Lehrer teilt Zeugnisse in der Klasse aus
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Lehrerinnen und Lehrer

Berufsbild und Tätigkeiten

Es gibt viele unterschiedliche Lehrerinnen und Lehrer (z.B. Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, Sprachlehrerinnen und Sprachlehrer, Tanzlehrerinnen und Tanzlehrer). Gemeint sind hier Lehrerinnen und Lehrer an staatlichen Schulen.

Die Aufgabe von Lehrerinnen und Lehrern ist die Vorbereitung und Durchführung von Unterricht an unterschiedlichen Schulformen:

  • an Grundschulen bzw. für die Primarstufe
  • an Sekundarschulen bzw. für die Sekundarstufe (I und II)
  • an Gymnasien
  • an Berufsbildenden Schulen
  • für Sonderpädagogik an Förderschulen

Die Schulformen können je nach Bundesland unterschiedlich heißen oder aufgeteilt sein.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut? Welche Abschlüsse gibt es?

In Deutschland müssen Sie zuerst einen Hochschulabschluss an einer Universität oder Pädagogischen Hochschule machen, um als Lehrerin oder Lehrer zu arbeiten. Das Studium heißt in Deutschland allgemein „Lehramtsstudium“ und wird mit dem Hochschulabschluss „Master of Education“ oder mit der sogenannten 1. Staatsprüfung bzw. dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. In der Regel werden 2 Fächer studiert. Um als Lehrerin oder Lehrer arbeiten zu dürfen, müssen Sie im Anschluss an das Hochschulstudium noch einen Vorbereitungsdienst durchlaufen. Der Vorbereitungsdienst heißt „Referendariat“. Das Referendariat ist eine praktische Ausbildung an einer Schule kombiniert mit dem Besuch eines Seminars. Je nach Bundesland dauert das Referendariat 18 bis 24 Monate. Der Abschluss ist das 2. Staatsexamen. Danach besitzen Sie die sogenannte Lehramtsbefähigung und können als Lehrerin oder Lehrer an einer staatlichen Schule arbeiten, entweder angestellt oder als Beamtin oder Beamter.

Nur ein Fach studiert oder wesentliche Unterschiede? Was nun?

Wenn Sie in Ihrem Ausbildungsland kein 2. Fach studiert haben, müssen Sie in Deutschland in der Regel ein 2. Fach studieren. Von dieser Regelung sind Mangelfächer nicht betroffen. Ein Mangelfach ist ein Fach, für das es zu wenige Lehrerinnen und Lehrer gibt. In bestimmten Fächern ist es eventuell auch möglich, mit nur einem studierten Fach als Lehrerin oder Lehrer zu arbeiten. Wenn wesentliche Unterschiede im Anerkennungsverfahren festgestellt werden, können Sie Ausgleichsmaßnahmen absolvieren oder Sie holen einen Teil des Studiums nach. Es kann auch sein, dass Sie das Referendariat nachholen müssen. Dies ist häufig bei Berufsqualifikationen aus Drittstaaten der Fall.

Arbeiten ohne Anerkennung

Ohne 2. Staatsexamen können Sie nicht als Beamtin oder Beamter arbeiten. Es gibt aber die Möglichkeit, als angestellte Lehrerin oder als angestellter Lehrer an privaten oder öffentlichen Schulen zu arbeiten. Eine Anerkennung ist dann nicht immer zwingend erforderlich. In einigen Bundesländern gibt es besondere Regelungen für den sogenannten Quereinstieg oder Seiteneinstieg als Lehrerin oder Lehrer. Dann können Sie ohne Referendariat oder auch Lehramtsstudium als Lehrerin oder Lehrer arbeiten. Sie nehmen in der Regel parallel an Kursen teil. Der Quereinstieg oder Seiteneinstieg ist meistens nur dann möglich, wenn es für das Unterrichtsfach zu wenige Lehrerinnen und Lehrer gibt (Mangelfach). Die weiteren Voraussetzungen sind in den einzelnen Bundesländern individuell geregelt. Mehr Informationen erhalten Sie direkt bei der Schule, an der Sie arbeiten möchten, bei Ihrer Schulbehörde oder auf den Internetseiten der Kultusministerien.