Susanna Kenetti - Anerkennung als Augenoptikerin

Susanna Kenetti - Anerkennung als Augenoptikerin

Susanna Kenetti - Anerkennung als Augenoptikerin
Susanna Kenetti

Endlich habe ich die offizielle Anerkennung


Jetzt kann ich wieder als Augenoptikerin arbeiten


Susanna Kenetti (44) kommt aus Finnland. Sie ist ausgebildete Augenoptikerin und Betriebswirtin. Seit 5 Jahren lebt sie in Berlin und betreibt zusammen mit ihrem Mann einen Laden für finnisches Design. Ihren Beruf als Augenoptikerin möchte sie aber nicht ganz aufgeben …


Sie haben vor Ihrer Einreise nach Deutschland bereits viele Jahre als Augenoptikerin gearbeitet …
Ja. Nach meinem Hochschulabschluss habe ich wieder Vollzeit gearbeitet. Mein Mann und ich wollten dann etwas Neues machen und wir haben beschlossen, nach Berlin zu ziehen. Ich möchte meinen Beruf nicht ganz aufgeben. Deshalb würde ich jetzt gerne wieder in Teilzeit als Augenoptikerin arbeiten. 

Das heißt Sie möchten gerne in Ihren Beruf zurückkehren und haben sich beworben?
Ja, genau. Ich wollte wieder in meinem Beruf arbeiten. Und ganz viele haben nach der Anerkennung gefragt.

Was haben Sie dann gemacht?
Ich habe beim Jobcenter nachgefragt. Dort habe ich erfahren, dass es ab 1. April 2012 das Anerkennungsgesetz gibt. Als Nächstes habe ich mich bei der Handwerkskammer mit einer Mitarbeiterin getroffen und mit ihr gesprochen.

Für das Anerkennungsverfahren mussten Sie dann belegen, was genau Bestandteil Ihrer Ausbildung war …
Es war schwierig ein Dokument zu finden. Meine Ausbildung liegt 20 Jahre zurück. Ich habe in Finnland bei der staatlichen Kranken- und Gesundheitspflegeschule angerufen. Dort haben sie einen alten Lehrplan gesucht. Der Lehrplan wurde in die deutsche Sprache übersetzt und von der Handwerkskammer und Augenoptiker-Innung überprüft.

Was raten Sie anderen, die ein solches Anerkennungsverfahren durchlaufen wollen?
Auf jeden Fall alle Papiere ordentlich zusammenstellen!
Wenn die Sprachkenntnisse noch nicht so gut sind, dann ist es einfacher zu den Behörden zu gehen und direkt mit ihnen zu sprechen. Sie wissen, dass man nicht alles versteht, und helfen dann.

Was machen Sie zurzeit?
Ich habe im Februar die Anerkennung bekommen.
Ich hatte ja bereits letztes Jahr angefangen mich zu bewerben, aber leider bis jetzt noch nichts bekommen. Zurzeit gibt es in Berlin etwas weniger Stellen als im Herbst. Aber die Anerkennung hilft mir am Arbeitsmarkt. Ich bin sicher, dass ich bald eine Teilzeitstelle als Augenoptikerin finde.

Wie war das, als Sie damals nach Deutschland kamen: War es schwierig neu anzufangen?
Es gab gar nicht so viele Probleme. Wir dachten vorher, dass wir vielleicht bei Behörden Schwierigkeiten haben könnten; aber dann sind wir überall persönlich hingegangen – und es hat alles gut geklappt.

Wieso Berlin?
Wir haben Berlin oft besucht und wir hatten einige Freunde hier. Und mein Mann hat im Art Forum Berlin ausgestellt. Die Stadt war uns bekannt. Deswegen Berlin ...

Nach Deutschland zu kommen, war das auch eine ökonomische Entscheidung?
Nein. Es war eher ein Risiko. Ich habe ganz gut in Finnland verdient und mein Mann hatte seine eigene Firma.
Hier ist es eher so: Berlin ist arm und eine neue Firma zu gründen, das braucht auch seine Zeit. Finanziell ist es schwierig gewesen, aber die Stadt ist schön und wir fühlen uns wohl hier.

Verraten Sie uns zum Schluss, was das Schönste hier für Sie ist?
(lacht) Der Sommer ist viel länger als in Finnland …

Frau Kenetti, vielen Dank für das Gespräch!

Susanna Kenetti lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Berlin und ist auf Stellensuche. Sie möchte zukünftig in Teilzeit als Augenoptikerin arbeiten. Das Interview wurde im März 2013 geführt.

Bei ihrem Anerkennungsverfahren hat sie vor allem die Handwerkskammer Berlin begleitet und tatkräftig unterstützt.

 


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Aktualisiert am 29.03.2013