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09.07.2020

NetQA setzt auf Online-Formate

Das Netzwerk Qualifikationsanalyse (NetQA) hat seine digitalen Informationsangebote ausgebaut. Weitere Online-Veranstaltungen sind in Planung.

Das Projekt NetQA, das die Vernetzung der zuständigen Stellen zu Fragen der Planung und Durchführung von Qualifikationsanalysen (QA) vorantreibt, hat seine digitalen Informationsangebote und Austauschformate ausgebaut. Welche Erfahrungen wurden gemacht? Und was ist geplant? Ein Überblick.

Infoveranstaltungen und Austauschformate

Die NetQA-Projektpartner im Bereich der Handwerkskammern (HWK) und der Industrie- und Handelskammern (IHK) nutzen in ihren Transferregionen seit Frühjahr 2020 verstärkt Online-Formate für Veranstaltungen und Meetings. Die Erfahrungen sind durchweg positiv.

Beim Online-Austauschtreffen der HWK und IHK in Rheinland-Pfalz und dem Saarland am 25. Juni standen die Neuregelung des Sonderfonds Qualifikationsanalysen, die Beratungspraxis und Durchführung von QAs in Corona-Zeiten, der Austausch über nachgefragte Berufe für die QA sowie Anfragen zum neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz im Mittelpunkt. Das Online-Austauschtreffen hat gezeigt, dass ein regionaler fachlicher Austausch über ein Online-Konferenztool bei nicht zu hoher Teilnehmerzahl sehr gut auch in anderen Transferregionen umsetzbar wäre.

Besonders herauszuheben ist der „kollegiale Austausch“ für IHK-Beraterinnen und -Berater aus ganz Deutschland, der im Anschluss an den DIHK-Beratertag am 17. Juni stattfand. Organisiert wurde er von den NetQA-Projektpartnern IHK für München und Oberbayern, der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve, der IHK FOSA sowie von saarland.innovation&standort e. V. (saaris). Auf der Agenda: Grundlegende Information über die Qualifikationsanalyse, die Förderung des Netzwerks und die Vorstellung des NetQA-Teams mit seinen in ganz Deutschland verteilten Projektkammern inklusive der Zuständigkeiten für die Transferregionen sowie der IHK FOSA und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das für die Projektkoordination zuständig ist. Alle zuständigen Beraterinnen und Berater haben bundesweit einen direkten Ansprechpartner in einer NetQA-Projektkammer in der jeweiligen Transferregion. Die eineinhalbstündige Veranstaltung legte den Schwerpunkt auf eine gute und leicht verständliche Vermittlung von Informationen sowie die Möglichkeit für die Teilnehmenden, eigene Fragen einzubringen. Die technische Umsetzung durch die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) funktionierte reibungslos. Weitere Einladungen zu solchen oder ähnlichen Austauschformaten folgen in Kürze.

Das Online-Seminar am 8. Juli zum Thema Anerkennungsberatung bei der IHK für München und Oberbayern richtete sich an Unternehmen und Arbeitsmarktakteure aus dem Bereich Migration, Vertreter von Beratungsstellen sowie Jobcentern und Agenturen für Arbeit aus Bayern – insbesondere aus München und Oberbayern. Informiert wurde über das Projekt NetQA und die Möglichkeit der Anerkennung trotz fehlender Nachweise.

Im Herbst 2020 ist ein virtuelles Austauschtreffen für die Transferregionen NRW, Thüringen und Hessen geplant. Neben dem Austausch zur QA soll es auch vertiefende Informationen für diejenigen geben, die bereits am DIHK-Beratertag am 17. Juni teilgenommen haben. Die Planungen für die Veranstaltung beginnen in Kürze.

Online-Formate für die Durchführung von Qualifikationsanalysen und die Beratungspraxis

Nicht nur für Informationsveranstaltungen und Austauschtreffen der Projektpartner, sondern auch für die Vorbereitung von QAs und die Schulung von Beraterinnen und Beratern wurden in den vergangenen Monaten wertvolle Erfahrungen mit Online-Formaten gesammelt. Gerade die Online-Beratung könnte in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Der NetQA-Projektpartner HWK Frankfurt/Oder hat mit der Schulungssoftware ILIAS ein digitales Format zur Durchführung eines Sondierungsgespräches im Rahmen der QA entwickelt. Das Sondierungsgespräch hilft den berufsfachlichen Experten bei der Vorbereitung einer QA dabei, die zu prüfenden Tätigkeitsfelder des jeweiligen Berufs festzustellen und die anzuwendenden Instrumente auszuwählen.

Die ZWH setzt derzeit Schulungen für Anerkennungsberaterinnen und -berater der zuständigen Stellen aus dem IHK- und HWK-Bereich um. Fachlich gestaltet wurden die bisherigen Schulungen durch den Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT), begleitet durch die IHK FOSA für den IHK-Bereich. Die jeweils 90-minütigen Online-Seminare sollen künftig in 3 Modulen angeboten werden. Mit Modul 1 starten die HWK Projektpartner voraussichtlich am 20. Juli. Themenschwerpunkt werden die Basics im Vorfeld einer QA sein – u.a. zur Klärung von Zuständigkeiten, Verfahrensansprüchen, zum Ablauf des Verfahrens und zu den Finanzierungsmöglichkeiten einer QA. Interessierte können sich für weitere Informationen direkt an die NetQA-Partnerprojekte in ihrer Transferregion wenden.

Unter dem Motto „Neustart im alten Beruf“ fand am 4. Juni eine von der Niederrheinischen IHK organisierte Telefon- und Onlinesprechstunde statt. In der Zeit von 10 und 16 Uhr nutzten viele an einer Anerkennung interessierte Fachkräfte die digitale Anerkennungssprechstunde per Videochat oder Telefon. Die Sprechstunde ist ein Gemeinschaftsprojekt von NetQA-Berater Yassine Zerari und der lokalen Anerkennungsberaterin Judith Hemeier. Die Sprechstunde wurde im Vorfeld mit einer Pressemitteilung und auf Facebook angekündigt.

Aus der Krise eine Chance machen!

Die Projektkoordination von NetQA zieht ein positives Fazit aus den zahlreichen Initiativen der Projekt-Partner in Corona-Zeiten: „Wir freuen uns sehr, dass die NetQA-Projektpartner nicht nur mit großer Flexibilität, sondern auch mit einer hohen Innovationskraft der Herausforderung Corona begegnet sind und neue Formate ins Leben gerufen haben. Ein großes Dankeschön an alle, die das möglich gemacht haben. Wir nehmen das als Ansporn, diese Formate dauerhaft zu etablieren und wollen den Schwung für die Weiterentwicklung und Neuentwicklung weiterer Formate mitnehmen“, so Projektkoordinatorin Daniela Wiemers.

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Weitere Informationen:

NetQA

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