Ausbildungsberufe

Sie haben eine Ausbildung als Büro-Kauffrau, Mechaniker oder Elektriker? Hier finden Sie spezielle Informationen, wie Sie in diesen und ähnlichen Berufen zu einer Anerkennung kommen.

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Berufliche Anerkennung

BRAUCHE ICH EINE ANERKENNUNG MEINER BERUFLICHEN QUALIFIKATION?

Die Ausbildungsberufe im sogenannten dualen System (z.B. Kaufmann/Kauffrau, Mechatroniker, Mechaniker, KfZ-Techniker, Friseur/in) sind in Deutschland nicht reglementiert. Das bedeutet, Sie können den Beruf ohne staatliche Zulassung und damit auch ohne eine Anerkennung Ihres ausländischen Berufsabschlusses ausüben. Eine Liste aller dualen Ausbildungsberufe finden Sie hier.

Möchten Sie aus einem Staat außerhalb der EU sowie Islands, Liechtensteins, Norwegens und der Schweiz zum Arbeiten nach Deutschland einwandern,  müssen Sie die Gleichwertigkeit ihrer Berufsqualifikation mit einem deutschen Abschluss feststellen lassen. Die berufliche Anerkennung kann bereits im Ausland beantragt werden. Weitere Informationen finden Sie in den Informationen zur Beschäftigungsverordnung.

Die Feststellung der Gleichwertigkeit bringt viele Vorteile auch dann, wenn sie keine notwendige Voraussetzung ist:  

  • Sie erhalten mit einem Gleichwertigkeitsbescheid ein offizielles und rechtssicheres Dokument, das die Gleichwertigkeit der ausländischen Qualifikation mit der entsprechenden deutschen Referenzqualifikation bestätigt, mit den gleichen Rechtfolgen wie ein deutscher Abschluss.
  • Das Verfahren erhöht Ihre Chancen bei der Jobsuche, weil es Ihre Qualifikation für Arbeitgeber besser einschätzbar macht – egal ob Ihnen die volle oder eine teilweise Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikationen bescheinigt wird.
  • Der Bescheid hilft Ihnen bei Ihrem beruflichen Fortkommen.

Besonderheit im Handwerk: Wenn sie sich in einem zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland selbständig machen wollen, brauchen Sie eine Gleichwertigkeitsbescheinigung, um in die Handwerksrolle eingetragen zu werden. Mehr Informationen zum Handwerksmeister finden Sie hier.

Zuständige Stelle

Sie finden die richtige zuständige Stelle für Ihren Beruf mit dem Anerkennungs-Finder.

  • Für kaufmännische und gewerblich-technische Berufe (zum Beispiel Kaufmann, Industriemechaniker) ist die IHK FOSA (Foreign Skills Approval) zuständig. Die Industrie- und Handelskammern Hannover, Braunschweig und Wuppertal bleiben für ihre Kammerbezirke gesondert zuständige Stellen.
  • Für Handwerksberufe (zum Beispiel Bäcker, Friseur, Maler) sind die regionalen Handwerkskammern zuständig.
  • Für Agrarberufe sind die Landwirtschaftskammern in den Bundesländern zuständig.
  • Bei Fachangestellten in den freien Berufe (beispielsweise Fachangestellte Medizin, Fachangestellte Zahnmedizin, juristische Fachangestellte) sind die jeweiligen Berufskammern zuständig, zum Beispiel Ärztekammer, die Zahnärztekammer, Rechtsanwaltskammer und Steuerberaterkammer.

Informationen zum Verfahren

WER KANN DAS VERFAHREN DURCHLAUFEN?

Sie können einen Antrag auf ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation stellen, wenn Sie

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen können, die nicht in Deutschland erworben wurde, und
  • in Deutschland arbeiten wollen.

Eine deutsche Staatsbürgerschaft oder ein Aufenthaltstitel für Deutschland sind für die Anerkennung Ihrer beruflichen Qualifikation nicht erforderlich. Sie müssen auch noch nicht in Deutschland leben, sondern können Ihren Antrag bereits vor der Einreise vom Ausland aus stellen. Klären Sie aber vor einem Anerkennungsverfahren, ob Sie nach Deutschland zuwandern können, um hier zu arbeiten.

Für Interessierte im Ausland:
Bevor Sie ein Anerkennungsverfahren beginnen, klären Sie bitte, ob Sie nach Deutschland zuwandern können, um hier zu arbeiten. Mit dem Quick-Check Arbeitsmigration können Sie dies prüfen. Weitere Informationen zur Arbeitsaufnahme finden Sie hier.

Antragsformulare für ein Anerkennungsverfahren finden Sie auf den Internetseiten der zuständigen Stellen oder auf Anfrage bei zuständigen Stellen.

Spätaussiedler
Wenn Sie Spätaussiedler sind, haben Sie die Wahl zwischen dem neuen Verfahren nach dem BQFG oder dem Anerkennungsverfahren nach dem Bundesvertriebenengesetz (BVFG). Hier erhalten Sie mehr Informationen. Zu den Details des Verfahrens berät Sie Ihre zuständige Stelle.

