Einreise und Aufenthalt von Staatsangehörigen aus Drittstaaten

Weltkarte
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Sie planen, nach Deutschland zu ziehen und hier zu arbeiten? Welche Regelungen für den Aufenthalt und die Arbeitsaufnahme für Sie gelten, hängt davon ab, aus welchem Land Sie kommen und welche Qualifikationen Sie haben. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen.


Sonderregelungen für Angehörige bestimmter Staaten

Sie können ohne Visum nach Deutschland einreisen und länger bleiben, wenn Sie Staatsangehörige oder Staatsangehöriger eines der folgenden Länder sind (§ 41 Abs. 1 AufenthV):

Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, Republik Korea, USA.

Sie haben auch die Möglichkeit in Deutschland zu arbeiten. Sie können jede Beschäftigung ausüben, wenn Sie ein Arbeitsplatzangebot haben und die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat. Die Anerkennung Ihres Berufsabschlusses ist nur erforderlich, wenn Sie in einem reglementierten Beruf arbeiten wollen (zum Beispiel als Arzt/Ärztin, Krankenpfleger/-in, Erzieher/-in).

Voraussetzung ist eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit. Diese müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach der Einreise und vor der Arbeitsaufnahme bei der Ausländerbehörde in der Stadt beantragen, in der Sie leben wollen. Die Adressen der Ausländerbehörden finden Sie auf der Internetseite des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).


Standardregelungen für Staatsangehörige aus Drittstaaten

Visum

Als Staatsangehöriger eines anderen Staates müssen Sie vor der Einreise nach Deutschland ein Visum bei einer deutschen Auslandsvertretung (Visastellen der Botschaften und Generalkonsulate) in Ihrem Heimatland beantragen. Informationen zu den Visabestimmungen und Antragsformulare finden Sie im Portal des Auswärtigen Amtes.

Die Adressen der Auslandsvertretung finden Sie auf der interaktiven Weltkarte von "Make it in Germany". Informieren Sie sich bei der Auslandsvertretung, welche Unterlagen Sie benötigen.

Aufenthaltstitel mit Zugang zum Arbeitsmarkt

Wenn Sie länger in Deutschland bleiben möchten, beantragen Sie bei der deutschen Auslandsvertretung in Ihrem Land zusätzlich zum Visum einen Aufenthaltstitel. Dieser Titel wird in der Regel zunächst befristet und für einen bestimmten Aufenthaltszweck, zum Beispiel für eine Erwerbstätigkeit, für ein Studium oder zur Ausbildung erteilt. Haben Sie einen Aufenthaltstitel zur Erwerbstätigkeit, benötigen Sie keine zusätzliche Arbeitserlaubnis. Ob Sie in Deutschland arbeiten können, also einen „Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit“ erhalten, hängt davon ab, welche Qualifikation Sie mitbringen. Für Hochqualifizierte, Wissenschaftler und Selbstständige gibt es Bestimmungen, die eine Zuwanderung erleichtern. Auch Nicht-Akademiker aus Drittstaaten können unter bestimmten Voraussetzungen eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen. Im Internetangebot des BAMF finden Sie weitere Informationen zu den Bestimmung für die Einreise und zum Aufenthaltsrecht.

Benötigen Sie weitere Informationen zum Arbeitsmarktzugang, besuchen Sie die Internetseiten der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.

Mit einem interaktiven Wegweiser des sächsischen Innenministeriums erhalten Sie mit wenigen Klicks einen Überblick, ob Sie für Ihren Aufenthalt in Deutschland einen Aufenthaltstitel benötigen und welcher für Ihren Zweck in Frage kommt.

Für Akademikerinnen und Akademiker: Blaue Karte EU

Wenn Sie einen deutschen oder einen ausländischen Hochschulabschluss besitzen, der in Deutschland anerkannt oder mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist, können Sie seit August 2012 eine „Blaue Karte EU“ erhalten. Ob Ihr Hochschulabschluss in Deutschland anerkannt ist, können Sie im Internetportal der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) recherchieren oder – wenn Sie hier keine Informationen finden - bei der ZAB eine gebührenpflichtige Bewertung ihres Abschlusses beantragen.

Die Blaue Karte ist eine auf vier Jahre befristete Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Voraussetzungen für die Blaue Karte sind:

  • ein Hochschulabschluss und
  • ein Arbeitsverhältnis in Deutschland mit einem Mindestgehalt von 47.600 € im Jahr oder
  • ein Abschluss in bestimmten Berufen, in denen Fachkräfte in Deutschland fehlen (sogenannte Mangelberufe), wie Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, Ärzte und IT-Fachkräfte mit einem Mindestgehalt von 37.128 € im Jahr.

