Häufige Fragen

Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf allgemeine und weitergehende Fragen rund um den Anerkennungszuschuss. Die Fragen sind nach Themen gegliedert. Über die Links in der Seitennavigation gelangen Sie direkt zum jeweiligen Thema. 


Allgemeine Fragen zum Anerkennungszuschuss

Hier finden Sie Antworten auf allgemeine Fragen zur Förderung durch den Anerkennungszuschuss. 

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Was ist das Ziel der Förderung?

Der Anerkennungszuschuss richtet sich an Personen, die geringe finanzielle Mittel haben. Insbesondere Beschäftigte können profitieren, die unterhalb ihres Qualifikationsniveaus arbeiten und nur ein geringes Einkommen haben. Ziel ist eine deutschlandweite Förderung von Anerkennungskosten – ergänzend zu bereits existierenden Finanzierungsmöglichkeiten.

Wer kann gefördert werden?

  • Personen, die eine formal erworbene Berufsqualifikation aus dem Ausland haben und ein Anerkennungsverfahren in Deutschland starten wollen,
  • Personen, die im Ausland eine Hochschulqualifikation erworben haben und diese bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) einstufen lassen wollen,
  • Personen, die seit mindestens 3 Monaten in Deutschland leben (unabhängig von Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus oder dem Ausbildungsland),
  • Personen, die nicht genügend eigene finanzielle Mittel haben. Das heißt: Wer einen Antrag auf Anerkennungszuschuss stellt, darf als Einzelperson nicht mehr als 26.000 Euro, bei Ehe- bzw. Lebenspartnerschaften nicht mehr als 40.000 Euro Jahreseinkommen (positive Einkünfte gemindert um Kinderfreibeträge) haben.

Was kann gefördert werden?

Was kann nicht gefördert werden?

  • Anpassungsmaßnahmen oder vergleichbare Maßnahmen, Lernmittel (z.B. Bücher), Prüfungsgebühren, Kosten der Lebenshaltung und Betreuungskosten,
  • Sprachkurse und entsprechende Prüfungsgebühren,
  • Kosten und Gebühren für die Berufszulassung (Approbation, Führen der Berufsbezeichnung), wie z.B. die Ausstellung eines Führungszeugnisses oder eines ärztlichen Attests,
  • Leistungen, die im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) oder Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch erbracht werden (SGB II).
  • Kosten für die Beschaffung von notwendigen Nachweisen
  • Kosten für Qualifikationsanalysen (nach §14 BQFG und §50b HwO)
  • Fahrtkosten

Welche Ergebnisse kann der Antrag haben?

Es sind verschiedene Ergebnisse möglich:

  1. Förderzusage: Die Bedingungen der Förderrichtlinie sind erfüllt und einer Förderung steht nichts entgegen.
  2. Aussetzung des Verfahrens: Die grundlegenden Bedingungen der Förderrichtlinie sind zwar zum Zeitpunkt der Prüfung erfüllt (Aufenthaltsdauer ist gegeben, Einkommen unterhalb der Grenze, Referenzberuf förderbar), aber eine Zusage kann nicht erteilt werden, weil aktuell durch andere Stellen (meistens Arbeitsagentur oder Jobcenter) eine Förderung stattfindet. Der Antrag auf Anerkennungszuschuss kann wieder aufgenommen werden, wenn die Förderung durch andere Stellen abgeschlossen ist.
  3. Förderabsage: Die Bedingungen der Förderrichtlinie sind nicht erfüllt, eine Förderung ist nicht möglich. Je nachdem, welche Bedingungen der Richtlinie nicht erfüllt sind, kann die Möglichkeit einer erneuten Antragstellung bestehen. Wenn beispielsweise die Bedingung des mindestens 3-monatigen Aufenthalts zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht erfüllt ist, erfolgt eine Förderabsage. In diesen Fällen wird zu einer erneuten Antragstellung geraten.

 

Fragen zu den zuleitenden Stellen

Die sogenannten zuleitenden Stellen sind die Stellen, an die Sie sich für die Antragstellung wenden können. Hier können Sie den Antrag stellen, und er wird direkt an die zentrale Förderstelle zur Bearbeitung weitergeleitet.

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Wer sind zuleitende Stellen?

Zuleitende Stellen können alle Stellen sein, die Anerkennungsberatungen durchführen. Das können beispielsweise sein:

  • Kammern,

  • Verbände,

  • Vereine,

  • Migrantenorganisationen,

  • Beratungsstellen im IQ-Netzwerk und

  • weitere.

Auch Stellen, die in der Prüfung von Anerkennungsverfahren tätig sind, können zuleitende Stellen sein.

