Glossar

weiße Buchstaben A-Z auf gelben Kreis

Im Glossar finden Sie leicht verständliche Erklärungen zu Begriffen, die Ihnen in den Texten auf „Anerkennung in Deutschland“ immer wieder begegnen.

    amtliche Beglaubigung

    Eine amtliche Beglaubigung ist eine Bescheinigung durch eine Behörde oder einen Notar, dass ein Dokument, eine Kopie oder eine Unterschrift echt ist.


    anerkannt, staatlich (Bezeichnung)

    Es gibt verschiedene Arten der staatlichen Anerkennung. „Staatlich anerkannt“ oder „staatlich geprüft“ sind die entsprechenden Zusätze für eine Berufsbezeichnung. Diese Zusätze sind rechtlich geschützt. Wer sich entsprechend bezeichnen darf, hat eine berufliche Qualifikation durchlaufen, die bestimmten Anforderungen genügt. Dies ist nicht gleichzusetzen mit dem Begriff Anerkennung im Kontext ausländischer Berufsqualifikationen.

    Der Zusatz kann Teil einer Abschlussbezeichnung z.B. nach einer Fortbildung sein, z.B. „staatlich geprüfter Betriebswirt“ oder „staatlich geprüfte Informatikerin“. Dies ist dann durch Gesetze und Verordnungen besonders rechtlich geregelt.

    Es kann aber auch sein, dass es sich um einen an eine bestimmte berufliche Qualifizierung und gesetzliche Beschränkungen gebundenen Zusatz in der Berufsbezeichnung handelt, z.B. aufgrund von Landesgesetzen in den Bundesländern. Beispiele sind der „staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker“ oder die „staatlich geprüfte Altenpflegehelferin“.
    Bei Sozialberufen gibt es auf Grundlage von Landesgesetzen Berufe wie z.B. „staatlich anerkannte Sozialpädagogin“. Aufgrund der staatlichen Anerkennung kann man in einigen Berufen besondere fachliche Aufgaben wahrnehmen.

    Die Regelung im konkreten Beruf kann Ihnen die zuständige Stelle mitteilen. Diese finden Sie im Anerkennungs-Finder.

    Anerkennungs-Finder


    Anerkennung

    Auch: Anerkennung der Berufsqualifikation, Gleichwertigkeitsfeststellung, berufliche Anerkennung, Gleichwertigkeit

    Anerkennung im Kontext ausländischer Berufsqualifikationen bedeutet, dass eine nicht deutsche Berufsqualifikation mit einem deutschen Referenzberuf rechtlich gleichgestellt ist. Die ausländische Berufsqualifikation ist also in Deutschland anerkannt.

    Man unterscheidet zwischen voller, teilweiser und keiner Anerkennung. „Volle Anerkennung“ bedeutet, dass Ihre Berufsqualifikation mit dem deutschen Referenzberuf gleichwertig ist. „Teilweise Anerkennung“ bedeutet, dass wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf festgestellt wurden. Sie können durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Anpassungsqualifizierung oder einer Ausgleichsmaßnahme doch noch die „volle Anerkennung“ erhalten. „Keine Anerkennung“ bedeutet, dass die Unterschiede zwischen Ihrer Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf zu groß sind.

    Um die Anerkennung zu bekommen, müssen Sie einen Anerkennungsantrag stellen. Dann wird ein Anerkennungsverfahren gestartet.



    Anerkennungsantrag [Anerkennungs·antrag]

    Auch: Antrag auf Anerkennung

    Der Anerkennungsantrag ist in der Regel ein Formular. Der Anerkennungsantrag wird, zusammen mit den erforderlichen Unterlagen, an die zuständige Stelle geschickt oder persönlich dort abgegeben. Sie finden den Anerkennungsantrag normalerweise auf der Webseite der jeweils zuständigen Stelle zum Download.

    Es kann aber auch sein, dass Sie einen selbst formulierten Brief an die zuständige Stelle schicken müssen, in dem Sie ein Anerkennungsverfahren beantragen. Was jeweils zu tun ist, können Sie bei Ihrer zuständigen Stelle erfahren.


    Anerkennungsbescheid [Anerkennungs·bescheid]

    Auch: Gleichwertigkeitsbescheid [Gleichwertigkeits·bescheid], Bescheid, Bescheid über Gleichwertigkeit, Bescheid zur Gleichwertigkeitsfeststellung [Gleichwertigkeits·feststellung] oder auch Anerkennungsurkunde [Anerkennungs·urkunde]

    Der Anerkennungsbescheid ist ein rechtsverbindliches Schreiben, mit dem Ihnen die zuständige Stelle das Ergebnis des Anerkennungsverfahrens mitteilt.

    Der Anerkennungsbescheid kann bei voller Anerkennung auch die Approbation bzw. Berufserlaubnis, die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung oder eine Urkunde zur staatlichen Anerkennung sein.


    Anerkennungs-Finder

    Der Anerkennungs-Finder ist ein spezielles Tool auf www.anerkennung-in-deutschland.de. Er bündelt wichtige Informationen zur Anerkennung von konkreten Berufsqualifikationen in Deutschland. Über den Anerkennungs-Finder können Sie mit nur wenigen Klicks Ihre zuständige Stelle recherchieren und wichtige Informationen zum Berufsprofil Ihres deutschen Referenzberufs, zum Anerkennungsverfahren, zu den benötigten Dokumenten, den Verfahrenskosten und zu weiteren Besonderheiten zum Beruf erhalten.

    Anerkennungs-Finder


    Anerkennungsgesetz [Anerkennungs·gesetz]

    Das Anerkennungsgesetz heißt offiziell: „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“. Das Anerkennungsgesetz regelt die Anerkennung von Berufsqualifikationen aus dem Ausland. Teil des Anerkennungsgesetzes sind das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) und Anpassungen für die Fachgesetze und für Verordnungen zu Berufen. Seit dem 1. April 2012 haben Personen mit einer Berufsqualifikation aus dem Ausland dank des Anerkennungsgesetzes einen allgemeinen Rechtsanspruch darauf, ihre Qualifikation mit dem entsprechenden deutschen Referenzberuf vergleichen zu lassen.

    In Deutschland gibt es das Anerkennungsgesetz des Bundes und die Anerkennungsgesetze der 16 Bundesländer.


    Anerkennungsverfahren [Anerkennungs·verfahren]

    Auch: Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren [Gleichwertigkeits·feststellungs·verfahren], Gleichwertigkeitsfeststellung [Gleichwertigkeits·feststellung] oder Gleichwertigkeitsprüfung [Gleichwertigkeits·prüfung]

    Im Anerkennungsverfahren überprüft die zuständige Stelle in Deutschland, in wie weit Ihre ausländische Berufsqualifikation mit dem entsprechenden deutschen Referenzberuf gleichwertig ist und eine Anerkennung erfolgen kann.

    Die zuständige Stelle benötigt für das Anerkennungsverfahren Zeugnisse und Dokumente, die über Inhalt und Dauer der ausländischen Berufsqualifikation informieren. Die Berufserfahrung im jeweiligen Beruf ist dabei auch wichtig.


