Handwerkskammer Hamburg/Projekt NOBI

Claudia Meimbresse

Claudia Meimbresse, Handwerkskammer Hamburg, Projekt NOBI


Mit den Worten: „Da gibt es jetzt doch dieses Anerkennungsgesetz“, schickte die deutsche Tante ihren spanischen Neffen vor gut einem Jahr zu uns in die Handwerkskammer Hamburg. Die dreijährige Ausbildung im spanischen Infiesto sollte nicht umsonst absolviert worden sein. Vielleicht ist der Abschluss mit einer deutschen Ausbildung zum Gesellen vergleichbar.

So wie dieser spanische Elektroniker haben sich in den ersten zwölf Monaten seit Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes bereits über 300 Menschen bei der Anerkennungsstelle der Handwerkskammer Hamburg beraten lassen. Von ihnen stellten 60 Menschen einen Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit ihres ausländischen Abschlusses.

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt aber zunächst in der Beratung. Denn häufig geht es nicht nur um „Anerkennung“, sondern es müssen Alternativen wie Externenprüfung, Selbstständigkeit oder eine passende Nachqualifizierung abgewogen werden. Entscheidet sich der Interessent für einen Antrag für das Anerkennungsverfahren, beginnt für uns die schwierige Arbeit. Sind die Zeugnisse aussagekräftig, in welchem Verhältnis liegen theoretische und praktische Ausbildungsinhalte, welche Arbeitserfahrung bringt der Antragsteller mit?

Diese Fragen lassen sich nicht leicht beantworten. Ausbildungsordnungen oder Rahmenpläne sind schwer zu beschaffen, müssen übersetzt werden oder können schon einen Umfang von bis zu 100 Seiten haben. Sehr hilfreich ist da die Website BQ-Portal, welche speziell für die Entscheidungsträger in den zuständigen Stellen und Unternehmen umfangreiche Informationen zu ausländischen Berufsbildungssystemen und Berufsabschlüssen anbietet.

Für den jungen Spanier hat sich der Weg in die Handwerkskammer gelohnt: Er hat die volle Anerkennung bekommen und ein Handwerksbetrieb hat ihn bereits eingestellt – als Gesellen.


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