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Ein Angebot des Bundesinstituts für Berufsbildung

Wissensmanagement

Bund, Länder und Kammern arbeiten kontinuierlich daran, die Anerkennungsverfahren für ausländische Berufsabschlüsse zu vereinfachen und zu beschleunigen. Hier finden Sie Umsetzungsbeispiele, die als Vorbilder dienen können.

Chatbot Aidy

Chatbot Aidy bietet Fachkräften Erstberatung zur Anerkennung

Ausgangslage: Das Thema der Anerkennung ihrer ausländischen Berufsqualifikation ist für viele Fachkräfte komplex – umso wichtiger ist eine bestmögliche Information und Beratung. Das Portal „Anerkennung in Deutschland“ bietet bereits umfangreiche Informationen und zahlreiche Tools zur Unterstützung, gleichzeitig ändern sich die Nutzergewohnheiten durch künstliche Intelligenz. So wünschen sich viele Menschen schnelle, strukturierte und personalisierte Antworten auf ihre Fragen. Auch die Beratungsstellen leisten hier wichtige Unterstützung. Doch mit steigender Nachfrage kommt es in einigen Fällen zu längeren Wartezeiten auf einen ersten Termin. Die individuelle Beratung ist vor allem dann besonders wirkungsvoll, wenn Fachkräfte bereits erste Informationen eingeholt haben. Eine intuitive, niedrigschwellige und mehrsprachige Möglichkeit zur Erstorientierung unterstützt so nicht nur Fachkräfte, sondern entlastet auch die Beratungsstellen. Mit dem Chatbot Aidy wurde ein digitales Angebot entwickelt, das genau hier ansetzt.

Lösungsansatz: Der Chatbot Aidy unterstützt Fachkräfte noch besser auf ihrem Weg zur Anerkennung – einfach und rund um die Uhr. 

So beantwortet Aidy individuelle Fragen zur Anerkennung direkt im Chat und bietet Nutzerinnen und Nutzern so eine Erstorientierung für ihren spezifischen Fall. Dabei greift der Chatbot auf die Inhalte von „Anerkennung in Deutschland“ zurück und spielt diese passend zur individuellen Fragestellung aus. Dazu gehören beispielsweise Fragen zur zuständigen Stelle für das Anerkennungsverfahren, zum berufsbedingten Sprachniveau oder auch zu benötigten Dokumenten für die Antragstellung. Aidy versteht zahlreiche Sprachen und antwortet auf Deutsch bei deutschsprachiger Eingabe oder auf Englisch bei fremdsprachigen Anfragen.

Der Chatbot wird stetig weiterentwickelt. Bereits jetzt zeigt sich: Das Angebot wird gut angenommen. Täglich nutzen 50 bis 100 Personen den digitalen Assistenten. Damit kann Aidy dazu beitragen, die Erstorientierung zur Anerkennung noch zugänglicher und einfacher zu gestalten. Fachkräfte können so gut vorbereitet in persönliche Beratungsgespräche gehen und die Beratungsstellen können ihre Ressourcen gezielter einsetzen – ein Gewinn für alle Beteiligten.

Chatbot Aidy
Kontakt: Karoline Kaibel-Kleinlütke (BIBB)
Eine Hand drückt auf einen virtuellen Übersetzungsbutton

KI gestützte Lehrplanübersetzung beim BQ-Portal

Ausgangslage: Die Übersetzung ausländischer Lehrpläne für die Anerkennung von Berufsabschlüssen in Deutschland ist essentiell. Der traditionelle Weg, dies durch vereidigte ÜbersetzerInnen zu tun, ist zeitaufwendig und kostenintensiv. Das BQ-Portal tastet sich an innovative Alternativen heran und führt Testläufe mit einem KI-Übersetzungstool durch.

Lösungsansatz: Die Testläufe wurden mit dem in Köln ansässigen KI-Übersetzungstool DeepL durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen, dass gängige Sprachen wie Englisch und Spanisch bereits mit geringer Fehlerquote maschinell übersetzt werden können. Dies gelingt insbesondere bei Fließtexten.