Den Antrag auf eine Blaue Karte EU können Sie bei Ihrer zuständigen Ausländerbehörde stellen. Wenn Sie einen ausländischen Hochschulabschluss besitzen und in einem Mangelberuf arbeiten möchten, muss die Bundesagentur für Arbeit Ihrer Beschäftigung zustimmen (nach einer Prüfung, ob die Arbeitsbedingungen den ortsüblichen Bedingungen entsprechen). Mit einer Blauen Karte EU können Sie unter erleichterten Voraussetzungen eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten - je nach Deutschkenntnissen nach 33 bzw. 21 Monaten. Familienangehörige von Inhabern einer Blauen Karte EU dürfen ohne Wartezeit uneingeschränkt in Deutschland arbeiten. Mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Flyer (Stand: Januar 2015, PDF, 828 KB) oder auf der Website des sächsischen Innenministeriums.

Informationen für Absolventen deutscher Hochschulen oder Personen die eine Ausbildung in Deutschland absolviert haben, finden Sie auf www.make-it-in-germany.com.

Für Fachkräfte mit Berufsausbildung

Wenn Sie eine nicht-akademische Berufsausbildung in einem Staat außerhalb der Europäischen Union (EU) absolviert haben, können Sie zum Arbeiten nach Deutschland zuwandern, wenn Sie folgende Bedingungen erfüllen (Beschäftigungsverordnung - BeschV, Neufassung vom 1. Juli 2013):

  • Sie benötigen einen Arbeitsplatz oder ein verbindliches Stellenangebot in Deutschland.
  • Ihre Berufsausbildung muss mit einem deutschen Abschluss gleichwertig, das heißt anerkannt, sein. Hierfür müssen Sie einen Antrag auf Anerkennung bei der dafür zuständigen Stelle stellen. Die für Sie zuständige Stelle finden Sie im Anerkennungs-Finder.
  • In Deutschland müssen in Ihrem erlernten Beruf Fachkräfte fehlen. Das heißt, der Beruf muss ein sogenannter „Engpassberuf“ sein. Die entsprechenden Berufe werden von der Bundesagentur für Arbeit in der „Positivliste“ (PDF, 131 KB) aufgeführt.
  • Wenn Ihr erlernter Beruf nicht in der „Positivliste“ aufgeführt ist, können Sie im Rahmen des „Punktebasierten Modellprojekts für ausländische Fachkräfte“ (PuMa) bei einem Arbeitgeber im Land Baden-Württemberg in Ihrem erlernten Beruf arbeiten. Voraussetzung ist unter anderem, dass Sie Deutschkenntnisse besitzen. Weitere Informationen zu PuMa finden Sie hier.

Die berufliche Anerkennung können Sie bereits in Ihrem Heimatland beantragen - unabhängig von einem Stellenangebot. Sie können den Antrag auf Anerkennung Ihres Abschlusses bei der zuständigen Stelle in dem Bundesland stellen, in dem Sie in Deutschland arbeiten wollen. Sie können auch dann einreisen, wenn für die Anerkennung Ihres Abschlusses in Deutschland Qualifizierungsmaßnahmen erforderlich sind. Dies kann z.B. ein Anpassungslehrgang, ein Vorbereitungskurs für eine Prüfung oder eine betriebliche Tätigkeit in einem Betrieb sein, wenn Sie Berufspraxis in einem Betrieb nachholen müssen (Grundlage: § 17a Aufenthaltsgesetz).

Sie können in Deutschland bereits parallel zu einer Qualifizierungsmaßnahme in dem Berufsfeld arbeiten, für das Sie qualifiziert sind. Sie dürfen zwar noch nicht in dem Beruf arbeiten, der anerkannt werden soll, aber eventuell können Sie in einem ähnlichen Beruf arbeiten. Wenn Sie z.B. eine Anerkennung als Krankenpfleger/-in anstreben, können Sie in Deutschland eventuell bereits als Helfer/-in im Bereich der Krankenpflege arbeiten. Voraussetzung ist ein Stellenangebot für eine spätere Beschäftigung nach der Anerkennung Ihres Berufsabschlusses.

Ehegatten- und Familiennachzug

Die Entscheidung, nach Deutschland zu ziehen, betrifft oft die ganze Familie. Für die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland brauchen Ausländer grundsätzlich einen sogenannten „Aufenthaltstitel“. Wenn Sie Familienangehörige oder Familienangehöriger eines Bürgers aus einem Drittstaat sind, kann Ihnen ein Aufenthaltstitel erteilt werden, wenn Ihr Familienangehöriger bereits im Besitz eines Aufenthaltstitels ist. Seit September 2013 haben alle nachziehenden Familienangehörigen auch einen uneingeschränkten Arbeitsmarktzugang.

Deutschkenntnisse

Sie und Ihre Familie werden sich besser im Alltag, Arbeitsleben oder in der Schule zurechtfinden, wenn alle Deutsch sprechen. Hier finden Sie mehr Informationen.


Aktualisiert am 15.08.2014