeit ausgestellt werden. Näheres dazu finden Sie hier.

Was kann ich tun, wenn mein Abschluss nur teilweise anerkannt wurde?

Neben einer vollen Anerkennung oder Ablehnung kann eine sogenannte „teilweise Anerkennung“ von der zuständigen Stelle ausgesprochen werden. Wenn die Behörde feststellt, dass wesentliche Unterschiede zwischen der ausländischen und der entsprechenden deutschen Qualifikation bestehen, können Sie durch die Teilnahme an Anpassungsmaßnahmen die Unterschiede ausgleichen.

Im Bereich der reglementierten Berufe sind Anpassungsmaßnahmen (Anpassungslehrgang oder Prüfung) gesetzlich vorgeschrieben, da die Gleichwertigkeit in diesen Berufen Voraussetzung dafür ist, dass der Beruf in Deutschland ausgeübt werden kann. Hierzu werden Lehrgänge und Prüfungen angeboten, weitere Informationen erhalten Sie von Ihrer zuständigen Stelle. Die Kosten für die Anpassungsmaßnahme müssen von den Antragstellenden in der Regel selbst bezahlt werden.

Für die nicht-reglementierten Berufe (insbesondere Ausbildungsberufe) sind Anpassungsmaßnahmen nicht zwingend notwendig, da man in diesen Berufen auch ohne eine Gleichwertigkeitsfeststellung arbeiten kann. Zum Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis kann die Durchführung von Anpassungsmaßnahmen jedoch notwendig sein.

Im Anerkennungsbescheid werden die vorhandenen Qualifikationen dokumentiert und die wesentlichen Unterschiede zum vergleichbaren Beruf in Deutschland erläutert. Dies hilft den im Ausland qualifizierten Fachkräften und den Unternehmen: Die Fachkräfte können auf dieser Grundlage entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen planen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und gegebenenfalls die volle Gleichwertigkeit ihrer beruflichen Qualifikationen zu erreichen. Für die Unternehmen werden die vorhandenen Qualifikationen transparent dargestellt.

Hat ein Antragsteller bereits im Ausland den Anerkennungsbescheid beantragt, ist bei einer teilweisen Anerkennung die Einreise für Anpassungsmaßnahmen möglich.

Was kann ich tun, wenn mein Abschluss nicht anerkannt wurde?

Wenn ihr Abschluss nicht anerkannt wurde haben Sie die Möglichkeit sich zu einer Externenprüfung anzumelden. Sie nehmen dann als „Externe“ an der regelmäßigen Gesellen- oder Abschlussprüfung für einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf teil. Dadurch erhalten Sie die Chance, einen formalen Berufsabschluss zu erreichen und damit Ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern. Über die Zulassung entscheidet normalerweise die jeweils zuständige Stelle. Das ist beispielsweise die Industrie- und Handelskammer für Berufe in Industrie und Handel oder die Landwirtschaftskammer für Berufe im landwirtschaftlichen Bereich. Zuständige Stelle für Handwerksberufe ist die Handwerkskammer. Weitere Informationen zur Anmeldung, Beratung und Prüfungsvorbereitung finden sie hier. Sie haben außerdem die Möglichkeit Ihre Ausbildung bzw. Ihr Studium in Deutschland zu wiederholen.

Kann ein Hochschulabschluss ebenfalls anerkannt werden?

Das Gesetz gilt nur für Hochschulabschlüsse, die zu reglementierten Berufen führen. Hierzu gehören zum Beispiel Arzt/Ärztin und Apotheker/in. Für ausländische Hochschulabschlüsse, die nicht zu einem reglementierten Beruf hinführen (zum Beispiel Mathematiker/in, Ökonom/in, Journalist/in) gibt es keine Verfahren nach dem Anerkennungsgesetz.

Absolventinnen und Absolventen solcher Studiengänge können sich ihren Hochschulabschluss durch die Zentralstelle für das ausländische Bildungswesen bewerten lassen und dürfen sich ansonsten direkt auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewerben.

Aus deutscher Perspektive ist ein Hochschulabschluss nur dann ein Hochschulabschluss, wenn mindestens drei Jahre studiert wurde. Ausländische Hochschulabschlüsse, die nur auf insgesamt zwei Jahren Studium basieren, wie z.B. „Önlisans“ (Türkei) oder „Technicien superieur“ (Frankreich), gelten nicht als Hochschulabschluss. Hier ist aber oft eine Anerkennung als Berufsabschluss möglich. Bitte lassen sie sich hierzu beraten!

Müssen Antragstellende Deutsch können?

Um den Antrag zu stellen, sind keine Sprachkenntnisse notwendig.

