Presse

Die marokkanische Delegation mit ihren Gesprächspartnern vor dem IHK-Gebäude in Bochum.

11.05.2017

Unterstützung für Marokko

 

© IHK Mittleres Ruhrgebiet

Die IHK Mittleres Ruhrgebiet möchte ihren Beitrag leisten, die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland zu erleichtern. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten DIHK-Projektes „Pro Recognition“ ist die Auslandshandelskammer (AHK) Marokko mit dem Wunsch nach konkreter Unterstützung auf die IHK Mittleres Ruhrgebiet, die Paten-IHK, zugekommen. Ende April informierte sich eine marokkanische Delegation in Bochum und Witten über das duale Ausbildungssystem in Deutschland und sammelte konkrete Eindrücke zu unterschiedlichen Ausbildungsberufen in zwei großen Lehrwerkstätten.

In Marokko ausgebildete Fachkräfte, die in Deutschland in ihrem erlernten Beruf arbeiten möchten, können sich die Gleichwertigkeit ihrer beruflichen Qualifikation offiziell bestätigen lassen. Für den Industrie- und Handelsbereich ist seit fünf Jahren bundesweit die IHK FOSA (Foreign Skills Approval) in Nürnberg zuständig. „Viele der in Marokko erworbenen Berufsabschlüsse sind mit unseren nicht vergleichbar. Also muss es das Ziel sein, zusätzliche Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Dies könnte aus unserer Sicht mit gezielten Nachqualifizierungen gelingen. Was da sinnvoll und denkbar ist – das haben wir der marokkanischen Delegation gezeigt“, so Thomas Gdanietz, der bei der IHK Mittleres Ruhrgebiet das „Pro Recognition“-Projekt begleitet.

Zwei konkrete Berufe, die in Deutschland stark nachgefragt werden, hatte sich die IHK als Musterbeispiele herausgepickt: den Industrieelektriker – in Marokko heißt der vergleichbare Beruf „Industrieller Wartungsmechaniker“ – und den Mechatroniker, der in Marokko als „Spezialtechniker für den Bereich Mechatronik“ firmiert. In zwei Lehrwerkstätten konnte sich die Delegation ein klares Bild über nötige Nachqualifizierungen vor Ort in Marokko machen. In Marokko gibt es die Ausbildung im Betrieb nicht – die Ausbildung ist staatlich geregelt und findet in zentralen Lehrwerkstätten statt, hat aber deutliche Schwerpunkte im theoretischen Bereich. Bei einem Termin in der Technischen Beruflichen Schule I in Bochum erhielt die Delegation Informationen zu den Rahmenlehrplänen für den Berufsschulunterricht in Deutschland. Ziel sei, gemeinsam mit der marokkanischen Ausbildungsorganisation OFPPT vor Ort Lehrgänge mit hohem Praxisanteil aufzusetzen, so der Anerkennungsberater der AHK Marokko, Rachid Neijjar. Dies solle dazu beitragen, die marokkanische Ausbildung an die deutschen Ausbildungsstandards heranzuführen.

Gdanietz: „Es ist unser klares Ziel, die Anerkennungsquote für marokkanische Bewerber bei der IHK FOSA deutlich zu steigern. Die deutsche Wirtschaft benötigt immer stärker qualifizierte ausländische Fachkräfte – der demografische Wandel ist in vollem Gange. Ist unsere Initiative erfolgreich, haben unsere Unternehmen einen unmittelbaren Nutzen davon. Und Integration ist mit einem Arbeitsplatz sowieso viel leichter.“

Quelle: Pressemitteilung der IHK Mittleres Ruhrgebiet

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