Dokumente für die Antragstellung

Antragsdokumente
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Welche Dokumente müssen in der Regel bei der Antragstellung der zuständigen Stelle vorgelegt werden? Für welche Dokumente benötigt man eine Beglaubigung und bei welchen Dokumenten reichen einfache Kopien? Und wann benötigt man Übersetzungen ins Deutsche? Hier finden Sie Antworten auf diese Fragen.


Bitte beachten Sie: Diese Informationen verfolgen das Ziel, Ihnen eine erste Orientierung zu geben. Die zuständigen Anerkennungsstellen können den Umfang und die Form der erforderlichen Dokumente teilweise unterschiedlich handhaben. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, sich vor der Antragstellung bei der zuständigen Anerkennungsstelle beraten zu lassen. Die Kontaktdaten der Stellen finden Sie im Anerkennungs-Finder.


Das Antragsformular

Bei fast allen Stellen, die für die Anerkennung zuständig sind, erhalten Sie ein spezielles Formular, das Sie ausfüllen, unterschreiben und an die zuständige Stelle schicken müssen. Dieses Formular hat je nach der zuständigen Stelle und manchmal auch je nach Beruf, für den Sie sich interessieren, einen unterschiedlichen Namen. Es kann z. B. „Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit“ heißen, oder aber auch speziell für einen bestimmten Beruf gelten, z. B. „Antrag auf Eintragung in die Architektenliste“. Das Formular erhalten Sie nach einem Beratungstermin bei der zuständigen Stelle oder nach Anfrage per E-Mail. Oft können Sie die Formulare auch auf den Internetseiten der zuständigen Stellen herunterladen. Die Kontaktdaten und Adressen der Internetseite Ihrer zuständigen Stelle finden Sie im Anerkennungs-Finder.

Manchmal muss das Formular vor der schriftlichen Antragstellung zuerst elektronisch ausgefüllt und verschickt werden. Das ist der Fall bei den sogenannten Zeugnisbewertungen, die von der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) für nicht-reglementierte Hochschulabschlüsse ausgestellt werden. Das elektronische Antragsformular erhalten Sie von der ZAB per E-Mail, nachdem Sie das entsprechende Vorformular ausgefüllt haben. Nach Erhalt der E-Mail füllen Sie den Antrag auf Ihrem Computer vollständig aus und senden ihn zunächst online an die ZAB zurück. Anschließend müssen Sie ihn aber (d.h. zusätzlich zu der vorherigen elektronischen Zusendung) ausdrucken, unterschreiben und zusammen mit anderen Dokumenten an die ZAB per Post schicken. Genaue Informationen finden Sie hier.


Weitere erforderliche Dokumente und Unterlagen

Damit die zuständige Stelle Ihren Antrag auf Anerkennung bearbeiten kann, sind weitere Dokumente notwendig. Bei allen Anträgen sind dies in der Regel:
DokumentÜbersetzungBeglaubigte KopieSonstige Hinweise
Identitätsnachweis
(Reisepass oder Personalausweis; ggf. Nachweis über Namensänderung, z. B. Heiratsurkunde)
Nein  Ja  Bei einer anderen Buchstabenschrift (z.B. Kyrillisch) ggf. eine Transliteration in die lateinische Schrift, falls im Identitätsnachweis nicht vorhanden

Bei Flüchtlingen, Asylbewerbern oder Geduldeten reicht die "Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender" (BÜMA), eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung.

Nachweis Ihres Berufs- bzw. Ausbildungsabschlusses
(Abschlusszeugnis z. B. Diplom Ihrer Hochschule)
Ja  Ja 
Nachweise über Inhalte und Dauer der absolvierten Ausbildung
(z. B. Fächeraufstellung und Notenlisten der Ausbildung, Studienbuch, Diploma Supplement, Transcript of records)
Ja  Ja 
Sonstige Befähigungsnachweise
(zum Beispiel Zeugnisse über Weiterbildungen oder Umschulungen)
Ja  Ja  Falls vorhanden
Kurzer Lebenslauf
(tabellarische Übersicht über Ihre Ausbildungsgänge und – falls vorhanden – Fortbildungen sowie über die bisherige Erwerbstätigkeit)
Deutsches Original Nein In den meisten Fällen gefordert
Erklärung über die evtl. bisher erfolgte Antragstellung
(Erklärung, ob und ggf. mit welchem Ergebnis der Antrag bisher gestellt wurde)
Deutsches Original Nein Einzureichen in unterschiedlicher Form, z.B. als Teil des Antragsformulars oder als separates Dokument (durch das Ausfüllen einer dafür vorbereiteten Vorlage von der zuständigen Stelle bzw. formlos)
Nachweis, dass Sie in Deutschland arbeiten wollen In der Regel deutsches Original Nein Nur für Personen aus Drittstaaten (d.h. entfällt für Staatsangehörige und für Personen mit Wohnort in der EU/EWR/Schweiz). Nachweis z.B. durch Beantragung eines Einreisevisums zur Erwerbstätigkeit, Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern, Geschäftskonzept bei selbständiger Tätigkeit)

