Fachtagung Anerkennungszuschuss 2020

Podiumsdiskussion
© f-bb

Fachtagung Anerkennungszuschuss 2020

„Wege zur beruflichen Anerkennung bereiten“: Unter diesem Titel fand am 20.2.2020 eine Fachtagung zum Anerkennungszuschuss des Bundes in Berlin statt. Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) hatte dazu zahlreiche Akteure der beruflichen Anerkennung für eine Zwischenbilanz des Förderinstruments eingeladen. Der Anerkennungszuschuss wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
 

In ihrem Grußwort betonte Dr. Catrin Hannken, Unterabteilungsleiterin für den Bereich Berufliche Bildung im BMBF, dass Integration vor allem über den Arbeitsmarkt und damit über die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse gelinge. Über die vergangenen Jahre habe sich hier eine flexible und leistungsfähige Struktur herausgebildet. Es gelte nunmehr, das Erreichte zu reflektieren, Erkenntnisse daraus zu ziehen und die Abläufe weiter zu verbessern.

In seinem anschließenden Vortrag wies Robert Steudtner vom f-bb auf die Notwendigkeit und den Leistungsumfang des Anerkennungszuschusses hin: Für Personen mit eingeschränkter finanzieller Eigenleistungsfähigkeit sei eine Förderlücke geschlossen worden. Mit dem Anerkennungszuschuss könnten Personen gefördert werden, die außerhalb des Anwendungsbereichs der Sozialgesetzbücher II und III oder weiterer Förderprogramme sonst keine finanzielle Förderung in Anspruch nehmen könnten.

Evaluation bestätigt: Anerkennungszuschuss hilft bei der Arbeitsmarktintegration

Wie gut erfüllt der Anerkennungszuschuss seinen eigentlichen Zweck? Diese Frage konnte f-bb-Geschäftsführerin Dr. Iris Pfeiffer in ihrem Vortrag positiv beantworten: Wie die Evaluationsergebnisse des Monitorings zeigten, sei der Anerkennungszuschuss ein Erfolg. Die Förderung erreiche die Zielgruppe der Erwerbstätigen, wie eine Erwerbsquote von 66 Prozent der Antragstellenden belege. Ebenso verbessere sich die Arbeitsmarktintegration der Geförderten im Hinblick auf eine ausbildungsadäquate Beschäftigung deutlich.

Austausch und Diskussionen

Im Interview zu den Förderprogrammen der Länder betonten sowohl Dr. Jessica Erbe vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) als auch Helene Meyer von der Zentralen Anlaufstelle Anerkennung (ZAA) in Hamburg neben dem Anerkennungszuschuss des Bundes die herausragende Rolle regionaler Ansätze bei der Förderung von Anerkennungskosten. Das Prinzip der Subsidiarität biete die Möglichkeit, Anerkennungsverfahren aufgrund kurzer Wege und persönlicher Ansprache effizienter zu gestalten.

Um qualifizierte Fachkräfte auch langfristig an Deutschland zu binden, ist ein gelingendes Integrationsmanagement unabdingbar. Dass dabei auch die Betriebe stärker in die Anerkennungsverfahren einbezogen werden sollten, darüber waren sich die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion einig. Cemalettin Özer vom Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen warf die Frage auf, ob die Gewinnung von Fachkräften nicht auch eine originäre Aufgabe von Betrieben sei und forderte deren stärkere Einbindung. Gitte Warnick vom BMBF betonte den Stellenwert von Informationsstrukturen für Betriebe und nannte das Projekt „Unternehmen Berufsanerkennung“ der Kammern als gutes Beispiel, wie Betriebe über die berufliche Anerkennung informiert werden können. Wiebke Reyels von der am f-bb ansässigen Fachstelle Beratung und Qualifizierung des Förderprogramms IQ stellte die Rolle einer betrieblichen Begleitung von Fachkräften heraus. Dr. Rudolf Bünte von der Bundesagentur für Arbeit bekräftigte die Bedeutung des Wissenstransfers und der Vernetzung zwischen allen Akteuren.

Mehrere Foren dienten der Vernetzung und dem Austausch. In Forum 1 wurde die Beratung als essenzielles Element für eine gelingende Arbeitsmarktintegration besprochen. Forum 2 thematisierte den möglichst nahtlosen Übergang von Finanzierung und Qualifizierung mit dem Ziel, die Schnittstellen zu verbessern und so Reibungsverluste zu minimieren. Forum 3 knüpfte unmittelbar an die Podiumsdiskussion an. Es wurden Möglichkeiten diskutiert, wie Betriebe Mitarbeiter, die sich in einem Anerkennungsverfahren befinden, unterstützen könnten. Außerdem beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Möglichkeiten, wie Unternehmen bereits anerkannten Fachkräften die Integration in den Arbeitsalltag erleichtern können. In Forum 4 wurde diskutiert, wie sich mögliche Hürden bei der Integration überwinden lassen.

Zum Abschluss waren die Praktiker gefragt: Tomasz Stala, Geförderter des Anerkennungszuschusses, empfahl, den Weg der Anerkennung trotz einiger Schwierigkeiten zu beschreiten. Als Beispiele guter Praxis berichteten Christian Hager vom Kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV) und Cornelia Schmidt von der Informations- und Beratungsstelle Arbeitsmarkt Sachsen (IBAS) über die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen zuständigen Stellen und Beratungsstellen. Sabrina Flaus, Projektleiterin einer Anpassungsqualifizierung für Pflegekräfte, berichtete vom erfolgreichen Aufbau solcher Vernetzungsstrukturen im Saarland.

Fazit

Vielfältige Austauschformate ermöglichten den Blick auf bisherige Erfolge und auf bestehende Herausforderungen des Anerkennungszuschusses. Im Gesamtkontext der Berufsanerkennung machte die Tagung die Bedeutung und Wirksamkeit des Anerkennungszuschusses und anderer Förderinstrumente deutlich.

Corona: Weniger Services zur Anerkennung

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