    Anpassungslehrgang [Anpassungs·lehrgang]

    Ein Anpassungslehrgang ist eine Ausgleichsmaßnahme im Bereich der reglementierten Berufe. Durch eine erfolgreiche Teilnahme an einem Anpassungslehrgang können Sie wesentliche Unterschiede zum deutschen Referenzberuf ausgleichen. Der Anpassungslehrgang ist die praktische Ausübung des jeweiligen reglementierten Berufs unter Aufsicht eines qualifizierten Berufsangehörigen, z.B. als Gesundheits- und Krankenpflegerin in einem Krankenhaus. Eventuell ist damit zugleich eine Zusatzausbildung verbunden. Die Dauer des Anpassungslehrgangs hängt von den wesentlichen Unterschieden ab, die in Ihrem Anerkennungsbescheid festgestellt wurden. Ein Anpassungslehrgang dauert maximal 3 Jahre. Wenn Sie den Anpassungslehrgang erfolgreich absolvieren, können Sie doch noch die volle Anerkennung erhalten.



    Approbation

    Die Approbation ist eine offizielle staatliche Berufszulassung. Mit einer Approbation dürfen Sie in Deutschland in einem akademischen Heilberuf, zum Beispiel als Ärztin bzw. Arzt oder als Apothekerin bzw. Apotheker, dauerhaft und uneingeschränkt arbeiten.


    Arbeitserlaubnis [Arbeits·erlaubnis]

    „Arbeitserlaubnis“ ist kein offizieller Begriff und kein eigenständiges Dokument. Die sogenannte „Genehmigung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit“ wird mit dem Aufenthaltstitel von der Ausländerbehörde erteilt. Eine Arbeitserlaubnis brauchen Personen aus Drittstaaten, um in Deutschland arbeiten zu dürfen. Personen aus Drittstaaten dürfen in Deutschland also grundsätzlich nur dann arbeiten, wenn dies im Aufenthaltstitel ausdrücklich vermerkt ist.

    Staatsangehörige der EU und des EWR benötigen keinen Aufenthaltstitel, um in Deutschland zu arbeiten. Staatsangehörige der Schweiz benötigen eine rein deklaratorische Aufenthaltserlaubnis-Schweiz.

    Mit dem Quick-Check von „Make it in Germany“ können Sie Ihre Möglichkeiten prüfen, in Deutschland zu arbeiten und zu leben.

    Quick-Check von „Make it in Germany"


    Arbeitsmarktzugang [Arbeitsmarkt·zugang]

    Die rechtliche oder fachliche Voraussetzung für den deutschen Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarktzugang wird durch das Aufenthaltsgesetz (AufenthG) geregelt. Für Staatsangehörige EU/EWR/Schweiz gelten andere Regelungen als für Personen aus Drittstaaten. Für Staatsangehörige aus EU/EWR/Schweiz gilt die Niederlassungsfreiheit. Wenn Personen aus Drittstaaten in Deutschland arbeiten wollen, muss die Bundesagentur für Arbeit (BA) vorher zustimmen. Das nennt man Vorrangprüfung.


    Aufenthaltstitel [Aufenthalts·titel]

    Personen aus Drittstaaten benötigen eine Erlaubnis, um nach Deutschland einzureisen und sich hier aufzuhalten. Man bekommt diese Erlaubnis in Form eines Aufenthaltstitels.

    Es gibt in Deutschland 5 unterschiedliche Aufenthaltstitel: die Aufenthaltserlaubnis, die Blaue Karte EU und das Visum werden befristet erteilt. Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt EU und die Niederlassungserlaubnis sind unbefristet.

    Einen Aufenthaltstitel kann man bei der Ausländerbehörde beantragen. Außerhalb Deutschlands sind die deutschen Auslandsvertretungen dafür zuständig.
    Weitere Informationen bietet das BAMF:

    Einreise

    Aufenthaltsrecht

    Staatsangehörige der EU und des EWR benötigen keinen Aufenthaltstitel. Staatsangehörige der Schweiz benötigen eine rein deklaratorische Aufenthaltserlaubnis-Schweiz. Weitere Informationen des BAMF:

    EU-Bürger


    Ausbildungsberuf [Ausbildungs-Beruf]

    Es gibt duale Ausbildungsberufe und schulische Ausbildungsberufe. Der Ausbildungsberuf wird in einer dualen oder schulischen Berufsausbildung erlernt.


    Ausbildungsbetrieb [Ausbildungs·betrieb]

    Der Ausbildungsbetrieb ist der Betrieb, an dem der praktische Teil der dualen Berufsausbildung stattfindet.


    Ausbildungsland [Ausbildungs·land]

    Auch: Ausbildungsstaat [Ausbildungs·staat]

    Das Land, in dem das Abschlusszeugnis für eine Berufsqualifikation ausgestellt wurde.


    Ausbildungsnachweis [Ausbildungs·nachweis]

    Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstige Dokumente und Nachweise, die die Berufsqualifikation dokumentieren sind Ausbildungsnachweise. Die Ausbildungsnachweise müssen von einer Behörde des Landes ausgestellt werden, in dem Sie die Berufsqualifikation absolviert haben.


    Ausgleichsmaßnahme [Ausgleichs·maßnahme]

    Auch: Anpassungsmaßnahme [Anpassungs·maßnahme]

    Wenn im Anerkennungsverfahren in einem reglementierten Beruf wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf festgestellt wurden, können Sie eine Ausgleichsmaßnahme absolvieren. Sie können damit die wesentlichen Unterschiede kompensieren und so doch noch die volle Anerkennung erhalten. Dazu müssen Sie nach erfolgreichem Abschluss der Ausgleichsmaßnahme einen Folgeantrag bei der zuständigen Stelle stellen.

    Eine Ausgleichsmaßnahme kann je nach Beruf und rechtlicher Regelung ein Anpassungslehrgang oder eine Eignungsprüfung (EU-Bürger) oder Kenntnisprüfung (Abschlüsse aus Drittstaaten) sein.


    automatische Anerkennung

    Für einige reglementierte Berufe gilt in der Europäischen Union (EU) eine automatische Anerkennung. Die automatische Anerkennung gibt es für Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte, worunter auch die fachärztlichen Weiterbildungen fallen. Weiterhin gibt es die automatische Anerkennung für Tierärztinnen und Tierärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, Hebammen und Geburtshelfer sowie Architektinnen und Architekten.

    Für diese Berufe gibt es in der gesamten EU einheitliche Standards bei der beruflichen Qualifizierung. Die Berufe sind im Anhang der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG) aufgelistet.

    Auch für eine automatische Anerkennung muss man einen Antrag bei der zuständigen Stelle stellen. Im Anerkennungsverfahren wird aber keine individuelle Prüfung der Gleichwertigkeit vorgenommen.


