Daten zur Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“

Daten zur Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“

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Zwischen 02.04.2012 und 31.03.2018 fanden 75.464 Beratungen über die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“ statt.

Die Beratung nehmen häufiger Frauen (52,7 Prozent) als Männer (47,3 Prozent) in Anspruch und vor allem Personen im Alter zwischen 25 und 44 Jahren (75,2 Prozent). Die Mehrheit der Anfragen (64,2 Prozent) stammt von Personen, die bereits in Deutschland leben. Die Hälfte (46,7 Prozent) der Anfragenden lebt allerdings erst seit bis zu einem Jahr in Deutschland. 35,8 Prozent der Ratsuchenden haben ihren Wohnsitz im Ausland.

Die Abschlüsse der Ratsuchenden stammen aus insgesamt 180 verschiedenen Ländern. Über ein Viertel wurde in Polen (6,7 Prozent), der Russischen Föderation (6,3 Prozent), der Türkei (5,7 Prozent), Rumänien (4,4 Prozent) oder der Ukraine (4,2 Prozent) erworben. Insgesamt stammt über ein Drittel der Abschlüsse aus einem Staat der EU-28, jeweils etwa ein Sechstel wurde in Asien, den europäischen Ländern außerhalb der EU oder in einem GUS-Staat erworben.

Es wurden Beratungen zu 511 verschiedenen Referenzberufen durchgeführt. Mit Abstand die meisten Anerkennungsverfahren werden für den Beruf Ingenieurin und Ingenieur angestrebt (9,7 Prozent). Häufige Beratungen wurden weiterhin im Bereich der bundesrechtlich reglementierten Berufe im Anwendungsbereich des Anerkennungsgesetzes des Bundes bei den Berufen Gesundheits- und Krankenpflegerin und Gesundheits- und Krankenpfleger, Ärztin und Arzt, Zahnärztin und Zahnarzt sowie Rechtsanwältin und Rechtanwalt dokumentiert. Bei nicht reglementierten Ausbildungsberufen wurden Elektronikerin und Elektroniker, Kraftfahrzeugmechatronikerin und -mechatroniker, Friseurin und Friseur sowie Köchin und Koch als die häufigsten Berufe gezählt. Unter den landesrechtlich reglementierten Berufen finden sich vor allem Ingenieurin und Ingenieur, Lehrerin und Lehrer, Erzieherin und Erzieher und Sozialpädagogin und Sozialpädagoge.

Insgesamt fallen über zwei Fünftel (41,0 Prozent) der Berufe, zu denen Beratungen stattfanden, unter die Regelungen des Anerkennungsgesetzes des Bundes. Ein Viertel (25,2 Prozent) der Berufe unterliegen einer landesrechtlichen Reglementierung und fallen damit in die Zuständigkeit der Bundesländer. Zudem lassen sich viele Ratsuchende zu ausländischen Hochschulabschlüssen beraten (13,2 Prozent), die nicht auf einen reglementierten Beruf zulaufen (z.B. Betriebswirtin und Betriebswirt bzw. Wirtschaftswissenschaftlerin und Wirtschaftswissenschaftler, Informatikerin und Informatiker, Psychologin und Psychologe, Germanistin und Germanist) und damit auch nicht unter die Anerkennungsgesetze von Bund und Ländern fallen. In 20,6 Prozent der Fälle war eine Zuordnung des ausländischen Abschlusses zu einer deutschen Referenzqualifikation im Rahmen der Beratung durch die Hotline noch nicht möglich.

Aus der Dokumentation der Beratungsaktivitäten wird ersichtlich, dass das Interesse an der Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation vor allem für Lehrberufe und weitere pädagogische Berufe, Heil- und Gesundheitsberufe sowie Ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliche Abschlüsse groß ist.

Ann-Kathrin Liedtke und Victoria Vockentanz, IQ Fachstelle „Beratung und Qualifizierung“ am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb)

Aktualisiert am 19.06.2018