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Tarek Khouli, Industriemechaniker

Die Fir­ma ist wie ei­ne klei­ne Fa­mi­lie.

Anerkannt und angekommen: Tarek Khouli flüchtete 2015 vor dem Krieg aus Syrien. Dank der Anerkennung arbeitet er heute als Industriemechaniker und ist in seinem Unternehmen voll integriert. Auch privat fühlt er sich in Deutschland mittlerweile zu Hause.

Mein Tipp
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Steckbrief
Name
Tarek Khouli
Alter
24
Referenzberuf
Industriemechaniker
Herkunftsland Abschluss
Syrien
tätig als
Industriemechaniker

Meine Geschichte

„Anerkennung bedeutet für mich Selbstwertgefühl. Denn es ist auch eine persönliche Anerkennung.“

Der Krieg in Syrien zwang Tarek Khouli 2015 zur Flucht nach Deutschland. Er kam schließlich ins Rheinland in die Nähe von Bonn. Hier hatte er drei große Sorgen: Wie werde ich mich in diesem fremden Land zurechtfinden? Wie soll ich die Sprache lernen? Wie kann ich mich beruflich integrieren?

Das wichtigste Ziel war, eine Arbeit zu finden. Tarek Khouli hatte in seiner Heimat bereits eine Ausbildung in der mechanischen Fertigung abgeschlossen. Doch wenn er keine Stelle finden würde, wollte er in Deutschland eine neue Ausbildung machen. „Das wäre sicher nicht falsch gewesen. So hätte ich die fachliche Sprache gelernt“, sagt Tarek Khouli. „Aber ich hatte ja die Ausbildung in Syrien gemacht und ich hatte das Wissen. Das alles nochmal zu machen, wäre aufwendig gewesen. Es wäre auch finanziell schwieriger gewesen.“

Was der 24-Jährige nicht wusste: er konnte seinen Beruf hier anerkennen lassen. Den entscheidenden Hinweis erhielt er vom Caritasverband Rhein-Sieg e. V. Dort machte Tarek Khouli Deutschkurse und erreichte das B2-Niveau. Eine Mitarbeiterin sagte ihm, er könne sich über seine beruflichen Möglichkeiten bei LerNet Bonn/Rhein-Sieg e. V. in Bonn informieren. Dies ist eine Beratungsstelle zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen im IQ Netzwerk Nordrhein-Westfalen. Dieser Tipp war für Tarek Khouli sehr wertvoll: „Dort erfuhr ich zum ersten Mal von der Möglichkeit der beruflichen Anerkennung.“ Danach nahm er Kontakt zur Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg auf. Dabei unterstützte ihn Dirk Frankenberger vom Flüchtlingshelferkreis Rheinbach. Dieser half Tarek Khouli bei alltäglichen Aufgaben, Behördengängen und bei Bewerbungen.

Nach einem Telefonat mit der IHK war schnell klar, welche Dokumente für den Antrag auf Anerkennung notwendig waren. Die Dokumente zu beschaffen, war aber schwierig und gefährlich. Denn in Syrien herrschte Krieg. Doch Tarek Khoulis Vater schaffte es schließlich. Darauf folgte die Vorabprüfung und Zusammenstellung der Dokumente durch die IHK. Im April 2017 stellte Tarek Khouli dann den Antrag auf Anerkennung bei der zuständigen Stelle, der IHK FOSA. Nur 2 Monate später hielt er den Bescheid über die volle Anerkennung als Industriemechaniker stolz in den Händen: „Es war toll, dass ich den Anerkennungsbescheid bekommen habe. Er bestätigt, was ich in Syrien gelernt habe. Das gibt mir Selbstwertgefühl.“

Der nächste Schritt lautete: Bewerbungen schreiben. Denn Tarek Khouli wollte endlich wieder arbeiten. Auf 15 Bewerbungen folgten mehrere Vorstellungsgespräche und 2 Jobangebote. Tarek Khouli entschied sich für die Firma Werner Vakuumsauger GmbH aus Meckenheim im Rhein-Sieg-Kreis. Die Firma ist auf die Produktion von Gummiformartikeln und Vakuumsaugern spezialisiert.

Durch den Kontakt zum Flüchtlingshelferkreis Rheinbach und Dirk Frankenberger war Firmenchef Udo Werner aufgeschlossen. Der spätere Chef von Tarek Khouli erinnert sich, wie dieser sich bei ihm bewarb: „Ganz unabhängig von dem Anerkennungsbescheid hatte ich den Eindruck, dass Herr Khouli arbeiten will. Das hat mich angesprochen. Mittlerweile ist er gut integriert und übernimmt Verantwortung. Ich bin sehr zufrieden.“ Auch Dirk Frankenberger lobt das Engagement seines Schützlings: „Tarek war von Anfang an voller Tatendrang und Ehrgeiz. Das war enorm wichtig, denn so konnte ich ihn bestmöglich unterstützen.“ Tarek Khouli hat es geschafft und ist glücklich: „Ich fühle mich sehr wohl und der Beruf macht mir Spaß. Die Firma ist wie eine kleine Familie.“

Foto: © Portal „Anerkennung in Deutschland“/BIBB: Robert Funke

Das Gespräch mit Tarek Khouli wurde im März 2018 geführt. Beim Anerkennungsverfahren berieten und unterstützten ihn LerNet Bonn/Rhein-Sieg e. V. als Teil des IQ Netzwerks Nordrhein-Westfalen, die IHK Bonn/Rhein-Sieg sowie die IHK FOSA. Ebenfalls tatkräftig unterstützt wurde er vom Flüchtlingshelferkreis Rheinbach.

Mein Verfahren in Kürze

  1. Tarek Khouli flüchtet 2015 vor dem Krieg in Syrien. In Deutschland belegt er Sprachkurse und erreicht das B2-Niveau.
  2. Bei der IQ Beratungsstelle erfährt der gelernte Industriemechaniker von der Möglichkeit der Anerkennung.
  3. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Flüchtlingshelferkreis Rheinbach unterstützen und beraten den Syrer.
  4. Im April 2017 stellt Tarek Khouli den Antrag auf Anerkennung bei der IHK FOSA. Nur 2 Monate später erhält er die volle Anerkennung.
  5. Nach der Anerkennung bewirbt sich Tarek Khouli. Er bekommt eine Stelle bei einer Firma, die Gummiformartikel und Vakuumsauger herstellt.