Anerkennungsgesetz des Bundes

Paragraphenzeichen im Anerkennungsgesetz
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Mit dem Anerkennungsgesetz des Bundes werden die Verfahren zur Bewertung ausländischer Berufsqualifikationen im Zuständigkeitsbereich des Bundes vereinfacht, vereinheitlicht und für bisher nicht anspruchsberechtigte Zielgruppen geöffnet.


Ziele des Anerkennungsgesetzes

Fachkräftesicherung: Das Anerkennungsgesetz ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland. Das Gesetz erleichtert es Fachkräften aus dem Ausland, ihre berufliche Qualifikation auf dem deutschen Arbeitsmarkt einzusetzen, und erhöht damit den Anreiz, nach Deutschland zu kommen.

Integration: Die Anerkennung von beruflichen Qualifikationen fördert die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Arbeitswelt und erschließt ihre Qualifikationspotenziale besser für den deutschen Arbeitsmarkt. Zugleich steht das Anerkennungsgesetz auch für die Wertschätzung der Lebensleistung von Migrantinnen und Migranten.

Was regelt das Anerkennungsgesetz?

„Anerkennungsgesetz“ ist die Kurzform für das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“, das am 1. April 2012 in Kraft getreten ist.

Das Anerkennungsgesetz ist ein Artikelgesetz. Es setzt sich aus mehreren Gesetzen bzw. Änderungen bestehender Gesetze zusammen und bezieht sich auf über 600 Berufe, die durch Bundesrecht geregelt sind:

  • Artikel 1: Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz-BQFG
  • Artikel 2-61: Anpassungen und Änderungen in den berufsrechtlichen Fachgesetzen (zum Beispiel Handwerksordnung, Bundesärzteordnung, Krankenpflegegesetz). In diesen Fachgesetzen gab es vor Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes aufgrund von Vorgaben des Europarechts (insbesondere EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG) zum Teil bereits Regelungen für die Anerkennung europäischer Berufsqualifikationen . Durch das Anerkennungsgesetz werden diese Verfahren soweit erforderlich und möglich für Qualifikationen bzw. Staatsangehörige aus Ländern außerhalb der Europäischen Union, den sogenannten Drittstaaten, geöffnet.  

 

Was regelt das Anerkennungsgesetz nicht?

Das Anerkennungsgesetz kommt nicht zur Anwendung bei:

Für diese Bereiche gibt es spezielle Regelungen.


Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz - BQFG

Das BQFG regelt die Verfahren und Kriterien für die Prüfung der Gleichwertigkeit von ausländischen Berufsqualifikationen mit dem jeweiligen deutschen Referenzberuf.

Wann kommt das BQFG zur Anwendung?

Das BQFG ist insbesondere für alle rund 330 Ausbildungsberufe im dualen System anwendbar. Ansonsten kommt es nur zu Anwendung, wenn die beruflichen Fachgesetze keine Anerkennungsregelungen enthalten. Die speziellen Regelungen in den Berufsgesetzen (z.B. für Ärzte oder Krankenpfleger) haben grundsätzlich Vorrang vor dem BQFG und sind bei Gleichwertigkeitsverfahren in diesen Berufen anzuwenden (Subsidiarität).

Vorteile für Fachkräfte und Arbeitgeber

Das BQFG schafft für die Ausbildungsberufe im dualen System erstmals für alle Personen, unabhängig von der Staatsangehörigkeit, einen gesetzlichen Anspruch auf eine individuelle Überprüfung der Gleichwertigkeit ihrer Berufsqualifikationen. Für diese Berufe wird die Frage, ob die mitgebrachte Qualifikation gleichwertig ist, künftig nach einheitlichen Kriterien und in einem einheitlich geregelten Verfahren beurteilt.

Auch wenn keine volle Gleichwertigkeit festgestellt wird, ist dies kein Misserfolg: Der Bescheid dokumentiert dann die vorhandenen Qualifikationen und beschreibt die wesentlichen Unterschiede der ausländischen Ausbildung im Vergleich zum deutschen Referenzabschluss. Dies hilft bei Bewerbungen auf dem Arbeitsmarkt und ermöglicht es, sich gezielt weiter zu qualifizieren.

Mehr Details zum Verfahren.

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