Europäischer Berufsausweis

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Für Apothekerinnen und Apotheker, Krankenschwestern und Krankenpfleger, Physiotherapeutinnen und -therapeuten, Bergführerinnen und Bergführer und Immobilienmaklerinnen und -makler aus Mitgliedstaaten der EU und des EWR, die in einem anderen Mitgliedstaat arbeiten wollen, gibt es seit 2016 einen Europäischen Berufsausweis (EBA). Der Berufsausweis ist ein elektronisches Zertifikat, das Anerkennungsverfahren vereinfacht.

Einen Europäischen Berufsausweis können Sie über die Seite Your Europe der Europäischen Kommission beantragen. Den genauen Link finden sie in unserem Quick-Guide unten. Dabei müssen Sie alle relevanten Unterlagen über Ihre Berufsqualifikation über ein Online-Tool hochladen. Die Dokumente werden von der zuständigen Stelle Ihres Herkunftsstaats auf Echtheit und Gültigkeit überprüft und in eine elektronische europäische Datenbank (Binnenmarkt-Informationssystem, IMI) eingestellt. Dann wird der Antrag elektronisch an den Aufnahmestaat weitergeleitet.

Wenn Sie im Aufnahmestaat den Beruf ausüben wollen, brauchen Sie eine Erlaubnis. Die Ausstellung des Berufsausweis berechtigt nicht automatisch zur Berufsausübung. Der EBA ist ein elektronischer Nachweis, dass alle Verwaltungskontrollen Ihrer beruflichen Qualifikationen durchgeführt und Ihre Berufsqualifikationen von dem Land anerkannt wurden, in dem Sie arbeiten möchten (Aufnahmeland), oder dass Sie die Voraussetzungen für die vorübergehende Erbringung von Dienstleistungen in diesem Land erfüllen.

Die zuständige Stelle im Aufnahmeland kann im IMI auf die eingestellten Dokumente zugreifen und überprüft dann nicht mehr die Echtheit der Dokumente, sondern nur noch die Gleichwertigkeit der Qualifikationen (bei den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Apotheker/in erfolgt die Anerkennung automatisch). Wenn die Qualifikationen gleichwertig sind, kann der Berufsausweis ausgestellt werden. Liegen auch die sonstigen Voraussetzungen vor (Sprachkenntnisse etc.), kann auch die Berufsausübung durch die zuständige Stelle im Aufnahmeland erlaubt werden.

Wenn Sie keinen Berufsausweis beantragen wollen, entscheidet die zuständige Stelle in Deutschland im Rahmen des Verfahrens zur Genehmigung der Berufsausübung auch über die Anerkennung Ihres im Ausland erworbenen Abschlusses. Sie können die zuständige Stelle mit dem Anerkennungs-Finder identifizieren.

Quick-Guide Berufsausweis:
1. Zunächst müssen Sie sich beim Authentifizierungsdienst der Europäischen Kommission (ECAS) registrieren. Danach können Sie den Berufsausweis (EBA) beantragen und ein EBA-Profil erstellen. Nach der Profilerstellung ist eine Antragstellung mit den notwendigen Unterlagen möglich.
Einen Überblick zu den benötigten Unterlagen können Sie auch auf der YourEurope-Seite erhalten.
2. Die zuständige Stelle in Ihrem Heimatland prüft, ob Ihre Unterlagen vollständig, echt und gültig sind.
3. Die zuständige Stelle im Aufnahmeland bewertet Ihre Unterlagen. Wenn die Bewertung positiv ist, stellt die zuständige Stelle den Berufsausweis aus.

Eklär-Video zur Beantragung des Europäischen Berufsausweises

In einem Youtube-Video der Europäischen Kommission werden der Nutzen des Europäischen Berufsausweises und die Schritte zur Beantragung anschaulich erklärt.