    Befähigungsnachweis [Befähigungs·nachweis]

    Auch: Sachkundenachweis [Sachkunde·nachweis]

    Für einige selbständige Tätigkeiten und Gewerbe muss man besonderes Fachwissen haben oder zu der Tätigkeit befähigt sein. Für diese Tätigkeiten benötigt man eine Erlaubnis. Bevor man die Erlaubnis bekommt, muss man seine Kenntnisse oder sein besonderes Fachwissen (die Sachkunde) schriftlich nachweisen. Deshalb heißen die entsprechenden Dokumente Befähigungsnachweis oder Sachkundenachweis. Dazu macht man eine bestimmte theoretische und praktische Ausbildung und oft eine Prüfung (Sachkundeprüfung). Danach erhält man den Befähigungsnachweis oder Sachkundenachweis als offizielles Dokument. Bei einigen Tätigkeiten muss man auch zusätzlich nachweisen, dass man gesundheitlich oder persönlich geeignet (zuverlässig) ist. Solche Berufe sind z.B. Bewacher, Versicherungsvermittlerin, Fahrlehrer.

    Das besondere Fachwissen kann man aber auch schon in seinem Beruf erlernt haben. Dann gilt die Berufsausbildung genauso wie ein Befähigungsnachweis oder Sachkundenachweis. Dafür kann eine ausländische Berufsqualifikation auch anerkannt werden. Dies prüft die zuständige Stelle.






    Berufsabschluss [Berufs·abschluss]

    Der nachgewiesene Abschluss einer Berufsausbildung. Man erlangt den Berufsabschluss, indem man eine staatliche oder staatlich anerkannte Prüfung erfolgreich absolviert.


    Berufsausbildung [Berufs·ausbildung]

    Eine Berufsausbildung ist ein geordneter Ausbildungsgang. In der Berufsausbildung lernt man die zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Die Berufsausbildung ist entweder dual oder schulisch.

    Die duale Berufsausbildung findet in einem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Ausbildungsberufe mit dualer Berufsausbildung sind z.B. Industriemechaniker, KFZ-Mechatronikerin oder -Mechatroniker, Kauffrau und Kaufmann im Einzelhandel, Tischlerin und Tischler, und viele andere.

    Schulische Berufsausbildungen finden an einer Berufsfachschule statt. Es gibt Ausbildungsberufe mit schulischer Berufsausbildung in den Bereichen Technik, Gesundheit und Erziehung. Ausbildungsberufe mit schulischer Berufsausbildung sind z.B. Gesundheits- und Krankenpfleger, Erzieherin und Erzieher, Staatlich geprüfte Informatikerin und Informatiker und viele andere.

    Eine Berufsausbildung dauert in Deutschland 2 bis 3,5 Jahre. Das kommt auf den Beruf an, aber auch auf den Schulabschluss. Mit dem Abitur ist die Ausbildungszeit oft kürzer.


    Berufsausübung [Berufs·ausübung]

    Arbeiten in einem erlernten Beruf.


    Berufsbezeichnung, Führen der [Berufs·bezeichnung]

    In manchen Berufen dürfen Sie eine Berufszeichnung nur führen, wenn Sie die entsprechende Erlaubnis bzw. Genehmigung zum Führen der Berufsbezeichnung von einer staatlichen Stelle erhalten haben. Dies ist z.B. bei Ingenieurinnen und Ingenieuren und bei vielen Berufen im Gesundheitsbereich der Fall.


    Berufsbildung [Berufs·bildung]

    Berufsbildung bezeichnet die Gesamtheit unterschiedlicher Maßnahmen bzw. Vorgehen zur Berufsausbildung und beruflichen Fortbildung. Die Berufsbildung ist Teil des öffentlichen deutschen Bildungssystems.


    Berufserfahrung [Berufs·erfahrung]

    Auch: Berufspraxis [Berufs·praxis]

    Erfahrung im Beruf. Das bedeutet die tatsächliche und rechtmäßige Ausübung des betreffenden Berufs in Deutschland oder in einem anderen Land.


    Berufserlaubnis [Berufs·erlaubnis]

    Die Berufserlaubnis ist eine offizielle staatliche Berufszulassung. Mit einer Berufserlaubnis dürfen Sie in Deutschland z.B. in einem Heilberuf arbeiten.

    Bei akademischen Heilberufen ist die Berufserlaubnis im Gegensatz zur Approbation vorübergehend, zeitlich befristet und enthält zumeist weitere Einschränkungen.

    Wenn Sie z.B. im Zuge des Anerkennungsverfahrens noch keine Approbation als Ärztin oder Arzt erhalten haben und noch eine Kenntnisprüfung erforderlich ist, kann man Ihnen vielleicht schon eine Berufserlaubnis erteilen.


    Berufsfachschule [Berufs·fach·schule]

    An einer Berufsfachschule finden die rein schulischen Berufsausbildungen statt.


    Berufsqualifikation [Berufs·qualifikation]

    Eine Berufsqualifikation ist ein in Ihrem Ausbildungsland von einer offiziellen Stelle ausgestellter Abschluss einer beruflichen Qualifizierung, die zu einem klar definierbaren Beruf wie z.B. Ärztin oder Arzt führt. Die Berufsqualifikation wird durch ein Abschlusszeugnis dokumentiert.

    Eine Berufsqualifikation kann auch durch einschlägige, im Ausland oder Inland erworbene Berufserfahrung nachgewiesen werden.

    Für Berufsqualifikationen aus dem Ausland gibt es ein Anerkennungsverfahren. Für die Anerkennung relevante Berufsqualifikationen in diesem Sinne sind Berufsabschlüsse, Fortbildungsabschlüsse, Approbation, Berufserlaubnis sowie die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung.

    Für Hochschulabschlüsse wie z.B. Geologin und Geologe oder Mathematikerin und Mathematiker und viele andere Hochschulabschlüsse, die nicht zu einer Berufsqualifikation wie oben beschrieben führen, gibt es kein Anerkennungsverfahren, aber eine Zeugnisbewertung.


    Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) [Berufs·qualifikations·feststellungs·gesetz]

    Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz gibt es in Deutschland auf Bundesebene und in den einzelnen Bundesländern. Das BQFG ist jeweils der Artikel 1 des Anerkennungsgesetzes. Es ist eine Art Stammgesetz für die Anerkennung von Berufsqualifikationen in Deutschland. Es regelt das Anerkennungsverfahren.


    Berufsschule [Berufs·schule]

    Die Berufsschule ist die Schule, an der der schulische Teil der dualen Berufsausbildung stattfindet.


    Berufsurkunde [Berufs·urkunde]

    Auch: Zulassungsurkunde [Zulassungs·urkunde], Erlaubnisurkunde [Erlaubnis·urkunde]

    Eine Berufsurkunde bestätigt, dass eine Person einen bestimmten Beruf ausüben darf. Es handelt sich dabei um einen schriftlichen Nachweis. Auf einer Berufsurkunde stehen die Berufsbezeichnung, der Name der Person, die den Beruf ausüben darf, und weitere Daten wie Ort und Datum. Eine Berufsurkunde wird vor allem für reglementierte Berufe ausgestellt. Beispiele für eine Berufsurkunde sind:

    Im Anerkennungsverfahren muss man manchmal auch seine Berufsurkunde aus dem Herkunftsland vorlegen.


