Handwerk und Technik

Handwerk und Technik

Ein Techniker in bedient eine Maschine über ein Touch-Display.
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Deutsche Unternehmen suchen im Bereich Handwerk und Technik stets nach gut ausgebildeten Fachkräften. Mit der Anerkennung Ihres ausländischen Abschlusses verbessern Sie Ihre Chancen auf einen Job in diesem Bereich. Teilweise ist die Anerkennung sogar zwingend.

Zum Handwerk allein gehören circa 150 duale Ausbildungsberufe. Die Berufsausbildungen verbinden die Ausbildung in der Berufsschule mit praktischer Arbeit im Betrieb. Es gibt auch Berufsausbildungen an Berufsfachschulen, die vor allem theoretisch sind und weniger Praxisanteile haben.

Technische Schwerpunkte gibt es auch im akademischen Bereich, zum Beispiel im Studium des Ingenieurwesens oder der Architektur.

Wenn Sie Ihre Berufsqualifikation in Handwerk und Technik außerhalb von Deutschland erworben haben, können Sie oft auch ohne Anerkennung arbeiten. Die Anerkennung ist dann freiwillig. Sie hilft Ihnen aber trotzdem bei der Suche nach einem Job, der adäquat zu Ihrer Berufsqualifikation passt.

Die Anerkennung ist zwingend, wenn Sie in reglementierten Berufen selbstständig arbeiten wollen.

Welche Berufsqualifikationen gibt es im Bereich Handwerk und Technik?

Berufsausbildung

Im Bereich Handwerk und Technik macht man in Deutschland häufig eine duale Berufsausbildung. Die Berufe im Handwerk sind sehr unterschiedlich, zum Beispiel Friseurin oder Friseur, Mechatronikerin oder Mechatroniker, Tischlerin oder Tischler. Diese Berufe regelt die Handwerksordnung. Die Berufsausbildungen enden nach 2 bis 3,5 Jahren mit der Gesellenprüfung. Die dualen Berufsausbildungen in Handwerk und Technik sind in ganz Deutschland einheitlich geregelt.

In den einzelnen Bundesländern existieren auch Berufsausbildungen an Berufsfachschulen. Dort kann man zum Beispiel eine Berufsausbildung als staatlich geprüfte elektrotechnische Assistentin oder Assistent machen. Die Regelungen sind in den Bundesländern unterschiedlich.

Aufstiegsfortbildung und Weiterbildung

Nach der Gesellenprüfung im Handwerk kann man beruflich weiter aufsteigen, indem man nach einer Fortbildung die Meisterprüfung ablegt und so einen Meisterbrief erhält. Wenn man zum Beispiel die Berufsausbildung als Zweiradmechatronikerin oder Zweiradmechatroniker abgeschlossen hat, kann man eine Fortbildung zur Zweiradmechanikermeisterin oder zum Zweiradmechanikermeister machen. Mit dem Meisterbrief darf man dann auch im zulassungspflichtigen Handwerk selbstständig arbeiten. Die Aufstiegsfortbildungen sind in ganz Deutschland einheitlich geregelt.

Im Anschluss an eine technische Berufsausbildung ist es an Fachschulen auch möglich eine Weiterbildung zu machen, zum Beispiel als staatlich geprüfte Technikerin oder Techniker. Die Regelungen sind in den Bundesländern unterschiedlich.

Akademische Berufsqualifikation: Studium / Duales Studium

Vor allem die Technischen Universitäten und Hochschulen bieten Studiengänge im Bereich Technik an. Einige Studienfächer können zu reglementierten Berufen wie Ingenieurin oder Ingenieur oder Architektin beziehungsweise Architekt führen.

Das duale Studium verbindet ein Hochschulstudium mit einer Berufsausbildung. Man kann dort einen Berufsabschluss und einen Hochschulabschluss machen.

Wann brauche ich eine Anerkennung?

Selbstständige Arbeit im Handwerk

Es gibt Unterscheide zwischen „zulassungspflichtigen Handwerken“ und „zulassungsfreien Handwerken und handwerksähnlichen Gewerben“:

Ausnahmebewilligung

Ausnahmebewilligung

Mit einer Ausnahmebewilligung können Sie auch ohne Anerkennung in einem zulassungspflichtigen Handwerk selbstständig arbeiten. Im Gegensatz zum selbstständigen Arbeiten mit voll anerkannter Meisterqualifikation dürfen Sie meistens aber nur spezifische Tätigkeiten des Handwerks ausüben und nicht alle. Ihre Handwerkskammer berät Sie hierzu. Sie finden diese im Anerkennungs-Finder.

  • Zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe
    In den zulassungsfreien Handwerken und handwerksähnlichen Gewerben können Sie ohne weiteres ein Gewerbe anmelden und dann selbstständig arbeiten. Einen Anerkennungsbescheid brauchen Sie dafür nicht.

Akademische Berufsqualifikationen

Es gibt auch bei den akademischen Berufsqualifikationen Einschränkungen, die mit der Anerkennung zusammenhängen. Ingenieurinnen oder Ingenieure und Architektinnen oder Architekten dürfen in Deutschland nur dann die Berufsbezeichnungen „Ingenieur“ oder „Architekt“ führen, wenn sie die Anerkennung erhalten haben. Sie dürfen trotzdem in diesen Berufen ohne Anerkennung arbeiten.

Wenn Sie ohne das Führen der Berufsbezeichnung arbeiten wollen oder es für Ihre Berufsqualifikation kein Anerkennungsverfahren gibt, können Sie eine Zeugnisbewertung erhalten. Diese erhalten Sie von der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB).