Gesundheits-/Krankenpfleger/in

Für diese Berufsgruppe finden Sie hier spezielle Informationen zum Verfahren und den gesetzlichen Grundlagen.

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Berufliche Anerkennung

BRAUCHE ICH EINE ANERKENNUNG MEINER BERUFLICHEN QUALIFIKATION?

Wenn Sie in Deutschland als Gesundheits- und Krankenpfleger/Gesundheits- und Krankenpflegerin ohne Einschränkung tätig sein wollen, brauchen Sie eine staatliche Erlaubnis. Die Erlaubnis berechtigt Sie, die Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ zu führen und den Beruf auszuüben.

Auch mit einem im Ausland erworbenen Abschluss können Sie in Deutschland eine staatliche Erlaubnis beantragen. Im Rahmen des Verfahrens überprüft die zuständige Stelle die Gleichwertigkeit Ihres Abschlusses mit dem entsprechenden deutschen Abschluss. Die Erlaubnis kann Ihnen nur erteilt werden, wenn Ihre Ausbildung als gleichwertig anerkannt wird.

Wenn Sie als Staatsangehörige/-r der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) nur vorübergehend und gelegentlich in Deutschland arbeiten wollen, benötigen Sie keine staatliche Erlaubnis. Sie müssen Ihre Tätigkeit aber der zuständigen Stelle melden. Weitere Auskünfte erteilt die zuständige Stelle. 

Sie finden die richtige zuständige Stelle für Ihren Beruf mit dem Anerkennungs-Finder.

Informationen zum Verfahren

WER KANN DAS VERFAHREN DURCHLAUFEN?

  • Sie können einen Antrag auf staatliche Erlaubnis stellen, wenn Sie über einen entsprechenden Berufsabschluss verfügen.
  • Über die Anerkennung Ihres im Ausland erworbenen Abschlusses entscheidet Ihre zuständige Stelle im Rahmen des Verfahrens zur Erteilung der Erlaubnis.
  • Der Antrag kann unabhängig von Ihrer Staatsangehörigkeit, der Herkunft Ihres Abschlusses und Ihrem Aufenthaltsstatus gestellt werden.
  • Das Verfahren ist in der Regel gebührenpflichtig. Über die Kosten informiert die zuständige Stelle.

WIE LÄUFT DAS VERFAHREN AB?

Verfahren für EU/EWR/Schweiz-Abschlüsse

  • In der Regel gilt das Verfahren der automatischen Anerkennung nach der Richtlinie 2005/36/EG: Ihr Abschluss wird ohne eine individuelle Gleichwertigkeitsprüfung anerkannt, wenn das Abschlusszeugnis nach dem EU-Beitritt des Ausbildungsstaates ausgestellt wurde.
  • Abschlüsse, die vor dem Stichtag ausgestellt wurden, werden automatisch anerkannt, wenn der Antragsteller eine Bescheinigung der zuständigen Behörde des Ausbildungsstaats vorlegt, dass die vor dem Beitritt absolvierte Ausbildung den Mindeststandards der Richtlinie 36/2005/EG entspricht.

Verfahren für Abschlüsse aus Nicht-EU-/EWR-Staaten und für EU-Abschlüsse, die nicht automatisch anerkannt werden können

  • Die zuständige Stelle prüft, ob Ihr im Ausland erworbener Abschluss gleichwertig ist mit dem entsprechenden deutschen Abschluss.
  • Ihr Abschluss wird als gleichwertig anerkannt, wenn keine wesentlichen Unterschiede zwischen Ihrem ausländischen Abschluss und dem entsprechenden deutschen Abschluss bestehen.
  • Neben der Ausbildung berücksichtigt die zuständige Stelle auch Ihre im In- oder Ausland erworbene Berufserfahrung. Festgestellte wesentliche Unterschiede können durch einschlägige Berufserfahrung ausgeglichen werden.

WELCHE ERGEBNISSE SIND MÖGLICH?

  • Ihnen wird die Erlaubnis erteilt, wenn die Gleichwertigkeit Ihres Abschlusses festgestellt wird und auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind (u.a. ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache).
  • Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer und der deutschen Referenzqualifikation, haben Sie die Möglichkeit, an einer Anpassungsmaßnahme (Prüfung oder Anpassungslehrgang) teilzunehmen, um die Gleichwertigkeit zu erreichen:
    EU-/EWR-/Schweiz-Abschlüsse
    Sie können wählen, ob Sie eine Prüfung ablegen oder einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang absolvieren wollen. Die Prüfung bezieht sich auf die festgestellten Defizite. Nach Absolvierung des Anpassungslehrgangs oder nach Bestehen der Prüfung wird die Erlaubnis erteilt.
    Abschlüsse aus Nicht-EU-/EWR-Staaten
    Sie können wählen, ob Sie eine Prüfung ablegen oder einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang absolvieren wollen. Die Prüfung bezieht sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung. Der Anpassungslehrgang wird mit einer Prüfung über den Inhalt des Lehrgangs abgeschlossen. Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung bzw. des Anpassungslehrgangs wird die Erlaubnis erteilt.

WELCHE UNTERLAGEN SIND FÜR DIE ANTRAGSTELLUNG ERFORDERLICH?

  • tabellarischer Lebenslauf
  • Ausbildungsnachweise sowie ggf. weitere Befähigungsnachweise
  • Bescheinigungen Ihrer einschlägigen Berufserfahrung
  • Ärztliche Bescheinigung der gesundheitlichen Eignung
  • Erklärung, ob ein gerichtliches Strafverfahren anhängig ist.

Wenn die Unterlagen nicht in deutscher Sprache abgefasst sind, müssen sie in der Regel zusätzlich in beglaubigter Übersetzung vorgelegt werden. Wenn amtlich beglaubigte Kopien nicht ausdrücklich gefordert werden, können Sie auch einfache Kopien Ihrer Unterlagen vorlegen.

Zu Einzelheiten informiert Sie Ihre zuständige Stelle.

Spätaussiedler
Wenn Sie Spätaussiedler sind, fragen Sie zu eventuellen Besonderheiten des Verfahrens (aufgrund § 10 Bundesvertriebenengesetz) Ihre zuständige Stelle.

Gesetzliche Grundlagen


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