    Berufsverzeichnis [Berufs·verzeichnis]

    Auch: Berufsregister [Berufs·register], Berufsliste, Verzeichnis

    Im Kontext der Anerkennung ist manchmal ein Berufsverzeichnis wichtig. Das ist eine Liste, auf der die Personen aufgeführt sind, die in einem Beruf in einer bestimmten Region arbeiten dürfen. Die Listen werden in der Regel von den zuständigen Kammern geführt. In manchen reglementierten Berufen darf man erst arbeiten oder z.B. die Berufsbezeichnung führen, wenn man in das jeweilige Berufsverzeichnis bei der Kammer eingetragen ist. Die Eintragung in das Berufsverzeichnis erfolgt erst nach einer erfolgreichen Anerkennung. Beispiele für ein Berufsverzeichnis sind die Handwerksrolle oder die Architektenliste.


    Berufszulassung [Berufs·zulassung]

    Die Berufszulassung ist eine durch die zuständige offizielle Stelle erteilte Genehmigung, einen Beruf auszuüben und/oder eine bestimmte Berufsbezeichnung zu führen. Die Berufszulassung ist in einigen Berufen zwingend notwendig. Ein Antrag auf Berufszulassung muss vor der Ausübung des Berufs gestellt und positiv beschieden worden sein, um in dem Beruf arbeiten zu dürfen.

    Eine Berufszulassung ist z.B. die Approbation oder Berufserlaubnis bei einer Ärztin oder einem Arzt. Eine Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. -pfleger stellt einen Antrag auf das Führen der Berufsbezeichnung. In einigen Handwerksberufen ist es notwendig, sich in die Handwerksrolle eingetragen zu lassen. Dies gilt für Berufe im zulassungspflichtigen Handwerk. Erst danach darf man sich als Meister oder Meisterin eines Handwerks bezeichnen und einen Gewerbebetrieb eröffnen.

    Ob Sie für die Ausübung Ihres Berufes eine Berufszulassung benötigen, erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Stelle.



    Dienstleistungsfreiheit [Dienstleistungs·freiheit]

    Aufgrund der Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union (EU) brauchen Sie, wenn Sie rechtmäßig in der EU niedergelassen sind und in Deutschland nur gelegentlich und vorübergehend Ihre Dienstleistungen anbieten, in der Regel keine Anerkennung.
    Sie müssen Ihre Tätigkeit aber schriftlich bei der zuständigen Stelle melden.


    Dolmetscher, öffentlich bestellte/beeidigte

    siehe Übersetzer


    Drittstaat [Dritt·staat]

    Als Drittstaat werden in Deutschland alle Staaten außerhalb der Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz (EU/EWR/Schweiz) bezeichnet.



    Eheurkunde [Ehe-Urkunde]

    Auch: Heiratsurkunde [Heirats·urkunde]

    Amtlicher Beleg für das Existieren oder das Ende einer Ehe. Man bekommt die Eheurkunde nachdem man geheiratet hat vom Standesbeamten. Man kann eine Eheurkunde aber auch nachträglich beantragen.




    Eignungsprüfung [Eignungs·prüfung]

    Auch: Defizitprüfung [Defizit·prüfung]

    Eine Eignungsprüfung ist eine Form der Ausgleichsmaßnahme für Staatsangehörige aus EU/EWR/Schweiz.

    Sie können eine Eignungsprüfung absolvieren, wenn in einem Anerkennungsverfahren in einem reglementierten Beruf wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf festgestellt wurden. Die Eignungsprüfung bezieht sich dabei nur auf die Inhalte, die zur Ausübung des betreffenden Berufs in Deutschland Voraussetzung sind, die aber nicht durch Ihre Dokumente belegt werden können. Berücksichtigt wird bei der Eignungsprüfung, dass Sie in Ihrem Herkunftsland bereits eine Berufsqualifikation haben.


    Einheitlicher Ansprechpartner (EA)

    Der „Einheitliche Ansprechpartner“ ist ein Service, über den man Anträge auf Anerkennung und für andere staatliche Dienstleistungen auf elektronischem Wege einreichen kann. Dies kann z.B. über ein Online-Portal geschehen.

    Mit der Richtlinie 2013/55/EU der Europäischen Union wurde die Voraussetzung für eine zentrale Anlaufstelle zur Anerkennung geschaffen. Das bedeutet, Staatsangehörige der EU-Länder können sich an eine Stelle in ihrem Mitgliedstaat wenden und ihre Anerkennungsanträge bei einem sogenannten „Einheitlichen Ansprechpartner“ einreichen.

    Über das Online-Portal „BMWi Behördenwegweiser“ können Sie Ihren Einheitlichen Ansprechpartner mit wenigen Klicks finden.

    BMWi Behördenwegweiser


    Engpassberufe [Engpass·berufe]

    Auch: Mangelberufe

    Engpassberufe sind Berufe, für die es in Deutschland zu wenige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bzw. Fachkräfte gibt. Arbeitgeber haben es dann schwer, geeignete Bewerber für freie Jobs zu finden. Zu den Engpassberufen zählen vor allem technische Berufe und einige Gesundheits- und Pflegeberufe.


    Erwerbstätigkeit [Erwerbs·tätigkeit]

    Arbeiten zum wirtschaftlichen Erwerb. Erwerbstätig sind z.B. Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellte, Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler, vorübergehend Beschäftigte.


    EU/EWR/Schweiz

    Staaten der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und die Schweiz. EU-Mitgliedstaaten sind: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern.

    EWR-Staaten sind alle EU-Mitgliedstaaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen.

    Die Schweiz nimmt auf der Basis bilateraler Abkommen mit der EU am europäischen System der beruflichen Anerkennung teil.


    EU-Berufsanerkennungsrichtlinie [EU·Berufs·anerkennungs·richtlinie]

    Auch: Berufsanerkennungsrichtlinie [Berufs·anerkennungs·richtlinie], Anerkennungsrichtlinie [Anerkennungs·richtlinie]

    Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie heißt offiziell „Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen“. Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie gilt für reglementierte Berufe und legt für Staatsangehörige der EU-Mitgliedstaaten Kriterien und Verfahrensgrundsätze für die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen fest, die in EU-Mitgliedstaaten erworben wurden. Als Kriterium für die Beurteilung für die Gleichwertigkeit von Berufsqualifikationen wird in der Richtlinie der Begriff der „wesentlichen Unterschiede“ eingeführt. Die Richtlinie schreibt vor, dass die zuständige Stelle Ihre Berufserfahrung im jeweiligen Beruf berücksichtigen muss und dass dadurch wesentliche Unterschiede Ihrer Berufsqualifikation im Vergleich zum deutschen Referenzberuf kompensiert werden können. Falls dennoch wesentliche Unterschiede vorliegen, können diese durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden.

    Die Richtlinie ist am 15. Oktober 2005 in Kraft getreten und wurde mit der Richtlinie 2013/55/EU reformiert.


    Europäischer Berufsausweis (EBA) [Europäischer Berufs·ausweis]

    Der Europäische Berufsausweis (EBA) ist ein elektronisches Verfahren zur Anerkennung der Berufsqualifikation in einem anderen Land der Europäischen Union (EU). Es gibt den EBA aktuell für folgende Berufe:

    • Apothekerin und Apotheker
    • Krankenschwester und Krankenpfleger
    • Physiotherapeutin und Physiotherapeut
    • Bergführerin und Bergführer
    • Immobilienmaklerin und Immobilienmakler

    Ausführliche Informationen zum EBA


    Externenprüfung [Externen·prüfung]

    Die Externenprüfung gibt es für duale Ausbildungsberufe. Mit einer Externenprüfung kann man, ohne die entsprechende Berufsausbildung absolviert zu haben, an der regulären Prüfung für einen Ausbildungsberuf teilnehmen. Voraussetzung ist, dass die Teilnehmerin oder der Teilnehmer mindestens 1,5-fach die Ausbildungszeit im jeweiligen Beruf praktisch gearbeitet hat. Bei bestandener Prüfung erhält man den entsprechenden deutschen Berufsabschluss.


    Fachkraft [Fach·kraft]

    Mit Fachkräften sind Personen gemeint, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben.


    Fachschule

    Die Fachschule ist eine Form der beruflichen Schulen. Fachschulen werden von den Bundesländern geregelt. An einer Fachschule kann man auf Grundlage einer bestehenden Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung eine Weiterbildung absolvieren (in Vollzeit oder in Teilzeit). Fachschulen bieten auch Ergänzungs- oder Aufbaubildungsgänge oder Maßnahmen der Anpassungsweiterbildung an.


    Folgeantrag [Folge·antrag]

    Auch: Nachfolgeantrag [Nachfolge·antrag], Wiederaufnahmeantrag [Wiederaufnahme·antrag]

    Ein Folgeantrag ist ein erneuter Anerkennungsantrag im Anschluss an eine Ausgleichsmaßnahme oder Anpassungsqualifizierung. Die zuständige Stelle prüft dann erneut, ob mit der Ausgleichsmaßnahme oder Anpassungsqualifizierung die wesentlichen Unterschiede aus dem Anerkennungsbescheid ausgeglichen werden konnten. Wenn ja, bekommen Sie die volle Anerkennung und damit ggf. auch die Approbation bzw. Berufszulassung, die staatliche Anerkennung oder das Recht zum Führen einer Berufsbezeichnung.


    Fortbildung, berufliche

    Auch: Aufstiegsfortbildung [Aufstiegs·fortbildung]

    Ziel der Fortbildung ist es, die in der Berufsausbildung erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern. Dadurch kann man beruflich aufsteigen. Berufliche Fortbildungen sind nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) geregelt. Inhalte, Ziele, Anforderungen und Prüfungsverfahren und Prüfungsvoraussetzungen werden von zuständigen Stellen festgelegt, die auch die Prüfungsausschüsse einrichten. Die erfolgreiche Teilnahme an einer Fortbildung führt zum Fortbildungsabschluss.

    Die berufliche Fortbildung baut in Deutschland in der Regel auf der Berufsausbildung auf. Der Zugang ist aber auch über entsprechende Berufserfahrung möglich.


    Fortbildungsabschluss [Fortbildungs·abschluss]

    Ein Fortbildungsabschluss ist der Abschluss, den Sie erhalten, wenn Sie eine berufliche Fortbildung erfolgreich absolviert haben. Ein Fortbildungsabschluss ist eine Berufsqualifikation, die je nach beruflicher Fortbildung mit dem akademischen Kompetenzniveau von Bachelor oder sogar mit dem Master vergleichbar ist.

    Fortbildungsabschlüsse sind diverse Meister, z.B. Handwerks-, Industrie- oder Landwirtschaftsmeisterinnen und -meister, weiterhin Fachberaterinnen und Fachberater, Fachwirtinnen und Fachwirte, Fachkaufleute oder Betriebswirtinnen und Betriebswirte.


    Freie Berufe

    Viele Berufe sind sogenannte freie Berufe. Das sind Berufe, die nach dem Gesetz eine besondere Qualifikation haben oder wissenschaftlich oder künstlerisch arbeiten. Das sind z.B. Ärztinnen, Anwälte, Steuerberater, Architektinnen, Journalisten, Physiotherapeutinnen.

    Freiberufler arbeiten oft selbständig. Das bedeutet, sie bieten anderen Personen für Geld Dienste, Rat oder Werke an. Sie arbeiten ohne einen Arbeitgeber und sind unabhängig. In diesen Berufen kann man aber auch angestellt sein. Freie Berufe sind keine Gewerbe. Für viele der freien Berufe benötigt man die Anerkennung der Berufsqualifikation.



    Führungszeugnis [Führungs·zeugnis]

    Auch: polizeiliches Führungszeugnis [Führungs·zeugnis]

    Ein Führungszeugnis ist eine behördliche Bescheinigung in Deutschland. Sie enthält die bisher registrierten Vorstrafen einer Person. Ein Führungszeugnis wird auf Antrag jeder Person ab 14 Jahren ausgestellt. Die Beantragung erfolgt in der Regel bei der Gemeindeverwaltung des Hauptwohnsitzes, wenn man bereits in Deutschland lebt. Wenn man noch nicht in Deutschland lebt, sind die die deutschen Auslandsvertretungen zuständig.

    Vergleichbare Dokumente werden in der Regel auch in anderen Ländern für deren Staatsangehörige ausgestellt.


    Gebührenbescheid [Gebühren·bescheid]

    Ein offizielles Schreiben einer Behörde, das man bekommt, um eine bestimmte Gebühr zu bezahlen.


    Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER)

    Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) ist auf Anregung des Europarates entwickelt worden. Er hilft dabei, Sprachkenntnisse in einer Fremdsprache festzulegen und vergleichbar zu machen. Er soll als Maßstab zum Erwerb von Sprachkenntnissen dienen und wird in verschiedene Kompetenz- und Sprachniveaus eingeteilt.

    Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER)

    Raster zur Selbsteinschätzung von Europass


    gesundheitliche Eignung

    Für einige reglementierte Berufe, z.B. im Bereich der öffentlichen Gesundheit, Sicherheit und im sozialen und erzieherischen Bereich, verlangt die zuständige Stelle beim Antrag auf Anerkennung den Nachweis der gesundheitlichen Eignung. Manchmal muss der Nachweis erst vor dem Antritt einer Ausgleichsmaßnahme oder bei dem neuen Arbeitgeber vorgelegt werden. Eine Person ist gesundheitlich geeignet, wenn Sie psychisch und physisch in ihrem Beruf arbeiten kann.

    Meistens kann man die gesundheitliche Eignung durch eine aktuelle ärztliche Bescheinigung nachweisen. In dieser Bescheinigung steht, dass die berufliche Tätigkeit nicht durch die Gesundheit beeinträchtig wird. In der Regel darf diese Bescheinigung nicht älter als 3 Monate sein. Es kann aber auch sein, dass die zuständige Stelle nur eine persönliche Erklärung zum individuellen Gesundheitszustand verlangt.


    Gesundheitsberuf [Gesundheits·beruf]

    Ein Gesundheitsberuf ist ein Beruf, der im weitesten Sinne mit der Gesundheit zu tun hat. Hierzu zählen akademische und nicht akademische Berufe, wie z.B. Augenoptikerin und Augenoptiker oder Zahntechnikerin und Zahntechniker. Teil der Gesundheitsberufe sind die Heilberufe.


    Gewerbe

    Wenn man ein Restaurant, einen Handel oder ein Handwerk eröffnet, betreibt man ein Gewerbe. Man betreibt ein Gewerbe auf eigene Verantwortung und selbständig. Das bedeutet unter anderem, dass man keinen Arbeitgeber hat. In Deutschland besteht Gewerbefreiheit. Das bedeutet, dass jeder ein Gewerbe ausüben darf. Ein Gewerbe muss man vorher anmelden (Gewerbeanmeldung).

