Förderung der Weiterbildung

Frau in Weiterbildung im Beruf
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Die Anforderungen in der Arbeitswelt wandeln sich ständig. Weiterbildung ist notwendig, um in einem Beruf auf dem neuesten Stand zu bleiben und sich beruflich weiterzuentwickeln. Für Menschen mit ausländischen Berufsqualifikationen kann Weiterbildung ein wichtiger Schritt zur vollen Anerkennung ihres Berufsabschlusses und damit für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt sein.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Weiterbildung von Migrantinnen und Migranten durch verschiedene Programme:

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Bildungsprämie

1. Prämiengutschein

Was wird gefördert?
Individuelle berufliche Weiterbildung.

Wer wird gefördert?
Einen Prämiengutschein können Personen bekommen, die mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind. Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen darf 20.000 Euro (oder 40.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten) nicht übersteigen.

Welche Kosten werden übernommen?
Mit dem Prämiengutschein übernimmt der Staat die Hälfte der Veranstaltungsgebühren, höchstens 500 Euro.

Für Maßnahmen, die in den Bundesländern Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein stattfinden, können Prämiengutscheine nur genutzt werden, wenn die Veranstaltungsgebühren 1.000 Euro nicht übersteigen. Bei Fernunterricht gilt der Sitz des Anbieters als Durchführungsort.

2. Weiterbildungssparen (Spargutschein)

Was wird gefördert?
Individuelle berufliche Weiterbildung.

Wer wird gefördert?
Das Weiterbildungssparen können Personen nutzen, die über ein gefördertes Ansparguthaben nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) verfügen. Der Spargutschein der Bildungsprämie ermöglicht die vorzeitige Entnahme des angesparten Guthabens, ohne dass dadurch die Arbeitnehmersparzulage verloren geht.

Das Weiterbildungssparen kann mit dem Prämiengutschein kombiniert werden.

Ansprechpartner:
Beratungen erhalten Sie von einem Netzwerk regionaler Beratungsstellen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Bildungsprämie und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Meister-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz – AFGB)

Was wird gefördert?
Fortbildungen im nicht-akademischen Bereich (zum Beispiel Meisterkurse im Handwerk, Fachwirt- und Technikerfortbildungen).

Wer wird gefördert?
Teilnehmer/innen mit einem inländischen Abschluss oder einem vergleichbaren ausländischen Abschluss. Auch Ausländerinnen und Ausländer können gefördert werden, wenn sie langfristig aufenthaltsberechtigt sind oder eine dauerhafte Bleibeperspektive haben.

Welche Kosten werden übernommen?
Die Förderung bezieht sich zum einen auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Unabhängig vom Einkommen und Vermögen wird ein Zuschuss  in Höhe von höchstens 30,5% der Kosten sowie ein zinsgünstiges Darlehen gewährt. Bei Bestehen der Prüfung werden 25 Prozent des noch Darlehens erlassen. Für Vollzeit-Fortbildungsmaßnahmen können – abhängig vom Familienstand, Einkommen und Vermögen – auch die Lebenshaltungskosten übernommen werden (ebenfalls als Zuschuss und Darlehen).

Ansprechpartner:
Für die Anträge sind in der Regel die Ämter für Ausbildungsförderung am Wohnsitz der Antragstellerin oder des Antragstellers zuständig. Weitere Informationen finden Sie hier.

BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)

Was wird gefördert?
Eine erste Ausbildung an allgemein- und berufsbildenden Schulen, an Kollegs, Akademien oder an Hochschulen. Die Förderung eines Hochschulstudiums umfasst die Förderung eines Bachelorstudiums und eines Masterstudiums. Nicht förderfähig sind Ausbildungen in Betrieben sowie der begleitende Berufsschulunterricht (duale Ausbildung).

Wer wird gefördert?
Für die Teilnahme an Bachelorstudiengänge können in der Regel Personen bis zum Alter von höchstens 30 Jahren gefördert werden; bei Masterstudiengängen liegt die Altersgrenze bei 35 Jahren. Ausländerinnen und Ausländer mit einer Bleibeperspektive in Deutschland (zum Beispiel Daueraufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis) können die Förderung beantragen.

Welche Kosten werden übernommen?
Die Ausbildungsförderung wird für Lebensunterhalt und Ausbildungskosten bewilligt. Die Höhe der Förderung ist abhängig vom Vermögen der Auszubildenden, ihrer Ehegatten oder Eltern. Schülerinnen und Schüler erhalten die Ausbildungsförderung als Vollzuschuss, Studierende sowie Auszubildende an Höheren Fachschulen und Akademien grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen.

Ansprechpartner
Weitere Informationen zum BAföG erhalten Sie bei dem zuständigen Amt, das auch die Antragsunterlagen bearbeitet: 

  1. Für Studierende: die Studentenwerke der Hochschulen, an denen die Immatrikulation erfolgt ist bzw. erfolgen wird
  2. Für Auszubildende an Abendgymnasien, Kollegs, Höheren Fachschulen und Akademien: das Amt für Ausbildungsförderung, in dessen Bezirk sich die Ausbildungsstätte befindet
  3. Für alle anderen Schülerinnen und Schüler: das Amt für Ausbildungsförderung am Wohnort der Eltern.

Antragsformulare und weitere Informationen finden Sie hier.

Bildungskredit

Was wird gefördert?
Das vorletzte und letzte Jahr einer Ausbildung oder Weiterbildung an allgemeinbildenden oder beruflichen Schulen, an Fachschulen, Kollegs, Akademien oder Hochschulen.

Wer wird gefördert?
Das Programm wendet sich – unabhängig vom BAföG – an Studierende oder Schülerinnen und Schüler, die bereits einen Berufsabschluss erworben haben oder durch die aktuelle schulische Ausbildung einen Berufsabschluss erwerben. Ausländische Interessierte mit einer Bleibeperspektive in Deutschland (zum Beispiel Daueraufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis) sind antragsberechtigt.

Welche Kosten werden übernommen?
Die Förderung besteht aus einem zeitlich befristeten, zinsgünstigen Kredit; das Einkommen und das Vermögen der Auszubildenden und ihrer Eltern wird nicht angerechnet.

Ansprechpartner:
Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des BAföG oder der offiziellen Seite zum Bildungskredit.

Förderprogramme der Bundesländer

Einige Bundesländer bieten ebenfalls Förderprogramme für die Teilnahme an Weiterbildungen an; Informationen erhalten Sie bei den Beratungsstellen des Netzwerks Integration durch Qualifizierung - IQ.


Hinweise auf Fördermöglichkeiten für Weiterbildung im Rahmen der Arbeitsförderung finden Sie hier.


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Aktualisiert am 25.10.2013