ProRecognition Algerien

Anerkennungsberater Sofiane Ramdani
AHK Algerien

Sofiane Ramdani weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, als Ausländer in Deutschland zu arbeiten und zu leben. Seit Herbst 2018 baut er an der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Algerien die Beratungsstelle für die Anerkennung von Berufsqualifikationen in Deutschland auf. Wir sprachen mit ihm über seine ersten Monate im Projekt.

Herr Ramdani, Sie haben in Deutschland studiert und gearbeitet. Wie kommt es, dass Sie nun die Anerkennungsberatung an der AHK Algerien aufbauen?

Ich habe während meines Maschinenbau-Studiums in Deutschland ehrenamtlich als Dolmetscher in der Flüchtlings- und Integrationshilfe gearbeitet. Mir hat das Spaß gemacht. Ich war der Ausländer, der in Deutschland angekommen war. Anderen dabei zu helfen, hier ebenfalls Fuß zu fassen, fand ich sehr sinngebend. Als Ingenieur habe ich außerdem gelernt, Prozesse von verschiedenen Positionen zu betrachten und zu versuchen, diese im Ergebnis dann zusammenzubringen. Das ist in der wissenschaftlichen Arbeit spannend, aber natürlich auch im Umgang mit Menschen. Als ich die Stellenanzeige der AHK las, wusste ich sofort, dass ich das machen wollte. Nun habe ich die perfekte Verbindung zwischen beiden Ländern.

Was sind Ihre ersten Erfahrungen?

Beratung basiert auf Vertrauen. Deshalb ist die AHK in jedem Fall eine gute Adresse. Hier gibt es Expertise und Kompetenz. Hier engagieren sich Kollegen für die deutsche Wirtschaft, die auch in Algerien einen guten Ruf hat. Das ist eine Top-Basis! Ich hatte darüber hinaus in mehrfacher Hinsicht Glück: Die Geschäftsführung unterstützte mich von Beginn an. Ich kam schnell in die Netzwerke, die notwendig sind, um algerische Fachkräfte erfolgreich im Anerkennungsverfahren und auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt zu begleiten. Noch vor Weihnachten haben wir an der AHK einen ersten Round Table veranstaltet, an dem Vertreter der Deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts teilgenommen haben. Zuvor fand in Berlin die jährliche Schulungsveranstaltung der Anerkennungsberater aus allen ProRecognition-Standorten statt. Dort habe ich zum einen die Kollegen des eigenen Netzwerkes kennengelernt, aber auch das deutsche Netzwerk: die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), das Auswärtige Amt (AA), Vertreter der IQ-Landesnetzwerke und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Im Anschluss war ich mehrere Tage bei der Projektleitung in Berlin, um mich in das Thema, den gesetzlichen Rahmen und die definierten Aufgaben einzuarbeiten. Anfang dieses Jahres habe ich meine Kollegin an der AHK Indien besucht und sie bei der Beratung von Interessenten begleitet. Da habe ich noch einmal sehr viel gelernt – die AHK dort berät schließlich schon seit 3 Jahren. Sehr viel Input also in kürzester Zeit, das war die perfekte Starthilfe.

Haben Sie schon beraten und was ist Ihr Ziel für dieses Jahr?

Selbstverständlich haben wir schon beraten: Von bisher 80 Personen haben 5 einen Antrag auf Anerkennung gestellt. Wenn es uns zum Ende des Jahres gelingen würde, von 80 Personen 50 erfolgreich durch das Anerkennungsverfahren zu bringen und davon den überwiegenden Teil auch in den deutschen Arbeitsmarkt, wäre ich zufrieden. Glücklich wäre ich, wenn diese Personen eines Tages sagen, dass sie gern in Deutschland leben. Das für 2020 erwartete Fachkräfteeinwanderungsgesetz flankiert unsere Bemühungen dann hoffentlich mit den richtigen Maßnahmen.

Das im Herbst 2015 mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gestartete Projekt „ProRecognition“ hat eine Verbesserung der Anerkennungsberatung im Ausland zum Ziel. Im Rahmen des Projektes informieren, beraten und begleiten deutsche Auslandshandelskammern und Delegationen der Deutschen Wirtschaft in Ägypten, Algerien, China, Indien, Iran, Italien, Polen und Vietnam Interessenten zu den Möglichkeiten und Voraussetzungen des Anerkennungsverfahrens. Das Projekt wird von der DIHK Service GmbH in enger Abstimmung mit dem DIHK e. V. durchgeführt.

Das Gespräch wurde im März 2019 geführt.

Corona: Weniger Services zur Anerkennung

Wegen der Corona-Epidemie laufen auch die Services zur Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen in Deutschland derzeit nicht überall wie gewohnt.

Bei uns können Sie sich zu jeder Zeit über die Anerkennung informieren. Nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie unsere Informationen in 11 Sprachen! So können Sie gut informiert die nächsten Schritte angehen.

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