Bei stichpunktartigen Auflistungen, vor allem in Tabellen, sinkt die Genauigkeit. Ebenso bei komplexen, fachspezifischen Beschreibungen. Unterschiedliche Begrifflichkeiten im Ausgangsenglisch aus verschiedenen Ausbildungsstaaten beeinflussen die Übersetzungsqualität. Bei weniger gängigen Sprachen wie Türkisch und Russisch empfiehlt sich Qualitätssicherung (Post-Editing) durch Übersetzende. Für manche Sprachen, wie Arabisch, liefern etablierte KI-Übersetzungstools noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Auch der Einfluss des Dateiformats auf die Übersetzungsqualität ist zu beachten, da unterschiedliche Formate unterschiedliche Übersetzungsvorschläge liefern. So gibt die KI basierte Übersetzung durch DeepL unterschiedliche Übersetzungsvorschläge, wenn der Ausgangstext aus einem PDF oder in einem Word-Dokument stammt. Beeindruckend ist die rasche Entwicklung der KI-basierten Übersetzungstechnologie. Der vom BQ-Portal gewählte Ansatz zielt darauf ab, die Akzeptanz für KI-Übersetzungen zu fördern und so Zeit- und Kostenersparnisse im Anerkennungsverfahren zu realisieren.

Kontakt: Daniel Wörndl (BQ-Portal)
Mehr Informationen zu den KI-basierten Lehrplanübersetzungen
UBA Werkzeugkasten Mappe

UBA:HWK-Werkzeugkasten

Ausgangslage: Unternehmen, die ausländische Fachkräfte beschäftigen, weiterbilden oder einstellen möchten, benötigen dafür maßgeschneiderte Unterstützung. Deshalb hat die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) im Rahmen des Projekts „Unternehmen Berufsanerkennung“ (UBA) einen digitalen Werkzeugkasten für Betriebe erstellt.

Lösungsansatz: Der Werkzeugkasten enthält zahlreiche kostenlose Musterformulare, Vorlagen und Merkblätter für Betriebe rund um die Themen Berufsanerkennung, Anpassungsqualifizierung und zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz.

Die Dokumente helfen bei der Durchführung einer betrieblichen Anpassungsqualifizierung, und erläutern wichtige Aspekte des eigentlichen Berufsanerkennungsverfahrens – immer aus dem Blickwinkel eines Unternehmens. Der Werkzeugkasten wird kontinuierlich erweitert. Das Projekt UBA wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Kontakt: Ricarda Heßelmann (ZWH)
Mehr zum UBA_HWK-Werkzeugkasten
Männliche Pflegekraft spricht mit älterer Dame im Rollstuhl

Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe (GfG)

Ausgangslage: Die Anerkennung von Gesundheitsberufen war bundesweit lange nicht einheitlich. Deshalb haben die Länder die Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe (GfG) bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) eingerichtet, die am 1. September 2016 ihre Arbeit aufnahm. Seitdem trägt sie erfolgreich zur Vereinheitlichung der Verfahren bei.

Lösungsansatz: Die GfG vergleicht die ausländischen Qualifikationen in Gesundheitsberufen mit den deutschen Referenzberufen. Dazu erstellt sie individuelle Gutachten und auf Initiative des Bundes (BMG) auch sogenannte Mustergutachten im Bereich der Pflegeberufe.

Daneben führt die GfG Echtheitsprüfungen von Dokumenten durch und stellt die Referenzqualifikation der ausländischen Ausbildungen fest. Seit 2022 sind die Informationen der GfG nicht mehr nur Behörden vorbehalten, sondern über die Datenbank anabin auch für Beratende und Fachkräfte frei zugänglich. Mit ihrer Begutachtung entlastet die GfG die zuständigen Stellen und trägt zur bundesweiten gleichmäßigen Anerkennungspraxis und damit zur Transparenz der Verfahren bei. Die abschließende Anerkennung und Berufszulassung erfolgt weiterhin durch die in den Ländern zuständigen Stellen.

Mehr zur Arbeit der GfG

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