Zentralverband des Deutschen Handwerks

Zentralverband des Deutschen Handwerks

Daike Witt

Daike Witt, Referentin der Abteilung Berufliche Bildung im Zentralverband des Deutschen Handwerks


Die 53 Handwerkskammern in Deutschland sind für die Anerkennung handwerklicher Berufsqualifikation aus dem Ausland zuständig. Daike Witt, Referentin der Abteilung Berufliche Bildung im Zentralverband des Deutschen Handwerks, fasst die Erfahrungen der ersten Umsetzungsmonate zusammen:

"Das Interesse an den neuen Verfahren ist beachtlich: Die Handwerkskammer haben in den ersten acht Monaten seit In-Kraft-Treten des Anerkennungsgesetzes rund 9.603 Anfragende dazu beraten. Die Anzahl der entgegengenommenen Anträge beläuft sich bis Ende Februar 2013 auf 1.703. Der Großteil der Anträge bezieht sich auf Berufsqualifikationen, die in Polen und in der Türkei erworben worden sind. Besonders häufig werden Qualifikationen aus dem Elektrotechniker-, Friseur- und Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk zu Prüfung bei den Kammern vorgelegt. Die Anerkennungsrate ist bislang hoch: 57 Prozent der im ersten Halbjahr beschiedenen Anträge wurde mit einer vollen und 33 Prozent mit einer teilweise Gleichwertigkeitsbescheinigung abgeschlossen.

Das Spektrum der Einzelanträge ist sehr groß: Bei den Kammern sind schon Anträge mit Qualifikationen aus 77 Herkunftsländern eingegangen. Diese Vielfalt bedeutet eine große Herausforderung: Die Handwerkskammern benötigen Informationen über die unterschiedlichen Bildungssysteme und vor allem über die ausländischen Berufsabschlüsse, um über eine Gleichwertigkeit entscheiden zu können. Damit nicht jede einzelne Kammer vor dieser aufwändigen Aufgabe steht, haben die Handwerkskammern untereinander ein Leitkammersystem eingeführt: Einzelne Kammern übernehmen darin auf Antrag die Begutachtung von Qualifikationen aus bestimmten Herkunftsländern. So gelingt es, Aufwand und damit auch Kosten zu minimieren, die Verfahren zu beschleunigen und mehr Einheitlichkeit in der Entscheidungspraxis herzustellen.

Wir stehen natürlich noch am Anfang einer Entwicklung, aber ich bin sicher, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Handwerkskammern viel Engagement an den Tag legen, um in jedem Einzelfall eine sachgerechte, verlässliche und dem Antragsteller dienliche Entscheidung zu treffen. Entscheidend ist, dass die Bescheinigungen - egal ob das Ergebnis eine volle oder eine teilweise Gleichwertigkeit ist - auch von den Arbeitgebern angenommen werden und damit einen echten Nutzen auf dem Arbeitsmarkt entfalten.

 


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Aktualisiert am 31.01.2013