Prototyping Transfer Fachtagung 2016

Qualifikationsanalysen in der Praxis bekannt machen

Erfahrungen und Unterstützungsmöglichkeiten auf Fachtagung präsentiert

Am 10. November 2016 fand die Fachtagung „Vom Prototypen in die Praxis – Qualifikationsanalysen im Anerkennungsverfahren“ in Berlin statt.

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Nach dem Start des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Projekts „Prototyping Transfer – Berufsanerkennung mit Qualifikationsanalysen“ Anfang 2015 ist die Zahl der Qualifikationsanalysen gestiegen. Jetzt soll das Instrument weiter bekannt gemacht und fester Bestandteil in Beratung und Anerkennungs-Praxis werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hatten aus diesem Grund zur Fachtagung „Vom Prototypen in die Praxis – Qualifikationsanalysen im Anerkennungsverfahren“ eingeladen. Ein guter Anlass, um sich gemeinsam mit allen Projektpartnern über die bisherigen Praxiserfahrungen auszutauschen.

Die Projektkoordinatorinnen von Prototyping Transfer, Ricarda Knöller und Dinara Tursarinow, konnten sich über eine rege Teilnahme freuen. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kammern und Beratungseinrichtungen sowie der sieben Projektpartner – Handwerkskammer Hamburg, Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, IHK FOSA, Industrie- und Handelskammer zu Köln, Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, Westdeutscher Handwerkskammertag, saarland.innovation&standort e. V. (IHK Saarland) – waren nach Berlin gekommen.

An verschiedenen Thementischen konnten sich die Beraterinnen und Berater über ihre Erfahrungen bei der Durchführung von Qualifikationsanalysen und über die Nutzung von Unterstützungsmöglichkeiten austauschen.


Qualifikationsanalyse auch Schlüssel zur Anerkennung informeller Kompetenzen

In ihrer Begrüßungsrede betonte Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin Berufliche Bildung und Lebenslanges Lernen im BMBF, die Chancen, die sich durch die Qualifikationsanalyse mit Blick auf die aktuellen Flüchtlingszahlen eröffnen. Für eine nachhaltige und qualifikations-adäquate Integration in den deutschen Arbeitsmarkt spielt die Qualifikationsanalyse als Instrument für all jene, die keine oder unvollständige Dokumente mitgebracht haben, eine besondere Rolle. Für die Anerkennung informell oder non-formal erworbener Kompetenzen sei die Qualifikationsanalyse ein Art Blaupause und somit ein zukunftsweisendes Modell, so Haugg.


Expertise- und Wissenspool und neues Tutorial-Video vorgestellt

Von 2012 bis 2015 wurden 357 Qualifikationsanalysen durchgeführt. Damit künftige Verfahren von dieser Wissensgrundlage profitieren, werden seit Oktober alle wichtigen Daten und Informationen im Expertise- und Wissenspool auf dem Portal „Anerkennung in Deutschland“ gesammelt. Zusammen mit einer verstärkten Wahrnehmung und zunehmender Routine bei der Durchführung sind weiter steigende Zahlen im Bereich dieses Verfahrens zu erwarten.

Und die Kolleginnen und Kollegen des Projekts Prototyping Transfer arbeiten daran, dass dies gelingt: Mit dem erstmalig bei der Fachveranstaltung vorgestellten neuen Tutorial-Video für Beraterinnen und Berater im Bereich Anerkennung soll die Bekanntheit der Qualifikationsanalyse bei den IHKs und HWKs weiter gesteigert werden.


Tutorial-Video "Qualifikationsanalysen"



Qualifikationsanalysen bekannt machen und etablieren

Als zentrale Erkenntnis und erstes Résumé aus den bisher gemachten praktischen Erfahrungen mit Qualifikationsanalysen kann festgehalten werden, dass dem Instrument im Kontext der Fachkräftedeckung am deutschen Arbeitsmarkt künftig eine immer stärkere Bedeutung zukommen wird. Möglichkeiten zur Weiterentwicklung ergeben sich insbesondere im Zusammenhang mit der Anerkennung informeller und non-formaler Kompetenzen.

Jetzt ist es wichtig, den Bekanntheitsgrad der Qualifikationsanalyse bei den Kammern deutschlandweit zu erhöhen, damit dieses Instrument ein fester Bestandteil im Werkzeugkasten der Anerkennungsberaterinnen und -berater wird.

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