Kibrom Gebreyesus - Anerkennung als Industriemechaniker

Kibrom Gebreyesus - Anerkennung als Industriemechaniker

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Kibrom Gebreyesus

Es war ein langer Weg.


Jetzt zeige ich, was ich kann!


Fehlende Zeugnisse und Unterlagen waren kein Hinderungsgrund für die Anerkennung seines Berufsabschlusses: Kibrom Gebreyesus konnte mit einer Qualifikationsanalyse zeigen, dass die Ausbildung aus seiner Heimat Eritrea mit dem deutschen Beruf des Industriemechanikers gleichwertig ist.


Name Kibrom Gebreyesus
Alter 30
Referenzberuf Industriemechaniker
Herkunftsland Abschluss Eritrea
Tätig als Industriemechaniker

Anerkennung bedeutet für mich …

... dass ich in Deutschland in dem Beruf arbeiten kann, der mir extrem viel Spaß macht.


Mein Tipp

Die Herausforderung annehmen und Geduld haben!


Für ein besseres und sichereres Leben nahm Kibrom Gebreyesus die Flucht aus seiner Heimat Eritrea über das Mittelmeer nach Deutschland auf sich. Hier wollte er mit seiner Ausbildung im Bereich Maschinentechnik beruflich durchstarten: „Ich dachte, dass ich in Deutschland direkt arbeiten kann. Schließlich habe ich neben meiner Ausbildung bereits mehrere Jahre Berufserfahrung.“ Die Anerkennung seines Berufsabschlusses nahm der 30-Jährige ein Jahr nach seiner Ankunft in Angriff.

Zunächst lernte Kibrom Gebreyesus im Rahmen eines Integrationskurses die deutsche Sprache und erreichte innerhalb von 10 Monaten das B2-Niveau. Im Januar 2015 wandte er sich an die Anerkennungsberatung der Handelskammer Hamburg. Durch die Flucht besaß er keine Zeugnisse und Unterlagen über seinen beruflichen Werdegang. Er war verzweifelt: „Ich habe versucht, meine Zeugnisse zu beschaffen. Aber in meiner Heimat herrscht Krieg. Ich dachte schon, das klappt nicht mit der Anerkennung.“ Doch für Flüchtlinge, die Dokumente aus glaubhaften Gründen nicht vorlegen können, gibt es im Anerkennungsgesetz mit der Qualifikationsanalyse eine Möglichkeit, berufliche Qualifikationen nachzuweisen.

Mit Hilfe eines ausführlichen Gesprächs verschaffte sich die Handelskammer Hamburg einen Überblick über sein berufliches Wissen. Auch nachdem Kibrom Gebreyesus den Anerkennungsantrag bei der IHK FOSA als der zuständigen Stelle gestellt hatte, versuchte er weiter Zeugnisse zu beschaffen. Da seine Bemühungen ohne Erfolg blieben, bot ihm die IHK FOSA eine Qualifikationsanalyse an. Bei dieser stellte der 30-Jährige im November 2016 seine Fähigkeiten vor einer Expertin der Hamburger Wasserwerke GmbH unter Beweis. „Das war eine Arbeitsprobe, um zu zeigen, was man gelernt hat. Ich musste zum Beispiel eine Schlauchpumpe von Hand- auf Maschinenbetrieb umbauen und eine Funktionskontrolle durchführen.“ Das Ergebnis der Qualifikationsanalyse floss in das Gesamtergebnis mit ein. Das Anerkennungsverfahren endete mit einem Bescheid über eine teilweise Gleichwertigkeit zum deutschen Referenzberuf Industriemechaniker.

Die festgestellten wesentlichen Unterschiede glich der 30-Jährige im Rahmen eines dreiwöchigen Kurses in E-Pneumatik und Steuerungstechnik sowie einer fünfmonatigen Anpassungsqualifizierung bei der Abfallverwertungs-Gesellschaft Hamburg (AVG) aus. Zu seinen täglichen Aufgaben zählten unter anderem das Montieren/Demontieren von Maschinenbauteilen sowie die Wartung, Inspektion und Instandsetzung von Produktionsmaschinen. Mit diesen Nachweisen konnte Kibrom Gebreyesus einen Folgeantrag bei der IHK FOSA stellen und die volle Anerkennung bekommen. Nicht nur das: Die AVG stellte ihn daraufhin als Industriemechaniker ein. Seitdem ist er dort für die Instandhaltung von Maschinen zuständig. Kibrom Gebreyesus ist stolz, dass er durchgehalten hat: „Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber mein Leben hat sich so verändert. Ich arbeite endlich in meinem Beruf und es macht mir extrem viel Spaß. Die Anerkennung ist einfach ein Teil meines Lebens.“

Foto: © Portal „Anerkennung in Deutschland“/BIBB: Robert Funke

Das Gespräch mit Kibrom Gebreyesus fand im Januar 2018 statt. Beim Anerkennungsverfahren berieten und unterstützten ihn die Anerkennungsberatung der Handelskammer Hamburg sowie die IHK FOSA.