Weitere erforderliche Dokumente und Unterlagen

Je nachdem, welchen Beruf Sie ausüben wollen, sind ggf. weitere Dokumente für die Antragstellung erforderlich. Dies trifft insbesondere für reglementierte Berufe zu, die die öffentliche Gesundheit (z.B. Gesundheitsberufe) oder Sicherheit (z.B. Architektenberufe) berühren bzw. in denen Sie wegen der beruflichen Tätigkeit in einem sensiblen Bereich mit Kindern und Jugendlichen Ihre Eignung besonders nachweisen müssen (z.B. Lehrer/Lehrerinnen, Erzieherinnen/Erzieher, Sozialarbeiter/Sozialpädagogen). In der Regel werden bei diesen Berufen folgende Unterlagen und Bescheinigungen gefordert:

  • Nachweis der gesundheitlichen Eignung (in der Regel eine aktuelle ärztliche Bescheinigung, in einigen Fällen aber auch lediglich eine persönliche Erklärung zum individuellen Gesundheitszustand)
  • Nachweis der persönlichen Eignung/Zuverlässigkeit, z. B. Führungszeugnis, Auszug aus dem Strafregister bzw. ein gleichwertiger Nachweis aus dem Herkunftsland, Erklärung, ob ein gerichtliches Strafverfahren bzw. ein Insolvenzverfahren anhängig ist (alle Nachweise dürfen in der Regel nicht älter als drei Monate sein),
  • Nachweis über eine ausreichende berufliche Haftpflichtversicherung (oft mit einer bestimmten Versicherungssumme).


Nachweis über Deutschkenntnisse

Für den Zugang zu vielen reglementierten Berufen müssen Sie auch über Deutschkenntnisse auf einem bestimmten Sprachniveau verfügen. Bei der Festlegung des erforderlichen Sprachniveaus orientiert man sich in der Regel am sogenannten „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen“.

Das erforderliche Sprachniveau ist je nach Beruf, und manchmal auch je nach Bundesland, unterschiedlich. Bei Lehrerinnen und Lehrern werden z.B. in der Regel Kenntnisse der deutschen Sprache auf dem Niveau C2 gefordert, die einen Einsatz im Unterricht und die Wahrnehmung aller Tätigkeiten einer Lehrkraft erlauben, bei Ärzten oder Gesundheits- und Krankenpflegern ist am häufigsten Niveaustufe B2 erforderlich.

Wie und wann Sie die Sprachkenntnisse nachweisen müssen, unterscheidet sich auch oft je nach Beruf, Bundesland oder auch nach zuständiger Stelle, bei welcher Sie Ihren Antrag auf Anerkennung stellen. Zum Teil werden bestimmte Sprachzertifikate akzeptiert (z.B. das Deutsche Sprachdiplom des Goethe-Instituts), zum Teil wird z.B. zusätzlich oder alternativ ein Sprachtest oder eine Prüfung bei der zuständigen Stelle durchgeführt. Den Nachweis über Ihre Deutschkenntnisse müssen Sie entweder bereits zu Beginn des Verfahrens (d.h. bei der Antragstellung) oder erst zu einem späteren Zeitpunkt einreichen (z.B. bei der Einstellung in den Schuldienst).

Aufgrund der unterschiedlichen Art der Nachweise über Deutschkenntnisse empfehlen wir Ihnen, sich im Vorfeld bei der zuständigen Stelle ausführlich beraten zu lassen. Die Kontaktdaten und Adressen der Internetseite Ihrer zuständigen Stelle finden Sie im Anerkennungs-Finder.


Bescheinigungen auf der Grundlage der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie

Wenn die Anerkennung in Ihrem Beruf über die Regelungen der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie erfolgt, kann es unter Umständen notwendig sein, zusätzlich bestimmte Bescheinigungen auf der Grundlage dieser Vorschrift einzureichen, z.B.

