Andelina Budimir - Anerkennung als Physiotherapeutin

Portraitierte Person steht vor einer Rezeption im Krankenhaus und schaut freundlich in die Kamera.
Andelina Budimir

Es hat sich so viel verändert!


Ich habe einen festen Job und bin total zufrieden mit meinem Leben.


2014 verließ die ausgebildete Physiotherapeutin Andelina Budimir ihre Heimat Kroatien, um in Deutschland beruflich durchzustarten. Seit Januar 2016 hat sie die volle Anerkennung und eine Festanstellung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.


Name Andelina Budimir
Alter 26
Referenzberuf Physiotherapeutin
Herkunftsland Abschluss Kroatien
Tätig als Physiotherapeutin

Anerkennung bedeutet für mich …

... dass ich meinen Traumberuf ausüben kann.


Mein Tipp

Geduld haben und Feedback annehmen, denn dadurch lernt man ganz viel!


Andelina Budimir hat ihr Ziel erreicht. Sie arbeitet am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf als Physiotherapeutin und geht in ihrer Arbeit voll auf: „Ich liebe meinen Beruf und bin froh, dass ich jetzt endlich als Physiotherapeutin in Deutschland arbeiten darf. Ich habe meinen Traumjob gefunden.“ Der Weg dorthin war jedoch nicht so leicht wie gedacht. In Kroatien hatte Andelina Budimir eine vierjährige Ausbildung zur Physiotherapeutin und ein Anerkennungsjahr im Krankenhaus abgeschlossen. Beruflich fehlte ihr in der Heimat jedoch die Perspektive. Bei einem Besuch in Hamburg vereinbarte sie 2013 bei der Zentralen Anlaufstelle Anerkennung (ZAA) im Diakonischen Werk Hamburg einen Termin. Dort informierte sie sich, welche Schritte für eine Anerkennung ihres ausländischen Berufsabschlusses in Deutschland notwendig sind. Ein Jahr später zog sie nach Hamburg in die Nähe ihrer Tante. „Ich konnte kein Wort Deutsch und dachte, ich würde das nie lernen. Doch dann habe ich erst den B1-Kurs besucht. Nachdem das geklappt hatte, war ich bereit für den nächsten Schritt.“

Dieser führte die 26-Jährige erneut zur ZAA. Hier half man ihr, die Kosten für einen speziellen B2-Kurs beim Stipendienprogramm der Stadt Hamburg zu beantragen. Um ihren gelernten Beruf ausüben zu können, benötigte sie eine Berufserlaubnis. Daher stellte sie im Juli 2014 einen Antrag auf Anerkennung bei der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV). Die Prüfung der Unterlagen stellte wesentliche Unterschiede zwischen der kroatischen und der deutschen Ausbildung fest. Um diese Defizite genauer zu ermitteln, nahm Andelina Budimir an einer Kompetenzfeststellung teil. Die Ergebnisse wurden ihr per Bescheid im April 2015 übermittelt. Ebenso die Empfehlung für eine sechsmonatige Anpassungsqualifizierung für Gesundheitsberufe (APQ) beim IQ Projekt der UKE-Akademie für Bildung und Karriere am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die ehrgeizige junge Frau meisterte den Anpassungslehrgang, der schwerpunktmäßig im Rahmen verschiedener Einsätze in den klinischen Bereichen des UKE durchgeführt wurde, aber auch klinisch-praktische Unterrichte und Workshops beinhaltete, mit Bravour. Begleitet wurde sie dabei von Fachdozenten, Mentoren, Sprachlehrern und Kollegen. „In dieser Zeit habe ich die deutschen Fachbegriffe gelernt. Und auch, wie man mit Ärzten und Patienten kommuniziert und umgeht. Das hat mir sehr geholfen.“

Für Andelina Budimir eine lehrreiche Zeit, aber auch eine nervliche Zerreißprobe. „Ich durfte ohne Anerkennung nicht in meinem Beruf arbeiten. Ich habe mir immer Gedanken gemacht, wie es weitergeht, wenn es mit der Anerkennung nicht klappt.“ Die Sorgen blieben unbegründet. Im Januar 2016 erhielt sie die volle Anerkennung und einen Monat später eine Anstellung in einer Physiotherapie-Praxis. Seit August arbeitet sie am Universitätsklinikum. Zufrieden erzählt sie: „Ich war zwar überrascht, wie lange alles gedauert hat, aber der Aufwand hat sich gelohnt.“

Foto: © Portal „Anerkennung in Deutschland“/BIBB: Robert Funke

Das Gespräch mit Andelina Budimir fand im Januar 2018 statt. Beim Anerkennungsverfahren berieten und unterstützten sie die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz sowie zwei Teilprojekte im IQ Netzwerk Hamburg – NOBI: die Zentrale Anlaufstelle Anerkennung (ZAA) des Diakonie-Hilfswerkes Hamburg sowie die UKE-Akademie für Bildung und Karriere am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf während der Anpassungsqualifizierung.