    Bei einigen Gewerben braucht man aber eine besondere Erlaubnis, eine Genehmigung, einen Sachkundenachweis oder das Gewerbe wird besonders überwacht. Erst dann darf man den Beruf als selbständiges Gewerbe durchführen. Man spricht dann auch von einem reglementierten Gewerbe. Eine Erlaubnis braucht man z.B. im Bewachungsgewerbe, als Versicherungsvermittler oder bei einem Pflegedienst. Bei den Handwerksberufen gelten anderen Regelungen. Es ist wichtig, sich vorher bei dem Gewerbeamt und dem Finanzamt zu erkundigen. Viele Gewerbe werden durch die Gewerbeordnung geregelt. Für viele Gewerbe benötigt man die Anerkennung seiner ausländischen Berufsqualifikation.

    Manche Berufe sind kein Gewerbe sein, z.B. die sogenannten „freien Berufe“ (z.B. Anwälte, Künstler, Wissenschaftler) oder Berufe im Bereich Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Fischerei. Hier gelten andere Regelungen.

    Gewerbeordnung


    Gewerbeanmeldung [Gewerbe·anmeldung]

    Wenn man in Deutschland ein Gewerbe ausüben möchten, muss man das Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Man bekommt dann eine offizielle Bescheinigung, den „Gewerbeschein“.



    Gleichwertigkeitsprüfung [Gleichwertigkeits·prüfung]

    Auch: Gleichwertigkeitsfeststellung [Gleichwertigkeits·feststellung]

    Im Anerkennungsverfahren überprüft die zuständige Stelle in Deutschland, ob Ihre Berufsqualifikation mit dem deutschen Referenzberuf gleichwertig ist. Deshalb heißt diese Prüfung Gleichwertigkeitsprüfung. Die zuständige Stelle benötigt für die Prüfung Zeugnisse und Dokumente, die über Inhalt und Dauer Ihrer Berufsqualifikation informieren. Ihre Berufserfahrung im betreffenden Beruf ist dabei auch wichtig.


    Handwerk

    Es gibt rund 130 Handwerksberufe. Zum Handwerk gehören z.B. die Berufe Bäcker, Friseure oder Uhrmacherinnen. Es gibt auch sehr moderne Handwerksberufe, in denen Technik wichtig ist. Dazu gehören z.B. Elektrotechnikerinnen oder Fotografen. Die Ausbildung im Handwerk endet nach 3 bis 3,5 Jahren mit der Gesellenprüfung. Wenn man danach eine Fortbildung macht, kann man auch Handwerksmeister oder Handwerksmeisterin werden.

    In den Handwerksberufen kann man selbständig und auf eigene Verantwortung einen Handwerksbetrieb führen. Dies kann man in den zulassungsfreien Handwerken und handwerksähnlichen Gewerben (siehe Anlage B der Handwerksordnung (HwO)). Bei den zulassungspflichtigen Handwerksberufen muss man aber Handwerksmeister oder Handwerksmeisterin sein und in die Handwerksrolle eingetragen sein. In den anderen Handwerken muss man in ein Verzeichnis eingetragen sein oder ein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Dies geht alles auch mit einer ausländischen Berufsqualifikation. Die Voraussetzungen regelt die Handwerksordnung.

    Handwerksordnung

    Anlage B der Handwerksordnung


    Handwerk, zulassungspflichtiges [Handwerk, zulassungs·pflichtiges]

    Zulassungspflichtige Handwerke sind die Gewerbe mit besonderem Gefährdungspotenzial, wie z.B. Elektrotechnikerin und -techniker, Tischlerin und Tischler oder Gerüstbauerin und -bauer. Die Gewerbe sind in Anlage A der Handwerksordnung (HwO) aufgelistet.

    Um in den zulassungspflichtigen Handwerken selbstständig arbeiten zu dürfen, muss sich der Inhaber eines Betriebs in die Handwerksrolle eintragen lassen.

    Anlage A der Handwerksordnung


    Handwerksrolle [Handwerks·rolle]

    Für die selbstständige Ausübung eines zulassungspflichtigen Handwerks ist in Deutschland die Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Die Handwerksrolle ist ein Verzeichnis, das von den Handwerkskammern (HWKs) geführt wird. Die in der Handwerksrolle eingetragenen Inhaber eines Betriebes, die Meisterinnen bzw. Meister im zulassungspflichtigen Handwerk, erhalten die „Handwerkskarte“. Wenn man einen Fortbildungsabschluss als Meisterin oder Meister im Handwerk nicht aus Deutschland hat, kann man diesen in Deutschland anerkennen lassen. Die Anerkennung berechtigt zur Eintragung in die Handwerksrolle. Den Titel Meisterin oder Meister erhält man jedoch nicht.


    Heilberuf [Heil·beruf]

    Zu den Heilberufen zählen diejenigen Berufe, deren Tätigkeit durch die Arbeit am und mit dem Patienten geprägt ist. Der tierärztliche Beruf wird ebenfalls den Heilberufen zugerechnet.

    Für alle Heilberufe ist eine Approbation oder Berufserlaubnis gesetzliche Vorschrift, z.B. für Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen.

    Eine Übersicht über alle Heilberufe finden Sie beim Bundesgesundheitsministerium:

    Übersicht aller Heilberufe


    Herkunftsland [Herkunfts·land]

    Auch: Herkunftsstaat [Herkunfts·staat], Heimatland [Heimat·land]

    Das Land, aus dem eine Person stammt. In der Regel besitzt die Person auch die Staatsangehörigkeit dieses Landes.


    Herkunftsmitgliedstaat [Herkunfts·mitglied·staat]

    Der Herkunftsmitgliedstaat bezeichnet das Herkunftsland einer Person innerhalb der Europäischen Union (EU). Wenn Sie Staatsangehörige oder Staatsangehöriger der EU sind, haben Sie das Recht, aus ihrem Herkunftsland auszureisen und in ein anderes EU-Land einzureisen und sich dort aufzuhalten.

    Grundlage ist die EU-Richtlinie 2004/38/EG, nach der Staatsangehörige der EU das Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU genießen.


    IMI (Internal Market Informationssystem)

    IMI ist das Binnenmarkt-Informationssystem der Europäischen Union (EU). IMI ist ein IT-gestütztes Netzwerk zum Informationsaustausch zwischen öffentlichen Stellen im Europäischen Wirtschaftsraum.


    Kammern

    Kammern sind berufsständische Körperschaften. Meistens sind Kammern öffentlich-rechtlich und zwar meist landesrechtlich organisiert. Kammern vertreten die Interessen ihrer Mitglieder und nehmen staatliche Aufgaben wahr. Die Kammern vergeben z.B. Berufszulassungen und nehmen Einfluss auf Ausbildung und Prüfungsrichtlinien. Die Kammern können auch zuständige Stellen für die Anerkennung von Berufsqualifikationen sein. Die Handwerkskammern (HWK) sind z.B. zuständig für handwerkliche Berufe. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) sind zuständig für kaufmännische, industriell-technische und gewerbliche Berufe. Für land-, forst- und hauswirtschaftliche Berufe sind die Landwirtschaftsministerien bzw. Landwirtschaftskammern zuständig.


