Handwerksmeister/in

Für diese Berufsgruppe finden Sie hier spezielle Informationen zum Verfahren und den gesetzlichen Grundlagen.

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Berufliche Anerkennung

BRAUCHE ICH EINE ANERKENNUNG MEINER BERUFLICHEN QUALIFIKATION?

Möchten Sie sich in einem Meisterberuf des zulassungspflichten Handwerks selbständig machen, ist die Eintragung in die Handwerksrolle zwingend erforderlich. Diese Berufe sind in Deutschland reglementiert. Eine Liste aller in Deutschland zulassungspflichtigen Handwerksberufe finden Sie hier (PDF, barrierefrei, 130 KB).

Wenn Sie Ihren Abschluss im Ausland erworben haben, können Sie die Gleichwertigkeit Ihres Abschlusses mit dem deutschen Abschluss überprüfen lassen. Die Gleichwertigkeitsfeststellung berechtigt zur Eintragung in die Handwerksrolle. Ein Meistertitel wird jedoch nicht erteilt. 

Sie finden die richtige zuständige Stelle für Ihren Beruf mit dem Anerkennungs-Finder.

Informationen zum Verfahren

WER KANN DAS VERFAHREN DURCHLAUFEN?

Sie können einen Antrag auf ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation stellen, wenn Sie

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können, die nicht in Deutschland erworben wurde, und
  • in Deutschland arbeiten wollen.

Ein Antrag kann unabhängig von Ihrer Staatsangehörigkeit und vom Aufenthaltsstatus gestellt werden.

Für Interessierte im Ausland:
Bevor Sie ein Anerkennungsverfahren beginnen, klären Sie bitte, ob Sie nach Deutschland zuwandern können, um hier zu arbeiten. Mit dem Migration-Check können Sie dies prüfen. Weitere Informationen zur Arbeitsaufnahme finden Sie hier.

WIE LÄUFT DAS VERFAHREN AB?

  • Ihr ausländischer Berufsabschluss wird mit einem deutschen Meisterabschluss verglichen.
  • Die zuständige Stelle prüft, ob wesentliche Unterschiede zwischen Ihrem ausländischen Berufsabschluss und dem deutschen Meisterabschluss bestehen.
  • Neben dem Berufsabschluss wird auch Ihre im In- oder Ausland erworbene Berufspraxis berücksichtigt.

WELCHE ERGEBNISSE SIND MÖGLICH?

  • Fällt die Prüfung positiv aus, erhalten Sie eine Gleichwertigkeitsbescheinigung, die Sie zur Eintragung in die Handwerksrolle als Meister berechtigt. Sie erhalten die gleichen Rechte wie ein Inhaber des entsprechenden deutschen Referenzabschlusses. Ein Meistertitel (Meisterbrief) wird jedoch nicht verliehen.
  • Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer und der deutschen Referenzqualifikation, haben Sie die Möglichkeit, an einer von der Handwerkskammer im Bescheid vorgegebenen Anpassungsmaßnahme (Eignungsprüfung oder Anpassungslehrgang) teilzunehmen, um die Gleichwertigkeit zu erreichen.

WELCHE UNTERLAGEN SIND FÜR DIE ANTRAGSTELLUNG NÖTIG?

  • Tabellarische Übersicht in deutscher Sprache über Ihre Ausbildungsgänge und gegebenenfalls über die bisherige Erwerbstätigkeit
  • Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass)
  • Nachweis Ihres Berufsabschlusses
  • Nachweise Ihrer einschlägigen Berufserfahrungen
  • sonstige Befähigungsnachweise (z.B. zu beruflichen Weiterbildungen)
  • eine Erklärung, dass Sie bisher noch keinen Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung gestellt haben
  • Nachweis, dass Sie in Deutschland arbeiten wollen (entfällt für Staatsangehörige der EU/EWR/Schweiz und für Personen mit Wohnort in der EU/EWR/Schweiz)

Die zuständige Stelle kann beglaubigte Kopien oder Originale der Unterlagen verlangen. Gegebenenfalls können auch einfache Kopien Ihrer Unterlagen ausreichen. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.

Sie sollen Übersetzungen Ihrer Unterlagen ins Deutsche vorlegen. Übersetzungen sind von Dolmetschern oder Übersetzern anzufertigen, die im In- oder Ausland öffentlich bestellt oder beeidigt sind. Die zuständige Stelle kann aber auch auf Übersetzungen verzichten. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.

WAS KOSTET DAS VERFAHREN?

  • Das Verfahren ist gebührenpflichtig. Über die Kosten informiert die zuständige Handwerkskammer.
  • Für die Ausbildung zum Meister, die in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert werden kann, gibt es die Möglichkeit einer Unterstützung durch das so genannte „Meister-BAföG“.

Spätaussiedler
Wenn Sie Spätaussiedler sind, fragen Sie zu eventuellen Besonderheiten des Verfahrens (aufgrund § 10 Bundesvertriebenengesetz) Ihre zuständige Stelle.

Gesetzliche Grundlagen

Hinweis: Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz haben die Wahl, ob sie ein Gleichwertigkeitsverfahren nach den bisherigen Regelungen des § 9 HwO in Verbindung mit der EU/EWR-Handwerk-Verordnung oder nach dem neuen Verfahren nach § 50b Handwerksordnung in Verbindung mit dem BQFG anstreben. Weitere Informationen gibt Ihnen Ihre zuständige Handwerkskammer.

Anlage A zur Handwerksordnung

Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können
(Fundstelle: BGBl. I 2003, 2945)

  1. Maurer und Betonbauer
  2. Ofen- und Luftheizungsbauer
  3. Zimmerer
  4. Dachdecker
  5. Straßenbauer
  6. Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer
  7. Brunnenbauer
  8. Steinmetzen und Steinbildhauer
  9. Stukkateure
  10. Maler und Lackierer
  11. Gerüstbauer
  12. Schornsteinfeger
  13. Metallbauer
  14. Chirurgiemechaniker
  15. Karosserie- und Fahrzeugbauer
  16. Feinwerkmechaniker
  17. Zweiradmechaniker
  18. Kälteanlagenbauer
  19. Informationstechniker
  20. Kraftfahrzeugtechniker
  21. Landmaschinenmechaniker
  22. Büchsenmacher
  23. Klempner
  24. Installateur und Heizungsbauer
  25. Elektrotechniker
  26. Elektromaschinenbauer
  27. Tischler
  28. Boots- und Schiffbauer
  29. Seiler
  30. Bäcker
  31. Konditoren
  32. Fleischer
  33. Augenoptiker
  34. Hörgeräteakustiker
  35. Orthopädietechniker
  36. Orthopädieschuhmacher
  37. Zahntechniker
  38. Friseure
  39. Glaser
  40. Glasbläser und Glasapparatebauer
  41. Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik


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