Shih-Yen Bayer - Anerkennung als Erzieherin

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Shih-Yen Bayer

Ich habe viel gelernt!


Endlich arbeite ich auch in Deutschland in dem Beruf, der mich glücklich macht.


2014 kam die gebürtige Taiwanerin Shih-Yen Bayer nach Deutschland. Nach einem Anpassungslehrgang in einer Kindertagesstätte erhielt sie die volle Anerkennung als Erzieherin. Heute arbeitet sie in einem Kindergarten in Kehl.


Name Shih-Yen Bayer
Alter 28
Referenzberuf Erzieherin
Herkunftsland Abschluss Taiwan
Tätig als Erzieherin

Anerkennung bedeutet für mich …

... eine gute Erfahrung, die mich nicht nur beruflich weitergebracht hat.


Mein Tipp

Auch wenn es schwierig ist, nicht aufgeben und immer positiv denken!

Mit dem Master in Familienpädagogik und Frühkindlicher Pädagogik in der Tasche kam die Taiwanerin Shih-Yen Bayer 2014 der Liebe wegen nach Deutschland. Berufserfahrung als Erzieherin hatte sie in ihrer Heimat bereits gesammelt. Daher ging sie davon aus, dass sie auch in Deutschland eine Stelle in diesem Beruf finden würde. „Ich habe Bewerbungen an Kindergärten geschickt, doch das hat nicht geklappt, da ich keine Erfahrungen in Deutschland hatte.“ Dass sie ohne Anerkennung nicht als Erzieherin in Deutschland arbeiten darf, wusste sie bis dahin nicht. Die Enttäuschung war zunächst groß.

Doch die zielstrebige 28-Jährige blieb dran, lernte intensiv Deutsch und absolvierte zwei Praktika in Kindergärten. Ihr Mann gab dann den entscheidenden Hinweis: Er fand über das Internet heraus, dass sie eine Anerkennung für die Berufsqualifikation der staatlich anerkannten Erzieherin durchführen lassen muss. Bevor Shih-Yen Bayer ihren Antrag bei der zuständigen Stelle einreichte, nahm sie die Unterstützung der Anerkennungsberatung des Landes Bremen (Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen) in Anspruch, finanziert aus Mitteln des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Dort half man ihr bei der Zusammenstellung der Unterlagen. Ihre Zeugnisse hatte sie bereits früher übersetzen lassen. Bei der zuständigen Stelle, der Senatorin für Kinder und Bildung, ging dann alles sehr schnell: „Ich war nur einmal da und habe alle Dokumente eingereicht.“

Die gute Vorbereitung zahlte sich aus. Schon drei Monate später hatte Shih-Yen Bayer das Ergebnis. Das Studium wurde anerkannt. Um den Beruf der Erzieherin ausüben zu dürfen, fehlte ihr noch der praktische Teil der Berufsausbildung. Diesen musste sie in einem Anpassungslehrgang nachholen. Eigeninitiativ suchte Shih-Yen Bayer im Internet nach Stellen und wurde bei der KiTa der Thomas-Gemeinde fündig. Nach kurzer Hospitation absolvierte sie dort ihren Anpassungslehrgang. Fachlich und sprachlich begleitet wurde sie während dieser Zeit von der staatlich anerkannten privaten Fachschule für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege des Paritätischen Bildungswerks in Bremen. Dort besuchte sie zweimal in der Woche theoretische Zusatzmodule und meisterte schließlich die größte Hürde: die mündliche und schriftliche Abschlussprüfung. „Die Sprache fand ich schwierig. Ich musste so viel sprechen. Das war wirklich anstrengend und stressig. Aber meine Lehrerin hat mich aufgebaut und gesagt, dass ich durch Fehler Erfahrungen sammeln werde.“ Und am Ende hat es geklappt. Für Shih-Yen Bayer war es so eine nicht einfache, aber lehrreiche Zeit: „Der Anpassungslehrgang war eine gute Erfahrung für mich. Ich habe so viel gelernt. Nicht nur beruflich, auch die deutsche Kultur und Lebensweise verstehe ich jetzt viel besser.“

Heute arbeitet Frau Bayer als Erzieherin in einem Kindergarten in Kehl und lernt nebenbei weiter Deutsch. Nicht ohne Stolz resümiert sie: „Manchmal war ich nicht sicher, ob ich das schaffen werde. Aber ich wurde immer wieder bestärkt. Das hat mir Kraft gegeben, durchzuhalten. Jetzt bin ich glücklich hier und arbeite gerne mit den Kindern, Kollegen und Eltern.“

Foto: IQ Netzwerk Bremen/Linda Hoff

Das Gespräch mit Shih-Yen Bayer fand im September 2017 statt. Beim Anerkennungsverfahren berieten und begleiteten sie die Anerkennungsberatung des Landes Bremen (in Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer sowie dem Aus- und Fortbildungszentrum Bremerhaven) sowie das Paritätische Bildungswerk LV Bremen e. V. – beides Teilprojekte im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“.