Wie finde ich eine zuleitende Stelle?

Es gibt keine Liste, auf der alle zuleitenden Stellen aufgeführt sind. Informationen über Beratungsstellen bietet beispielsweise folgende Seite:

https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/beratungs_angebote.php

Fragen zum Verhältnis zu anderen Fördermöglichkeiten

Wenn eine Person Sozialleistungen nach SGB II oder III erhält, muss zusätzlich eine Anlage ausgefüllt werden. Dies ist auch der Fall, wenn zum Beispiel eine Arbeitsuchendmeldung vorliegt, aber keine Leistungen bezogen werden.

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Können auch Bezieher von Sozialleistungen den Zuschuss beantragen?

Ja. Da über das SGB II und III die Arbeitsmarktintegration gefördert werden kann, muss zusätzlich die Anlage B zum Antrag vom zuständigen Vermittler im Jobcenter oder bei der Agentur für Arbeit ausgefüllt werden.
Die Förderungen über die Agentur für Arbeit oder über die Jobcenter sind vorrangig gegenüber dem Anerkennungszuschuss. Das bedeutet: Wenn bereits eine Förderung durch Agentur für Arbeit oder Jobcenter erfolgt, ist gleichzeitig vielleicht keine Förderung durch den Anerkennungszuschuss möglich. Für die Bearbeitung des Antrags auf Anerkennungszuschuss werden deshalb die Auskünfte der Arbeitsagenturen oder der Jobcenter benötigt.

Wer muss Anlage B einreichen?

Anlage B muss eingereicht werden, wenn Antragstellende bei einem Jobcenter oder einer Agentur für Arbeit gemeldet sind. Auch wenn kein Arbeitslosengeld oder das sogenannte Hartz IV bezogen werden, stehen als arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldeten Personen prinzipiell dieselben Fördermöglichkeiten zur Arbeitsmarktintegration offen. Antragstellende können sich bei der Agentur für Arbeit bzw. beim Jobcenter über eine Förderung beraten lassen.

Sollte nur die fehlende Arbeitsuchendmeldung einer Förderung im Wege stehen, so sind die Antragstellenden dazu angehalten, sich arbeitsuchend zu melden. Dies betrifft insbesondere geringfügig Beschäftigte und erwerbslose Personen, die bislang nicht arbeitsuchend gemeldet sind. Falls einer Förderung aus dem Vermittlungsbudget andere Gründe entgegenstehen – z. B. Sprachkurs oder Gründe, die eine Förderung ausschließen – wäre es wünschenswert, wenn das auf Anlage B vermerkt wird. Dann wäre eine Meldung als arbeitsuchend nicht nötig.

Fragen zum Aufenthaltstitel

Je nachdem, welchen Aufenthaltstitel eine Person für Deutschland hat, ist eine Förderung durch den Anerkennungszuschuss möglich. Die Person muss aber schon mindestens 3 Monate in Deutschland gelebt haben.

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Welche Rolle spielt der Aufenthaltstitel?

Der Anerkennungszuschuss wird unabhängig vom Aufenthaltstitel gewährt. Bedingung ist: Der oder die Antragstellende muss sich mindestens seit drei Monaten regelmäßig und nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhalten. Das heißt: Die Person hat ihren Hauptwohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland.

Als Nachweis ist die Meldebestätigung des Einwohnermeldeamtes am besten geeignet.

Können Personen mit einem befristeten oder zweckgebundenen Aufenthaltstitel gefördert werden?

Einen befristeten und zweckgebundenen Aufenthaltstitel gibt es beispielsweise bei einem Studentenvisum oder bei Personen, die als Au-Pair in Deutschland sind.

Eine Förderung dieser Personen ist möglich. Entscheidend ist, dass die Antragsteller sich seit mindestens drei Monaten regelmäßig und nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhalten.

Als Nachweis ist die Meldebestätigung des Einwohnermeldeamtes am besten geeignet.
Eine Antragstellung aus dem Ausland ist nicht möglich.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es im Rahmen eines Aufenthalts nach § 17a Aufenthaltsgesetz?

Der §17a Aufenthaltsgesetz ermöglicht den Anerkennungsinteressierten die Einreise nach Deutschland, um eine Qualifizierungsmaßnahme im Rahmen des Anerkennungsverfahrens zu besuchen und damit wesentliche Unterschiede zum deutschen Referenzberuf auszugleichen.

Nach erfolgreicher Teilnahme kann ein Folgeantrag auf Anerkennung gestellt werden. Die damit verbundenen Kosten – zum Beispiel Gebühren – können dann durch den Anerkennungszuschuss gefördert werden.

Voraussetzung ist: Antragsteller müssen sich seit drei Monaten regelmäßig und nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhalten.

