Rechtsanwalt/-anwältin

Für diese Berufsgruppe finden Sie hier spezielle Informationen zum Verfahren und den gesetzlichen Grundlagen. Gilt auch für Europäische Rechtsanwälte.

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Berufliche Anerkennung

BRAUCHE ICH EINE ANERKENNUNG MEINER BERUFLICHEN QUALIFIKATION?

Der ausgewählte Beruf ist in Deutschland reglementiert. Das heißt, die Aufnahme oder Ausübung dieses Berufs ist durch staatliche Vorschriften an den Besitz bestimmter Qualifikationen gebunden.

Wenn Sie Ihren juristischen Abschluss in der EU, dem EWR oder der Schweiz erworben haben, können Sie Folgendes anstreben:

  • den Zugang zum juristischen Vorbereitungsdienst (Referendariat) – am Ende des Vorbereitungsdienstes können Sie nach erfolgreich bestandenem zweitem juristischem Staatsexamen die Zulassung zum Rechtsanwalt/Rechtsanwältin beantragen, oder
  • die Zulassung als Europäischer Rechtsanwalt – wenn Ihnen diese Zulassung erteilt wird, können Sie eine Tätigkeit unter ihrer originären Berufsbezeichnung ausüben und haben zudem die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen als deutscher Rechtsanwalt/Rechtsanwältin zugelassen zu werden.

In beiden Fällen muss die Gleichwertigkeit Ihrer ausländischen Berufsqualifikation mit dem deutschen Abschluss durch die zuständige Stelle festgestellt werden. 

Sie finden die richtige zuständige Stelle für Ihren Beruf mit dem Anerkennungs-Finder.

Informationen zum Verfahren

WER KANN DAS VERFAHREN DURCHLAUFEN?

Zugang zum Verfahren haben nur Personen, die ihren juristischen Abschluss in der EU, dem EWR oder der Schweiz erworben haben.

Voraussetzung für die Tätigkeit als Rechtanwalt/Rechtsanwältin ist, dass Sie die Befähigung zum deutschen Richteramt (§ 5 DRiG) haben. Das heißt, Sie müssen zwei juristische Staatsprüfungen erfolgreich bestanden haben. In Deutschland schließt die Erste juristische Staatsprüfung das Studium der Rechtswissenschaften ab, die Zweite Staatsprüfung schließt den an das Studium anschließenden Vorbereitungsdienst (Referendariat) ab. Außerdem ist eine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft durch die Rechtsanwaltskammer erforderlich.

Voraussetzung für die Berufsausübung als Europäischer Rechtsanwalt ist, dass Sie bei der zuständigen Stelle ihres Herkunftsstaates als Europäischer Rechtsanwalt eingetragen und von der deutschen Rechtsanwaltskammer zugelassen sind. Dann können Sie unter der Berufsbezeichnung ihres Herkunftslandes in Deutschland tätig werden. Nach drei Jahren können Sie dann zur deutschen Rechtsanwaltschaft zugelassen werden, wenn Sie Kenntnisse im deutschen Recht nachweisen bzw. ausreichend bearbeitete Fälle vorlegen können.

WIE LÄUFT DAS VERFAHREN AB?

Wenn Sie in Ihrem Herkunftsland zur selbständigen Ausübung des Berufs berechtigt waren, können Sie einen Antrag auf Zulassung zum Europäischen Rechtsanwalt in Deutschland stellen, wenn Sie

  • einen juristischen Abschluss in der EU, dem EWR oder der Schweiz erworben haben oder
  • bereits Europäischer Rechtsanwalt sind.

Wenn Sie noch keine Zulassung als Rechtsanwalt haben, können Sie einen Antrag auf Zulassung zum juristischen Vorbereitungsdienst (Referendariat) stellen, wenn

  • Sie einen rechtswissenschaftlichen Universitätsabschluss in der EU, dem EWR oder der Schweiz erworben haben, der Ihnen in diesem Staat den Zugang zu einer postuniversitären Ausbildung für den Beruf des Rechtsanwalts/Rechtsanwältin eröffnet.
  • Ihre Kenntnisse im deutschen Recht auf dem Niveau deutscher Hochschulabsolventen sind. Dies wird im Rahmen einer Gleichwertigkeitsprüfung geprüft. Zunächst werden Ihre Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstige Nachweise (z.B. über einschlägige Berufserfahrung) darauf hin geprüft, ob Sie über ausreichende Kenntnisse im deutschen Recht verfügen.
  • Ergibt die Gleichwertigkeitsprüfung keine oder nur eine teilweise Gleichwertigkeit Ihrer Qualifikation mit der deutschen Ausbildung, können Sie einen Antrag auf Eignungsprüfung stellen. In der Eignungsprüfung müssen Sie eine schriftliche Prüfung zu den Bereichen ablegen, in welchen Sie den Kenntnisstand nicht ausreichend belegen konnten.
  • Wenn Sie die Gleichwertigkeitsprüfung bestanden haben, können Sie den Vorbereitungsdienst der Rechtsreferendare in allen Bundesländern aufnehmen.

Ein Antrag kann unabhängig von Ihrer Staatsangehörigkeit und vom Aufenthaltsstatus gestellt werden.

Spätaussiedler
Wenn Sie Spätaussiedler sind, fragen Sie zu eventuellen Besonderheiten des Verfahrens (aufgrund § 10 Bundesvertriebenengesetz und § 112 Deutsches Richtergesetz) Ihre zuständige Stelle.

Gesetzliche Grundlagen


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