WIE LÄUFT DAS VERFAHREN AB?

  • Ihr ausländischer Berufsabschluss wird mit einem deutschen Berufsabschluss verglichen.
  • Die zuständige Stelle prüft, ob wesentliche Unterschiede zwischen Ihrem ausländischen Berufsabschluss und dem deutschen Berufsabschluss bestehen.
  • Neben dem Berufsabschluss wird auch Ihre im In- oder Ausland erworbene Berufspraxis berücksichtigt.
  • Das Verfahren ist gebührenpflichtig. Über die Kosten informiert die zuständige Stelle.

WELCHE ERGEBNISSE SIND MÖGLICH?

  • Bei vollständiger Gleichwertigkeit Ihrer Berufsqualifikation haben Sie die gleichen Rechte wie ein Inhaber des entsprechenden deutschen Referenzabschlusses.
  • Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Ihrer und der deutschen Referenzqualifikation, wird die Teilgleichwertigkeit Ihrer Qualifikation bescheinigt. Im Bescheid der zuständigen Stelle sind Ihre vorhandenen Berufsqualifikationen und die fehlenden Kenntnisse detailliert beschrieben. Dies hilf bei der Jobsuche, ermöglicht eine gezielte Weiterbildung oder Nachqualifizierung und gegebenenfalls eine erneute Antragstellung zu einem späteren Zeitpunkt.

WELCHE UNTERLAGEN SIND NÖTIG?

  • Tabellarische Übersicht in deutscher Sprache über Ihre Ausbildungsgänge und gegebenenfalls über die bisherige Erwerbstätigkeit
  • Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass)
    Hinweis: Bei Flüchtlingen, Asylbewerbern oder Geduldeten reicht die "Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender" (BÜMA), eine Aufenthaltsgestattung oder eine Duldung.
  • Nachweis Ihres Berufsabschlusses
  • Nachweise Ihrer einschlägigen Berufserfahrungen
  • sonstige Befähigungsnachweise (z.B. zu beruflichen Weiterbildungen)
  • eine Erklärung, dass Sie bisher noch keinen Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung gestellt haben
  • Nachweis, dass Sie in Deutschland arbeiten wollen (entfällt für Staatsangehörige der EU/EWR/Schweiz und für Personen mit Wohnort in der EU/EWR/Schweiz)

Die zuständige Stelle kann beglaubigte Kopien oder Originale der Unterlagen verlangen. Gegebenenfalls können auch einfache Kopien Ihrer Unterlagen ausreichen. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.

Sie sollen Übersetzungen Ihrer Unterlagen ins Deutsche vorlegen. Übersetzungen sind von Dolmetschern oder Übersetzern anzufertigen, die im In- oder Ausland öffentlich bestellt oder beeidigt sind. Die zuständige Stelle kann aber auch auf Übersetzungen verzichten. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.

WIE LANGE DAUERT DAS VERFAHREN?

  • Wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen, beginnt die zuständige Stelle mit der Gleichwertigkeitsprüfung.
  • Die Entscheidung erfolgt innerhalb von 3 Monate nach Vorlage aller Unterlagen. In schwierigen Fällen kann die Entscheidungsfrist einmalig verlängert werden.

WAS KOSTET DAS VERFAHREN?

  • Das Verfahren ist gebührenpflichtig. Der Gebührenrahmen für eine Antragstellung reicht von 100 bis 600 Euro. Die tatsächliche Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Verfahrensaufwand. Dieser kann je nach Beruf und Land unterschiedlich sein.
  • Die Kosten, zum Beispiel für Gebühren, Übersetzung und Beglaubigungen, müssen grundsätzlich von den Antragstellenden selbst getragen werden. Unter Umständen können diese Gebühren nach Prüfung des Einzelfalls durch andere Stellen (z. B. SGB II und III) übernommen werden.
  • Wenn die erforderlichen Nachweise nicht vorgelegt werden können, ist es möglich, eine Qualifikationsanalyse zur Feststellung der beruflichen Kompetenzen (zum Beispiel ein Fachgespräch oder eine Arbeitsprobe) durchzuführen (§ 14 BQFG); dann können weitere Kosten für den Antragsteller anfallen.
  • Die zuständige Stelle kann verlangen, dass die Gebühren als Vorschuss bezahlt werden. Fragen Sie Ihre zuständige Stelle.
  • Arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldete Antragsteller sollten vor einem Antrag bei ihren zuständigen Agenturen für Arbeit bzw. Jobcentern klären, ob die Arbeitsverwaltung die Verfahrenskosten übernimmt. Voraussetzung für eine solche Förderung ist die Feststellung der Arbeitsverwaltung, dass die Anerkennung des ausländischen Bildungsabschlusses für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist. Auch Anpassungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Weiterbildungen oder Prüfungsvorbereitungen, können in diesen Fällen gefördert werden.

Gesetzliche Grundlagen


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