Carolina Andrea Pérez González kam 2019 aus Chile nach Deutschland. Nach einem Anpassungslehrgang erhielt sie die Anerkennung als Lehrerin. Heute arbeitet sie an einem Gymnasium in Hamburg.
„Meine Erfahrung als Lehrerin wird in Deutschland wertgeschätzt. Das ist ein sehr schönes Gefühl.“
„Nach 13 Jahren als Lehrerin in Chile war ich ausgelaugt. Ich wollte einen Neuanfang machen. In Deutschland hatte es mir immer sehr gut gefallen. Deshalb bin ich hierhergekommen“, erzählt Carolina Andrea Pérez González.
Einige Jahre zuvor hatte sie schon einmal als Austauschstudentin in Bayern gelebt. Und sie hatte als Austauschlehrkraft im Rahmen eines Programms des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) in der Nähe von Marburg gearbeitet. Deshalb kannte Carolina Andrea Pérez González Deutschland sehr gut. Ihre deutschen Freunde meinten: „Du hast gute Chancen, hier als Lehrkraft zu arbeiten.“ Also beantragte Carolina Andrea Pérez González ein Visum und bewarb sich für ein Studium zur Weiterbildung. So kam sie im April 2019 nach Hamburg. In Kiel fing sie ihr berufsbegleitendes Masterstudium „Schulmanagement und Qualitätsentwicklung“ an.
Nebenbei arbeitete Carolina Andrea Pérez González als Unterstützungslehrkraft an einem Gymnasium in Hamburg. Ihr Schulleiter meinte, dass sie ihr Studium aus Chile anerkennen lassen könne. Dazu informierte sie sich im August 2019 bei der zuständigen Schulbehörde. Leider fehlten ihr für die Anerkennung die notwendigen Deutschkenntnisse auf C2-Niveau. Daher machte Carolina Andrea Pérez González einen kostenlosen Sprachkurs, der zugewanderte Lehrkräfte auf das C2-Zertifikat des Goethe-Instituts vorbereitet.
Im November 2019 konnte Carolina Andrea Pérez González alle Dokumente für die Anerkennung bei der zuständigen Stelle einreichen. Anfang Februar 2020 bekam sie den Bescheid: Für die Anerkennung musste sie eine Ausgleichsmaßnahme machen. Denn das chilenische Schulsystem ist ganz anders als das deutsche. Carolina Andrea Pérez González durfte wählen: Sie konnte einen Anpassungslehrgang über 18 Monate oder eine Eignungsprüfung machen. Carolina Andrea Pérez González entschied sich für den Anpassungslehrgang. Aber zuerst musste sie ihr Masterstudium beenden. Denn nur so wurde ihr Visum verlängert.
Der Anpassungslehrgang besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Für den theoretischen Teil besuchte Carolina Andrea Pérez González Seminare am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. Sie lernte, wie man an einer deutschen Schule den Unterricht plant und gestaltet. Den praktischen Teil machte sie an derselben Schule, an der sie schon gearbeitet hatte. Dafür übernahm sie 3 eigene Klassen in mehreren Jahrgangsstufen im Fach Deutsch. In diesen 3 Klassen unterrichtete Carolina Andrea Pérez González 12 Stunden pro Woche.
Bereits nach kurzer Zeit überzeugte Carolina Andrea Pérez González ihre Seminarleitung und die Schulleitung durch ihre gute Arbeit. Deshalb konnte sie mit Zustimmung der Schulbehörde den Anpassungslehrgang auf 12 Monate verkürzen. Trotzdem war diese Zeit nicht einfach für sie. Carolina Andrea Pérez González erinnert sich: „Ich musste mich um sehr viel auf einmal kümmern. Man arbeitet hier viel selbständiger als in meiner Heimat. Ich bekam z.B. am Anfang den Lehrplan. Danach musste ich mich richten. Aber ich wusste nicht, wie ich das machen soll. Und wo ich die Materialien dafür finde.“ Doch Carolina Andrea Pérez González bekam viel Unterstützung. So konnte sie den Anpassungslehrgang erfolgreich beenden: „Zum Glück habe ich tolle Kollegen an der Schule. Und ich hatte eine Mentorin. Ich wurde in dieser Zeit wirklich sehr gut unterstützt.“
Seit August 2022 arbeitet Carolina Andrea Pérez González als anerkannte Lehrkraft für das Fach Deutsch an dem Gymnasium in Hamburg. Dank der Anerkennung hat sie nun die gleichen Rechte und Pflichten wie ihre Kolleginnen und Kollegen. Carolina Andrea Pérez González bekommt so auch ein höheres Gehalt. Außerdem kann sie nun ein Ergänzungsstudium machen. Damit könnte sie in Zukunft ein zweites Fach unterrichten. Und sie kann noch Beamtin werden.
Carolina Andrea Pérez González fühlt sich angekommen: „Ich möchte gerne in Deutschland bleiben. Mir gefällt meine Arbeit hier. Das Schulsystem ist freundlicher als das in Chile. Und die Lebensqualität ist besser. Der Beruf Lehrer hat hier ein viel höheres Ansehen in der Gesellschaft als in meiner Heimat. Das ist wichtig für mich.“
Das Gespräch mit Carolina Andrea Pérez González fand im September 2022 statt. Beim Anerkennungsverfahren berieten und unterstützten sie das IQ Netzwerk Hamburg und das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, Abteilung Ausbildung (LIA). Den Sprachkurs für zugewanderte Lehrkräfte belegte sie beim Verein Interkulturelle Bildung Hamburg (IBH e.V.).
Indem Sie diesen Inhalt teilen, erklären Sie sich bereit, dass Ihre Daten an den jeweiligen Dienst übermittelt werden und dass Sie die Datenschutzerklärung gelesen haben.