    Kenntnisprüfung [Kenntnis·prüfung]

    Eine Kenntnisprüfung ist eine mögliche Ausgleichsmaßnahme für Personen aus Drittstaaten. Sie können eine Kenntnisprüfung machen, wenn beim Anerkennungsverfahren in einem reglementierten Beruf wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf festgestellt wurden. Die zuständige Stelle führt die Kenntnisprüfung durch. Die Kenntnisprüfung bezieht sich auf den Inhalt der deutschen staatlichen Abschlussprüfung. Das heißt nicht, dass die Prüfung im Umfang einer staatlichen Abschlussprüfung entspricht. Sämtliche Inhalte der Abschlussprüfung können aber abgeprüft werden.


    Konformitätsbescheinigung [Konformitäts·bescheinigung]

    Auch: EU-Konformitätsbescheinigung [EU-Konformitäts·bescheinigung]

    Die Konformitätsbescheinigung ist ein offizielles Dokument der Europäischen Union (EU). Die Konformitätsbescheinigung bestätigt, dass Sie Ihre Ausbildung nach den Mindeststandards der EU absolviert haben. Dies wird dann als Konformität der Ausbildung bezeichnet. Im Rahmen der Anerkennung von Berufsqualifikationen wird die Konformitätsbescheinigung benötigt, wenn die Berufsqualifikation, die anerkannt werden soll, aus der Zeit vor dem Beitritt des jeweiligen Ausbildungslandes zur EU stammt. Die Konformitätsbescheinigung wird für die Berufsqualifikationen mit automatischer Anerkennung ausgestellt.


    Meisterin/Meister

    Auch: Meisterqualifikation [Meister·qualifikation]

    Meisterin bzw. Meister ist die Bezeichnung für einen Fortbildungsabschluss aufgrund einer beruflichen Fortbildung. Meisterinnen und Meister sind für Aufgaben in gehobenen Positionen in Betrieben und Unternehmen oder im Bereich der Unternehmensführung qualifiziert.

    Es gibt Fortbildungen zur Meisterin bzw. zum Meister in verschiedenen Berufen. In der Regel baut eine Fortbildung zum Meister auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung auf. Eventuell können Sie aber auch mit genügend Berufserfahrung oder mit Hochschulabschluss eine Fortbildung absolvieren. Ob dies möglich ist, hängt immer von den rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Berufs ab.

    Meisterinnen und Meister im Handwerk zählen z.B. zu den Fortbildungsabschlüssen. Es gibt aber auch Meisterinnen und Meister im Bereich Industrie, Landwirtschaft und anderen Berufsfeldern.

    Im zulassungspflichtigen Handwerk kann nur eine Meisterin oder ein Meister (Handwerksmeisterin oder –meister) selbstständig einen Betrieb führen und selbst Lehrlinge ausbilden.


    nicht reglementierte Berufe

    Für nicht reglementierte Berufe gelten keine bestimmten staatlichen Vorgaben. Das heißt, es gibt keine Berufszulassung, die nötig wäre, um in dem Beruf arbeiten. In nicht reglementierten Berufen können Sie sich mit einer Berufsqualifikation aus dem Ausland direkt auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewerben oder sich selbstständig machen. In Deutschland sind z.B. alle Berufe auf Grundlage einer dualen Berufsausbildung nicht reglementiert. Die Anerkennung ist nicht zwingende Voraussetzung, um in einem solchen Beruf arbeiten zu dürfen. Trotzdem haben Sie auch in einem nicht reglementierten Beruf einen rechtlichen Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren.


    Niederlassungsfreiheit [Niederlassungs·freiheit]

    Niederlassungsfreiheit ist für Staatsangehörige der Europäischen Union (EU) das Recht, sich in einem anderen EU-Land niederzulassen. Niederlassen bedeutet, eine gewerbliche, kaufmännische, handwerkliche oder freiberufliche Erwerbstätigkeit selbstständig auszuüben.

    Die Niederlassung in Deutschland in einem reglementierten Beruf, z.B. als Ärztin oder Arzt, ist jedoch nur mit einer Anerkennung der Berufsqualifikation möglich.


    persönliche Eignung

    Für einige reglementierte Berufe, z.B. im Bereich der öffentlichen Gesundheit, Sicherheit und im sozialen und erzieherischen Bereich, verlangt die zuständige Stelle beim Antrag auf Anerkennung oder vor Antritt einer Ausgleichsmaßnahme den Nachweis der persönlichen Eignung oder Zuverlässigkeit. Manchmal muss der Nachweis auch erst bei dem neuen Arbeitgeber vorgelegt werden. Eine Person ist persönlich geeignet, wenn Sie keine Straftaten begangen hat und zuverlässig ist.

    Die persönliche Eignung bzw. Zuverlässigkeit kann z.B. nachgewiesen werden durch

    • ein Führungszeugnis,
    • einen Auszug aus dem Strafregister oder ein gleichwertiger Nachweis aus dem Herkunftsland,
    • Erklärung, ob ein gerichtliches Strafverfahren bzw. ein Insolvenzverfahren anhängig ist,
    • für EU/EWR/Schweiz-Staatsangehörige: Unbedenklichkeitsbescheinigung / Certificate of Good Standing.

    Alle Nachweise dürfen in der Regel nicht älter als 3 Monate sein.


    Positivliste [Positiv·liste]

    In der Positivliste werden die aktuellen Engpassberufe aufgelistet. Ein Engpassberuf ist ein Beruf, in dem es in Deutschland viele unbesetzte Stellen gibt. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erstellt die Positivliste 2 Mal im Jahr. Für alle dort aufgelisteten Berufe gilt die Regelung, dass bei Beschäftigung einer ausländischen Arbeitskraft keine Vorrangprüfung erforderlich ist.


    Profi-Filter

    Der „Profi-Filter“ ist ein spezielles Tool auf www.anerkennung-in-deutschland.de. Der Profi-Filter richtet sich an Experten und Beratungsfachkräfte. Er stellt diverse Experten-Suchfunktionen für zuständige Stellen und Berufe zur Verfügung. Er umfasst z.B. eine Filtermöglichkeit der Berufe nach Regelung (z.B. Landes- oder Bundesregelung) und Reglementierung oder nach Berufsgruppen (basierend auf der einheitlichen nationalen Klassifikation der Berufe 2010 (KLDB 2010) der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Bundesamtes). Personen, die sich über ihre berufliche Anerkennung informieren wollen, benutzen besser den Anerkennungs-Finder.


    Prüfungsgebühren [Prüfungs·gebühren]

    Prüfungsgebühren sind die Kosten für die Teilnahme an einer staatlichen Prüfung. Wenn Sie an einer solchen Prüfung teilnehmen, müssen Sie eventuell Geld dafür bezahlen.


