Eine Frau begrüßt einen Mann mit Handschlag.
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20.06.2018

Weltflüchtlingstag: Flüchtlinge sollten berufliche Anerkennung nutzen

Jeder kann in Deutschland einen Antrag auf Anerkennung der eigenen Berufsqualifikation stellen, also auch Flüchtlinge. Damit haben sie in der Regel bessere Chancen auf einen ihrer Ausbildung entsprechenden Job. Das Portal „Anerkennung in Deutschland“ informiert Anerkennungsinteressierte über das Verfahren und verweist auf Beratungsangebote.

Mit einer Anerkennung der eigenen Berufsqualifikation durch eine zuständige Stelle in Deutschland steigen für Flüchtlinge die Chancen auf einen guten Job.
So wie bei dem Physiotherapeuten Faisal Hamdo, der nach seiner Flucht aus Syrien dank Anerkennung seines Berufsabschlusses eine feste Anstellung in seinem Beruf in Hamburg gefunden hat. Oder bei dem Koch Jigar Hasso, der keine Dokumente aus Syrien mitnehmen konnte und über eine Qualifikationsanalyse die Anerkennung erhalten hat. Wie die beiden Syrer konnten zahlreiche Flüchtlinge durch die Anerkennung ihres Berufsabschlusses bereits erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden.

In den Jahren 2015 und 2016, in denen die Flüchtlingsmigration ihren Höhepunkt hatte, wurden insgesamt 3.558 Anträge auf Anerkennung gestellt. Die meisten Anträge von Menschen aus den Hauptfluchtländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) wurden 2015 und 2016 mit 70 Prozent im Gesundheitsbereich gestellt. In diesen Berufen ist die Anerkennung zumeist zwingende Voraussetzung für eine Berufstätigkeit in Deutschland. Aber auch in Berufen, in denen sie nicht zwingend ist, zum Beispiel im Bereich der Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe, ist eine Anerkennung sinnvoll, denn sie erhöht die Chancen am Arbeitsmarkt.

Selbst wer aufgrund von Flucht und Vertreibung wichtige Dokumente über die Ausbildung nicht nach Deutschland mitbringen konnte, kann über ein sonstiges geeignetes Verfahren, etwa eine Qualifikationsanalyse oder eine Kenntnisprüfung, doch noch eine Anerkennung der eigenen Berufsqualifikation erhalten. Und auch wenn man keine Ausbildung abgeschlossen hat, kann man sich die eigenen beruflichen Kompetenzen über das Projekt ValiKom zertifizieren lassen.

Weitere Informationen

Berufsanerkennung für Flüchtlinge
Qualifikationsanalyse
Erfahrungsbericht von Faisal Hamdo
Erfahrungsbericht von Jigar Hasso
ValiKom