Welche Kosten können gefördert werden?

Durch den Anerkennungszuschuss können Kosten gefördert werden, die direkt mit dem Anerkennungsverfahren zusammenhängen. Hierzu beantworten wir hier einige Fragen. 

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Können Kosten, die vor dem Antrag angefallen sind, gefördert werden?

Nein. Kosten, die vor der Antragstellung entstanden sind, können nicht nachträglich gefördert werden.

Hinweis: Es wird dringend empfohlen, den Antrag auf Anerkennungszuschuss vor dem Start eines Anerkennungsverfahrens zu stellen!

Kosten, die in einem laufenden Verfahren anfallen, können gefördert werden. Das sind zum Beispiel Gebühren für einen Folgeantrag.

Es können grundsätzlich nur Kosten gefördert werden, die nach der Stellung des Antrags auf Anerkennungszuschuss entstehen. Das heißt: Das Eingangsdatum des Antrags auf Anerkennungszuschuss muss vor dem Rechnungsdatum liegen.

 

Sind Kosten für die Anerkennung dualer Ausbildungsberufe förderfähig?

Ja. 

Sind Kosten im Rahmen der Approbation förderfähig?

Ärztinnen und Apotheker, die in Deutschland ohne Einschränkung in ihrem Beruf tätig sein wollen, brauchen eine Approbation. Hierfür kann der Nachweis der Gleichwertigkeit der Ausbildung erforderlich sein. Ist die Feststellung der Gleichwertigkeit einer im Ausland erworbenen Qualifikation in diesen Berufen erforderlich, sind alle Kosten, die im Rahmen einer Gleichwertigkeitsprüfung anfallen, förderfähig.

Das sind beispielsweise die Gebühren der zuständigen Stelle für die Gleichwertigkeitsprüfung und damit zusammenhängende weitere Kosten, beispielsweise für Gutachten oder die Übersetzung von Zeugnissen.

Nicht förderfähig sind alle Kosten, die direkt mit der Approbation nicht aber mit der Berufsanerkennung verbunden sind. Das können beispielsweise Gebühren für die Ausstellung der Approbationsurkunde sein, Gebühren für die Eignungs- oder Kenntnisprüfung oder Kosten für die Ausstellung eines polizeilichen Führungszeugnisses.

Generell nicht förderfähig sind Gebühren und Kosten, die mit der Erlangung der Berufserlaubnis im Zusammenhang stehen.

Sind Kosten im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens zur Führung einer Berufsbezeichnung förderfähig?

Die Führung der Berufsbezeichnung ‒ zum Beispiel im Ingenieurwesen oder bei Architektinnen und Architekten ‒ ist reglementiert und erfordert ein Anerkennungsverfahren. Daher kann bei diesen Berufen der Anerkennungszuschuss beantragt werden.

Aber: Nicht alle Kosten sind in diesen Fällen förderfähig.

Förderfähig sind in diesen Fällen Kosten, die im Rahmen einer Gleichwertigkeitsprüfung anfallen, wie Übersetzungen von Zeugnissen.

Nicht förderfähig sind Kosten, die für die Eintragung des Titels beziehungsweise der Berufsbezeichnung anfallen, soweit sie nicht auf die Prüfung der Gleichwertigkeit entfallen.

Sind Kosten für die Anerkennung von Schulzeugnissen förderfähig?

Übersetzungen und Abschlusszeugnisse von allgemeinbildenden Schulen können nur dann gefördert werden, wenn eine zuständige Stelle in einem Berufsanerkennungsverfahren ausdrücklich diese Übersetzungen und Beglaubigungen verlangt. Es wird gebeten, dass Antragstellende dies bei ihrem Auszahlungsantrag nachweisen. Eine einfache Kopie eines entsprechenden Schreibens der zuständigen Stelle genügt als Nachweis.

Sind Kosten für die Bewertung ausländischer Hochschulabschlüsse förderfähig?

Die meisten Hochschulabschlüsse ‒ beispielsweise Abschlüsse in Mathematik, Ökonomie, Journalismus, Geschichte, Sprachwissenschaften, Politologie, Physik, Musik, usw. – sind nicht reglementiert. Für diese Abschlüsse gibt es kein Anerkennungsverfahren, sondern ein Gutachten: die Zeugnisbewertung.

Zeugnisbewertungen werden von der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) erstellt.

Grundsatz: Zeugnisbewertungen sind grundsätzlich förderfähig.

Ausnahme: Die Zeugnisbewertung des ZAB wird ausdrücklich durch die zuständige Stelle im Rahmen deren Gleichwertigkeitsprüfung angefordert.