  • EU-Konformitätsbescheinigung
    Die Bescheinigung wird von der jeweils zuständigen Behörde in Ihrem Heimatland ausgestellt und ist im Original oder als amtlich beglaubigte Kopie einzureichen. Die EU-Konformitätsbescheinigung bestätigt, dass Ihre ausländische Qualifikation den Mindeststandards der EU-Richtlinie genügt. Erforderlich ist die Bescheinigung z.B. bei Ausbildungen in Berufen, die grundsätzlich unter die sogenannte automatische Anerkennung fallen (Ärztinnen/Ärzte, Zahnärztinnen/Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Hebammen, Architekten). Diese Ausbildungen sind im Regelfall in der EU-Richtlinie aufgelistet und werden auf dieser Grundlage automatisch anerkannt. Wenn Sie allerdings Ihre Ausbildung zum Beispiel vor dem Beitritt Ihres Herkunftslandes zur EU begonnen haben, fehlt sie in der Liste, obwohl sie die Mindestvoraussetzungen der Richtlinie erfüllt. In einem solchen Fall ist es erforderlich, dass Ihr Herkunftsland Ihnen bestätigt, dass Ihre Ausbildung den EU-Standards entspricht. Dies geschieht durch die EU-Konformitätsbescheinigung.
  • EU-Bescheinigung über die Berechtigung zur Berufsausübung bzw. Bescheinigung über Art und Dauer der Berufstätigkeit im Herkunftsstaat
  • EU-Bescheinigung über die rechtmäßige Niederlassung im Herkunftsland (wenn Sie z.B. eine gelegentliche Dienstleistung in Deutschland erbringen möchten)

Informieren Sie sich bei der zuständigen Anerkennungsstelle in Deutschland, ob diese Dokumente in Ihrem Falle notwendig sind. Sollten Sie im Anschluss die Information suchen, von welcher Stelle in Ihrem Herkunftsstaat die betroffene Bescheinigung ausgestellt wird, können Sie sich mit dieser Frage an die sogenannte nationale Informationsstelle in Ihrem Herkunftsland wenden, die im Sinne der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie Auskünfte erteilt. In der Regel wird diese Funktion durch die NARICs (National Academic Recognition Information Centres) beziehungsweise ENICs (European Network of Information Centres) wahrgenommen. Die Kontaktdaten finden Sie hier.


Weitere Dokumente

Die zuständige Stelle kann von Ihnen weitere Nachweise verlangen, soweit diese für die Feststellung der Gleichwertigkeit erforderlich sind, z.B. Nachweise über Ihre Vorbildung (z.B. Schulabschlusszeugnis, das in Ihrem Heimatland den Zugang zum Hochschulstudium eröffnet).

Außerdem kann es hilfreich sein und das Verfahren beschleunigen, wenn Sie zusätzliche Dokumente vorlegen, die bei der Bewertung Ihrer ausländischen Qualifikation von Nutzen sind, z.B. Lehrpläne, Prüfungsordnungen oder Tätigkeitsberichte.


Beglaubigungen von Originaldokumenten

Senden Sie keine Originale an die zuständigen Stellen!

Die zuständige Stelle entscheidet, ob einfache oder beglaubigte Kopien Ihrer Unterlagen notwendig sind. Wenn amtlich beglaubigte Kopien nicht ausdrücklich gefordert werden, können Sie auch einfache Kopien Ihrer Unterlagen vorlegen. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.

Eine amtliche Beglaubigung bestätigt, dass die Kopie mit dem Original übereinstimmt. Notare und städtische Behörden (z.B. ein Rathaus) können beglaubigte Kopien ausstellen.

Wichtiger Hinweis: Bitte reichen Sie keine Kopien von beglaubigten Kopien ein! Sie müssen die Kopien mit dem Original-Beglaubigungsvermerk vorlegen, d.h. genau das Dokument, das Sie von der Behörde erhalten, die die Beglaubigung ausgestellt hat.


Übersetzungen

In der Regel sollen Ihre Unterlagen ins Deutsche übersetzt dem Antrag beigefügt werden. Falls in der zuständigen Stelle ein Mitarbeiter die entsprechende Sprache spricht, kann auf eine Übersetzung verzichtet werden. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.

Übersetzungen sind von Dolmetschern oder Übersetzern anzufertigen, die im In- oder Ausland öffentlich bestellt oder beeidigt sind. Nur diese Übersetzer können durch einen offiziellen Vermerk bescheinigen, dass die deutsche Übersetzung eines fremdsprachigen Dokuments vollständig und richtig ist.

Wichtiger Hinweis: Bitte fragen Sie vor der Beauftragung einer Übersetzung bei der zuständigen Anerkennungsstelle nach, ob Übersetzungen auch von den im Ausland öffentlich bestellten/beeidigten Übersetzern/Dolmetschern akzeptiert werden. Manche der zuständigen Stellen akzeptieren ausschließlich Übersetzungen, die von in Deutschland öffentlich bestellten/beeidigten Übersetzern/Dolmetschern angefertigt werden.

Die öffentlich bestellten/beeidigten Dolmetscher/Übersetzer in Deutschland finden Sie im Internetportal der Dolmetscher- und Übersetzerdatenbank der Landesjustizverwaltungen.