Um am Ende die Anerkennung zu erhalten, kann es sein, dass Sprachkenntnisse nachgewiesen werden müssen, wenn sie zur Ausübung des Berufes notwendig sind. Dies gilt insbesondere für einige der reglementierten Berufe, wie zum Beispiel in den Gesundheitsberufen oder bei  Lehrern und Lehrerinnen. Antragsteller und Antragstellerinnen erhalten die Berufszulassung in diesen Berufen nur, wenn sie über die erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Bezüglich der konkret geforderten Sprachkenntnisse und obligatorischen Nachweise gibt es bisher keine bundesweit einheitliche Regelung.

Für die Ausbildungsberufe des dualen Systems (Handwerksberufe, Industrie- oder Handelsberufe) werden in der Regel keine konkreten Anforderungen an die für die Berufsausübung geforderten Sprachkenntnisse gestellt. Die Prüfung der Sprachkenntnisse ist nicht Bestandteil der Gleichwertigkeitsprüfung.

In der Praxis werden die Chancen auf dem Arbeitsmarkt entscheidend davon abhängen, ob Sie – unabhängig von der beruflichen Qualifikation – auch deutsche Sprachkenntnisse besitzen. Informationen zu Deutschkursen finden Sie hier. Für den Erwerb der deutschen Sprache, besteht die Möglichkeit z. B. mit einem Visum zum Spracherwerb einzureisen (§ 16 Abs. 5 AufenthG).

Ist mit der Anerkennung eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland verbunden?

Nein, die Anerkennung eines im Ausland erworbenen Berufsabschlusses führt nicht automatisch zur Erteilung eines Aufenthaltstitels, ist aber teilweise Voraussetzung.

Wenn Sie aus einem Drittstaat (außerhalb von EU, EWR oder der Schweiz) zu Arbeitszwecken nach Deutschland einreisen wollen, dann benötigen Sie in den meisten Fällen bereits für die Erteilung eines Einreisevisums beziehungsweise für einen Aufenthaltstitel die Anerkennung Ihres im Ausland erworbenen Berufsabschlusses. Dies gilt insbesondere für alle reglementierten Berufe.

Ob Sie in Deutschland arbeiten können, also einen „Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit“ erhalten, hängt davon ab, welche Qualifikation Sie mitbringen.

Ein Visum / Aufenthaltstitel für nicht-reglementierte Berufsabschlüsse wird nur vergeben, sofern diese auf der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit vermerkt sind.
Ein Visum / Aufenthaltstitel für einen ausländischen Hochschulabschluss wird nur vergeben, sofern dessen Gleichwertigkeit festgestellt wurde. Die Deutsche Auslandsvertretung prüft anhand der Datenbank anabin, ob ein gleichwertiger Abschluss vorliegt. Hierzu muss der genaue Abschluss mit „gleichwertig“ oder „entsprechend“ aufgeführt sein. Die Bewertung „bedingt vergleichbar“ reicht nicht aus.

Zudem muss die Universität mit H+ bewertet sein. (vgl. Hinweise des Bundesministeriums des Innern unter Teil II –  B. Antragsteller). Trifft nur eine der Voraussetzungen nicht zu, muss eine Zeugnisbewertung bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen beantragt werden. Weiterführende Informationen zur Einreise und zum Aufenthalt von Staatsangehörigen aus Drittstaaten finden Sie hier.

Mit welchem Berufsabschluss ist eine Einreise nach Deutschland aus einem Drittstaat möglich?

Fachkräfte, die ihren nicht-akademischen Berufsabschluss in einem Staat außerhalb der EU absolviert haben, können seit 2013 zum Arbeiten nach Deutschland zuwandern, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen (Beschäftigungsverordnung - BeschV, Neufassung vom 1. Juli 2013):

  • Der Berufsabschluss muss auf der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit aufgeführt sein.
  • Es muss ein Arbeitsplatz oder ein verbindliches Angebot in Deutschland vorliegen.
  • Die Ausbildung muss mit einem deutschen Abschluss gleichwertig, das heißt anerkannt, sein. Es muss somit ein Bescheid über eine volle Gleichwertigkeit vorliegen.

Kann ich als Angehöriger eines Drittstaates mit einer teilweisen Anerkennung einreisen?

Ja, jedoch nicht mit einem Visum zur Erwerbstätigkeit.

Entscheidend für die Feststellung der Visumsart ist die Art der Nachqualifizierung, die in Deutschland absolviert werden muss. Unterschieden wird zwischen 

  1.  reinen fachtheoretischen Schulungen (nach § 16 Abs. 5 AufenthG i.V.m. § 15 BeschV: Einreise zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung - nur Theorie) und
  2. Anpassungsmaßnahmen mit Praxisanteilen (§ 17 AufenthG i.V.m. § 8 BeschV: Einreise für Anpassungsmaßnahmen - Theorie und Praxis, wobei der Praxisteil überwiegen muss).

