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Dmitry Gladchenko, 27

Oh­ne die An­er­ken­nung hät­te ich kei­ne Stel­le in mei­nem er­lern­ten Be­ruf be­kom­men.

Dmitry Gladchenko kam 2011 aus Kasachstan nach Deutschland. Weil ihn sein Gelegenheitsjob frustrierte, beantragte er die Anerkennung. Jetzt arbeitet er in seinem Traumberuf als Elektroanlagenmonteur.

Mein Tipp
Man darf sich nicht ent­mu­ti­gen las­sen. Wer sich gut in­for­miert, kann sich auch durch­set­zen!
Steckbrief
Name
Dmitry Gladchenko
Alter
27
Referenzberuf
Elektroanlagenmonteur
Herkunftsland Abschluss
Kasachstan
tätig als
Elektroanlagenmonteur

Meine Geschichte

„Anerkennung bedeutet für mich, dass sich viele Türen öffnen. Man hat mehr berufliche Möglichkeiten und Mitspracherecht.“

2011 verließ Dmitry Gladchenko seine Heimat Kasachstan in Richtung Deutschland. Er folgte seiner Frau nach Nienburg an der Weser. Damals hatte er sich die Suche nach Arbeit in Deutschland leichter vorgestellt: „Ich habe als Techniker und Elektriker bei der Eisenbahn gearbeitet. Deshalb dachte ich, dass ich hier mit meinem übersetzten Diplom sicher eine Stelle finden würde. Allerdings habe ich nur Absagen bekommen.“

Deshalb übernahm Dmitry Gladchenko zunächst einen Gelegenheitsjob in einer Fabrik für Fertigsalate. Gleichzeitig machte er einen Sprachkurs. Dann erzählten ihm Bekannte von der Möglichkeit, seinen ausländischen Berufsabschluss in Deutschland anerkennen zu lassen. „Meine Kollegen haben mir allerdings nicht viel Mut gemacht. Sie sagten, dass die Anerkennung total schwer zu erreichen sei. Doch meine Frau spricht sehr gut Deutsch. Sie hat mir geholfen, und wir haben uns gemeinsam informiert.“

Dann schickte Dmitry Gladchenko seine Unterlagen an die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. Dort wurde er zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und der deutsche Referenzberuf festgestellt. Für die volle Anerkennung fehlte ihm ein 6-wöchiges Praktikum. „Nach dem Praktikum habe ich dann direkt ohne Anpassungsqualifizierung oder Prüfung die volle Anerkennung als Elektroanlagenmonteur erhalten“, berichtet Familienvater Dmitry Gladchenko.

„Das ganze Verfahren verlief total reibungslos. Wenn ich sprachlich etwas nicht verstanden habe, wurde sogar für mich übersetzt.“ Nach insgesamt 3 Monaten konnte er sich bereits mit seinem Anerkennungsbescheid bewerben. Und sofort bekam Dmitry Gladchenko eine Zusage bei der Deutschen Bahn in Freiburg. Nach seiner Probezeit soll er einen unbefristeten Vertrag erhalten. „Wenn man nicht in seinem Beruf arbeiten kann, ist das irgendwann frustrierend. Die Anerkennung zu beantragen war für mich die einzig richtige Entscheidung. Denn ich wollte unbedingt meinen Traumjob bei der Deutschen Bahn bekommen. Und was soll ich sagen: Ich habe es geschafft!“

Foto: © Portal „Anerkennung in Deutschland“/BIBB

Das Gespräch mit Dmitry Gladchenko wurde im September 2014 geführt. Das Anerkennungsverfahren erfolgte bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. Wer ihn in bewegten Bildern sehen will: Das Auswärtige Amt hat einen Film mit Dmitry Gladchenko auf einer Baustelle gedreht.

Mein Verfahren in Kürze

  1. 2011 kommt Dmitry Gladchenko aus Kasachstan nach Deutschland. Er hat ein Diplom und verfügt über Berufserfahrung als Techniker und Elektriker bei der Eisenbahn.
  2. Zunächst übernimmt er einen Gelegenheitsjob in einer Fabrik und lernt Deutsch. Bekannte berichten ihm von der Möglichkeit der Anerkennung.
  3. Mit Hilfe seiner Frau informiert sich Dmitry Gladchenko über das Anerkennungsverfahren. Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover erfährt er seinen deutschen Referenzberuf.
  4. Für die volle Anerkennung als Elektroanlagenmonteur muss er ein 6-wöchiges Praktikum machen.
  5. Mit seinem Anerkennungsbescheid bewirbt sich Dmitry Gladchenko bei der Deutschen Bahn. Dort arbeitet er jetzt in seinem Traumberuf.