Anerkennung mit neuen Topwerten
Das Statistische Bundesamt hat die Anerkennungszahlen für 2025 veröffentlicht. Das BIBB-Anerkennungsmonitoring betrachtet die Zahlen der Bundesberufe genauer.
Das Statistische Bundesamt hat die Anerkennungszahlen für 2025 veröffentlicht. Das BIBB-Anerkennungsmonitoring betrachtet die Zahlen der Bundesberufe genauer.
Der Wachstumstrend setzt sich fort: Die Zahl der Anerkennungsanträge hat 2025 wieder einen neuen Höchststand erreicht. Damit hat sich die Zahl der Anträge innerhalb von fünf Jahren fast verdoppelt. Die Ergebnisse der Anerkennungsstatistik von Bund und Ländern für das Jahr 2025 gehen aus der heutigen Pressemitteilung (19.08.2026) des Statistischen Bundesamtes hervor. Demnach gab es rund 76.200 Anträge, was einem Zuwachs von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Rund 16.500 Anträge (22 Prozent) entfielen auf Berufe in Zuständigkeit der Länder, rund 59.750 Anträge (78 Prozent) auf Bundesberufe.
Das BIBB-Anerkennungsmonitoring wertet die amtliche Anerkennungsstatistik zu den Berufen nach Bundesrecht aus. So wird sichtbar, wie sich das Anerkennungsgeschehen bei den Bundesberufen entwickelt und welche zentralen Trends sich abzeichnen. Im Folgenden ein Blick auf ausgewählte Schwerpunkte.
Ausbildungsstaaten, die den Berufsqualifikationen zugrunde lagen
Die meisten Anträge entfielen auf Berufsqualifikationen aus der Türkei (rund 6.600 Anträge), Syrien (rund 4.700 Anträge) und der Ukraine (rund 4.500 Anträge). Von diesen verzeichneten insbesondere Syrien und die Ukraine mit jeweils mehr als 30 Prozent hohe Zuwächse gegenüber dem Vorjahr. Zudem stieg die Nachfrage nach Anerkennung von Berufsqualifikationen aus Ägypten (rund 3.000 Anträge) und Marokko (rund 2.500 Anträge) mit einem Antragsplus von 88 beziehungsweise 45 Prozent deutlich im Vergleich zum Vorjahr 2024.
Berufe mit den meisten Anträgen
Die Nachfrage zur Anerkennung von Heilberufen des Bundes bestimmte wieder eindeutig das Geschehen. Auf die Berufe Pflegefachperson inklusive Gesundheits- und Krankenpfleger/-in (rund 21.500 Anträge) und Ärztin/Arzt (rund 12.900 Anträge) entfielen abermals die mit Abstand meisten Anträge. Die Antragszahlen entwickelten sich je nach Beruf unterschiedlich: Während bei der Anerkennung als Pflegefachperson ein leichter Rückgang zu verzeichnen war (-4 Prozent) stieg die Zahl der Anträge für den Beruf Arzt/Ärztin (+19 Prozent). Klare Anstiege gab es zudem insbesondere bei den Berufen Apotheker/-in (+42 Prozent), Elektroniker/-in für Betriebstechnik (+30 Prozent), Koch/Köchin (+26 Prozent), Physiotherapeut/-in (+24 Prozent) und Zahnarzt/Zahnärztin (+23 Prozent).
Ergebnisse der Anerkennungsverfahren
Rund 73.600 Anerkennungsverfahren wurden im Jahr 2025 beschieden. Die Verfahrensergebnisse zeigten abermals eine hohe Anerkennungsfähigkeit: Rund 32.000 Verfahren (44 Prozent) endeten mit der Feststellung der vollen Gleichwertigkeit. In weiteren rund 33.100 Verfahren (45 Prozent) wurde eine Ausgleichsmaßnahme auferlegt. Dies betrifft reglementierte Berufe und bedeutet, dass die volle Gleichwertigkeit nach erfolgreichem Abschluss der festgelegten Ausgleichsmaßnahme erteilt werden kann. Fast 7.300 Verfahren (10 Prozent) endeten mit einer teilweisen Gleichwertigkeit. Dieses Ergebnis ist ausschließlich bei nicht reglementierten Berufen möglich. Es macht bereits vorhandene Qualifikationen und noch bestehende Unterschiede zum deutschen Referenzberuf transparent und bietet damit sowohl den Antragstellenden als auch Arbeitgebenden eine wichtige Orientierung, etwa für Qualifizierungsmaßnahmen oder den passgenauen Einsatz im Betrieb. Negativ beschiedene Verfahren blieben die Ausnahme: Es waren weniger als 2 Prozent.
Was die Zahlen zeigen
Der deutsche Arbeitsmarkt ist auf qualifizierte Fachkräfte aus aller Welt angewiesen. Vor diesem Hintergrund sind die neuen Rekordwerte bei der beruflichen Anerkennung positiv zu bewerten. Die seit Jahren wachsenden Antrags- und Verfahrenszahlen zeigen: Die Anerkennung als Instrument zur Fachkräftesicherung wird stark nachgefragt und gewinnt für die Integration internationaler Fachkräfte weiter an Bedeutung.
Die steigende Zahl an Anträgen sowie an abgeschlossenen Anerkennungsverfahren unterstreicht die wachsende Bedeutung der beruflichen Anerkennung für die Fachkräftesicherung. Gerade in Bereichen mit besonderem Fachkräftebedarf, etwa im Gesundheitswesen, trägt die Anerkennung dazu bei, dringend benötigte Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.
Um dieses Potenzial noch besser zu nutzen, bleibt es wichtig, die aktuellen Maßnahmen zur Optimierung der Anerkennungsverfahren fortzuführen und die Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Zum Hintergrund: Am 1. April 2012 trat das Anerkennungsgesetz des Bundes in Kraft. Es ermöglicht die Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation unabhängig von Staatsangehörigkeit, Ausbildungsstaat, Aufenthaltsstatus und Wohnort. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat das BIBB-Anerkennungsmonitoring mit der Beobachtung der Umsetzung des Anerkennungsgesetzes des Bundes beauftragt. Das BIBB-Anerkennungsmonitoring wertet in diesem Zusammenhang die Zahlen der amtlichen Anerkennungsstatistik aus. Das BIBB-Anerkennungsmonitoring ist Teil des BIBB-Kompetenzzentrums Berufsanerkennung.
Weitere Informationen
Auswertung der amtlichen Statistik zum Anerkennungsgesetz des Bundes für 2025
Die Ergebnisse der Bundesstatistik für 2025 in Kürze
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts
Auswertungen des Statistischen Bundesamts zu Bundes- und Landesberufen (Statistischer Bericht)
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