Nähere Informationen erteilt die zuständige Deutsche Auslandsvertretung.

Kann ich als Angehöriger eines Drittstaates bereits zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland einreisen?

Grundsätzlich ist die Einreise zur Arbeitsplatzsuche für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten möglich, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1.  Es liegt ein anerkannter oder vergleichbarer Hochschulabschluss vor.
  2. Der Lebensunterhalt ist durch ausreichende finanzielle Mittel während des gesamten Aufenthalts sichergestellt.

Wird in diesem Zeitraum ein entsprechender Arbeitsplatz gefunden, kann eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit oder eine Blaue Karte EU beantragen werden. Dies ist direkt in Deutschland möglich, sodass dafür keine Ausreise erforderlich ist.

 

Ist die Staatsangehörigkeit entscheidend für den Zugang zu Anerkennungsverfahren und zur Ausübung eines Berufes?

Nein, die Staatsangehörigkeit ist in der Regel nicht entscheidend.

Auch Personen, die aus einem Land kommen, das nicht zur Europäischen Union gehört, haben einen Anspruch auf eine individuelle Prüfung der Gleichwertigkeit ihrer Berufsqualifikation.

Lediglich bei einigen wenigen Berufen (wie z.B. Richter) spielt die Staatsangehörigkeit bei der Ausübung des Berufes eine Rolle.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich keine Unterlagen mehr habe?

Fehlen Zeugnisse, ganz oder teilweise fremdverschuldet, und können Sie diese nicht mehr beschaffen, fehlen der zuständigen Stelle ausreichende Nachweise für ihre Prüfung. Dann ist es möglich, eine Qualifikationsanalyse durchzuführen, um so einen Vergleich mit den in der inländischen Berufsbildung maßgeblichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten festzustellen.

Eine Qualifikationsanalyse kann durch unterschiedliche Instrumente erfolgen - zum Beispiel durch Arbeitsproben oder Fachgespräche.

Eine ausführliche Beschreibung der Qualifikationsanalyse finden sie hier. Verschiedene Fragen und Antworten rund um das Thema Qualifikationsanalyse sind hier zu finden.

An welche Stellen muss ich mich wenden, um in Deutschland ein Studium aufzunehmen?

Für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zum Zweck der Hochschulzugangsberechtigung oder zur Anrechnung im Ausland erbrachter Studien- und Prüfungsleistungen gilt das Anerkennungsgesetz nicht. Dafür sind in der Regel die Hochschulen zuständig.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das akademische Auslandsamt der Universität oder Fachhochschule, an der Sie das Studium aufnehmen wollen.

Welchen Nachweis muss ich als Arzt/Ärztin Zahnarzt/Zahnärztin zur Visabeantragung erbringen, wenn ich aus einem Drittstaat komme?

Wenn Sie aus einem Drittstaat kommen, ist für die Beantragung eines Visums zur Erwerbstätigkeit (u.a.) eine Berufserlaubnis bei der Deutschen Botschaft im Herkunftsland vorzulegen.

Diese kann bei der örtlich zuständigen Stelle in Deutschland, auch vom Ausland aus, beantragt werden.

Da für die erforderliche Approbation (staatliche Zulassung zur Berufsausübung als Arzt) entsprechende Deutschkenntnisse nachgewiesen werden müssen, kann zuvor auch eine Einreise zum Spracherwerb erfolgen. Die Kenntnisstandprüfung für die Approbation kann in der Regel nur in Deutschland abgelegt werden.

Nähere Informationen erteilt die zuständige Deutsche Auslandsvertretung.

Kann ich einen Antrag auf Anerkennung erneut stellen?

Wurde in einem Anerkennungsverfahren die Gleichwertigkeit einer Auslandsqualifikation bereits positiv festgestellt, wäre eine erneute Antragstellung zwar grundsätzlich möglich, die zuständige Stelle wird den erneuten Antrag jedoch ablehnen. Dazu zählen sowohl Verfahren nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) als auch nach dem Bundesvertriebenengesetz (BVFG) oder nach anderen Rechtsvorschriften (z.B. Verordnungen über die Gleichstellung österreichischer oder französischer Prüfungszeugnisse).

Falls in einem Anerkennungsverfahren keine Gleichwertigkeit festgestellt werden konnte, ist ein erneuter Antrag auf Anerkennung nur dann möglich, wenn sich Ihre Situation geändert hat (zum Beispiel durch den Ausgleich der festgestellten Unterschiede durch Qualifizierungen oder durch das Sammeln von Berufserfahrung).