BIBB-Workshop Gesundheitsberufe 2017

BIBB-Mitarbeiterin beim Vortrag auf einem Workshop

Am 27. und 28. November 2017 fand eine erneute Auflage des Austausch-Workshops zu Gesundheitsberufen am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn statt.

Nach der positiven Resonanz zum Austausch-Workshop 2016 kamen auf Einladung des BIBB-Anerkennungsmonitorings rund 60 Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Stellen, der Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe (GfG) sowie zuständiger Bundes- und Landesministerien ins BIBB nach Bonn. Erstmals nahmen bei der 2-tägigen Veranstaltung auch Vertreterinnen und Vertreter des Stabs der Integrationsbeauftragten des Bundes sowie Vertreter der Ärzteschaft teil.

Praxis-Fragen im Fokus

Inhaltlich wurde der Workshop in enger Kooperation mit der GfG vorbereitet. Im Mittelpunkt stand der Erfahrungsaustausch zum gesamten Leistungsangebot der Gutachtenstelle. So wurden Erfahrungen mit der Echtheitsprüfung, mit der Feststellung von Referenzqualifikationen und mit den von der GfG erstellten detaillierten Gutachten zur Diskussion gebracht.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GfG stellten beispielhaft die Möglichkeiten und Grenzen der Echtheitsprüfung von Dokumenten dar. Im Kontext der Feststellung der Referenzqualifikation wurde die Frage der Abgeschlossenheit einer Qualifikation diskutiert. Für die Erstellung detaillierter Gutachten wurde die Bedeutung datierter Curricula herausgestellt. Diese sind aufgrund des Paradigmenwechsels bei der inhaltlichen Bewertung ausländischer Qualifikationen unverzichtbar für die Arbeit der GfG. Deutlich wurde auch, dass zur Bewertung praktischer Ausbildungsabschnitte entsprechende Nachweise, etwa in Form eines Logbuchs über praktische Tätigkeiten, sinnvoll sind. Anhand einiger Beispiele wurde die Problematik schlechter Übersetzungen aufgezeigt, und woran diese auch ohne Fremdsprachenkenntnisse erkannt werden können.

Der intensive Austausch zwischen den zuständigen Stellen beschränkte sich aber nicht nur auf diese, sondern umfasste eine große Bandbreite weiterer Themen. So diskutierten die Teilnehmenden, neben möglichen Unschärfen bei der Datenerhebung für die amtliche Statistik, auch über ihre Erfahrungen mit Anträgen aus dem Ausland, die Fachsprachenprüfung, die herausfordernde Bewertung von Berufserfahrung sowie Schwierigkeiten bei der Bereitstellung von Anpassungslehrgängen.

Insgesamt unterstrich der Workshop noch einmal den Stellenwert der GfG und zeigte den hohen Bedarf an einer koordinierenden Stelle, um dauerhaft zu einer bundesweit einheitlichen Anerkennungspraxis zu gelangen.

Verbesserungen bei der Bearbeitung von Gutachten

In den vergangenen Monaten konnte der Bearbeitungsprozess für Gutachten weiter verbessert werden. Die GfG wird weiter an der Optimierung arbeiten, um künftig mehr Anfragen von zuständigen Stellen bearbeiten zu können.
Bisher wurden knapp 500 Aufträge von der GfG entgegengenommen. Die Mehrheit stammte aus dem arabischen und osteuropäischen Raum.

Wertvolles Feedback für die Zukunft der GfG

Der BIBB-Workshop hat sich als Plattform für den Austausch zwischen den zuständigen Stellen und der GfG bewährt. Die Pilotphase für die GfG läuft Ende 2018 aus. Das Feedback aus dem Workshop wird bei der Bewertung des Projekts berücksichtigt werden und dabei helfen, im ersten Halbjahr 2018 eine Gremienentscheidung der beteiligten Fachministerkonferenzen über die Zukunft zu treffen.

Die GfG wurde am 1. September 2016 bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) in Bonn eingerichteten. Die Gutachtenstelle schafft eine einheitliche Bewertungsgrundlage für Gesundheitsberufe über die Ländergrenzen hinweg und unterstützt die zuständigen Anerkennungs-Stellen der Länder bei der Durchführung der Verfahren mit Gleichwertigkeits-Gutachten.

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