    Qualifikationsanalyse [Qualifikations·analyse]

    Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) bietet im Bereich dualer Ausbildungsberufe und für Meisterinnen und Meister die Möglichkeit, berufliche Kompetenzen mit Hilfe einer Qualifikationsanalyse festzustellen. Eine Qualifikationsanalyse wird durchgeführt, wenn Sie z.B. aufgrund von Flucht Ihre Berufsqualifikation aus Ihrem Herkunftsland nicht durch Dokumente nachweisen können. Vielleicht bestehen seitens der zuständigen Stelle auch Zweifel an Inhalt oder Richtigkeit der Unterlagen (siehe § 14 BQFG bzw. § 50b Absatz 4 HwO). Berufliche Kompetenzen werden z.B. durch eine Arbeitsprobe, ein Fachgespräch oder auch durch Probearbeit in einem Betrieb von Expertinnen und Experten beurteilt. Sie dürfen dabei nicht selbst verschuldet haben, dass Sie die erforderlichen Unterlagen nicht vorlegen können. Die zuständige Stelle kann verlangen, dass Sie an Eides statt erklären, dass Sie die Unterlagen unverschuldet nicht vorlegen können.



    reglementierte Berufe

    In Deutschland sind einige Berufe reglementiert. Reglementiert bedeutet, dass Sie Ihre Berufsqualifikation anerkennen lassen müssen, um in Deutschland in dem Beruf arbeiten zu dürfen. Dies ist gesetzliche Vorschrift. Reglementierte Berufe sind z.B. Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Ärztinnen und Ärzte, oder Lehrerinnen und Lehrer. Ob Ihre Berufsqualifikation reglementiert ist, erfahren Sie im Anerkennungs-Finder.






    Übersetzer, öffentlich bestellte/beeidigte

    Nur öffentlich bestellte oder beeidigte Dolmetscher oder Übersetzer können durch einen offiziellen Vermerk bescheinigen, dass die deutsche Übersetzung eines fremdsprachigen Dokuments komplett und korrekt ist. In Deutschland heißen diese Übersetzer/Dolmetscher unterschiedlich. Sie können auch heißen: „gerichtlich bestellt“, „ermächtigt“, „beeidet“ oder „vereidigt“. In der Regel muss man dem Anerkennungsantrag ins Deutsche übersetzte Dokumente beigefügen. Manche zuständige Stellen in Deutschland akzeptieren keine Übersetzungen von im Ausland öffentlich bestellten/beeidigten Übersetzern/Dolmetschern. Dies sollten Sie erfragen, bevor Sie Dokumente in Ihrem Herkunftsland übersetzen lassen. Die öffentlich bestellten/beeidigten Dolmetscher/Übersetzer in Deutschland finden Sie im Internetportal der Dolmetscher- und Übersetzerdatenbank der Landesjustizverwaltungen.

    Dolmetscher- und Übersetzerdatenbank


    Verfahrenskosten [Verfahrens·kosten]

    Verfahrenskosten sind die Gebühren, die für das Anerkennungsverfahren von der zuständigen Stelle verlangt werden und die Sie bezahlen müssen.

    Es kann sein, dass Ihnen zusätzlich zu den Verfahrenskosten weitere Kosten, z.B. für Übersetzungen, Beglaubigungen Ihrer Dokumente entstehen. Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung finden Sie auf „Möglichkeiten der Finanzierung“

    Möglichkeiten der Finanzierung


    Vorrangprüfung [Vorrang·prüfung]

    Wenn zugewanderte Personen bereits ein konkretes Stellenangebot in Deutschland haben, führt die Bundesagentur für Arbeit (BA) in einigen Fällen eine Vorrangprüfung durch. Bevorrechtigt sind Deutsche, Staatsangehörige aus EU/EWR/Schweiz sowie Staatsangehörige aus Drittstaaten mit unbeschränktem Arbeitsmarktzugang in Deutschland. Die BA prüft, ob die konkrete Stelle mit einer in Deutschland arbeitsuchend gemeldeten Person besetzt werden kann. Wenn der potenzielle Arbeitgeber gut begründen kann, dass unter diesen Personen keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber sind, können auch Bewerberinnen und Bewerber aus allen Drittstaaten die Stelle erhalten.


    Weiterbildung

    Weiterbildung heißt, seine eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse auch nach einer Ausbildung zu festigen und zu erweitern. Man unterscheidet die berufliche Weiterbildung, die allgemeine und politische Weiterbildung und die Weiterbildung an Hochschulen (auch: wissenschaftliche Weiterbildung).

    Zu der beruflichen Weiterbildung gehören Kurse für die Vertiefung und Ergänzung beruflicher Kenntnisse. Das Lernen in der beruflichen Weiterbildung erfolgt entweder formal, nicht-formal oder informell.

    Die Begriffe „Fortbildung“ und „Weiterbildung“ werden im beruflichen Kontext heute oft synonym verwendet. Was früher eine Fortbildung war (nach Sozialgesetzbuch III), wird heute als Weiterbildung definiert. In der Praxis unterscheidet man zusätzlich zwischen Umschulung, Aufstiegsfortbildung (zum Beispiel Meisterkurse) und Anpassungsfortbildung.

    Eventuell muss am Ende einer Weiterbildung eine Prüfung abgelegt werden. Am Ende einer Weiterbildung bekommt man in der Regel einen Nachweis über die Teilnahme oder das Bestehen der Prüfung. Zum Beispiel eine Teilnahmebescheinigung, ein Zertifikat oder ein Zeugnis. Diese Dokumente helfen im Anerkennungsverfahren. Damit können oft wesentliche Unterschiede ausgeglichen werden.


    Weiterbildungsabschluss [Weiterbildungs·abschluss]

    Ein Weiterbildungsabschluss ist eine Berufsqualifikation. Eine Person hat einen Weiterbildungsabschluss, wenn Sie eine formale berufliche Weiterbildung beendet und die staatliche oder staatlich anerkannte Abschlussprüfung erfolgreich bestanden hat. Ein klassischer Weiterbildungsabschluss (oder: Fortbildungsabschluss) ist der Meister oder die Meisterin oder der Fachwirt oder die Fachwirtin nach einer Aufstiegsfortbildung. Diese sind in der Handwerksordnung (HwO) oder im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt.

    Es gibt auch Weiterbildungsabschlüsse an Fachschulen, die von den Bundesländern geregelt werden, z.B. staatlich geprüfter Betriebswirt oder staatlich geprüfte Technikerin.

    Es gibt auch spezielle Weiterbildungen für akademische Heilberufe, z.B. als Facharzt oder als Fachapothekerin in einer bestimmten Fachrichtung. Die Weiterbildungen werden in den Weiterbildungsordnungen der zuständigen Kammern geregelt.



    Zeugnisbewertung

    Für Hochschulabschlüsse, die zu einem nicht reglementierten Beruf führen, gibt es kein Anerkennungsverfahren und auch keine Anerkennung. Es gibt jedoch die Zeugnisbewertung für ausländische Hochschulabschlüsse. Eine Zeugnisbewertung kann bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) beantragt werden. In der Zeugnisbewertung wird dann Ihr Hochschulabschluss beschrieben, und die beruflichen und akademischen Verwendungsmöglichkeiten werden bescheinigt.



    zuständige Stelle

    Zuständige Stellen sind die Behörden oder Institutionen, die auf der Grundlage von geltenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften das Anerkennungsverfahren durchführen.