Azem Ceka - Anerkennung als Autolackierer

Mann mit verschränkten Armen in einer Autowerkstatt lächelt in die Kamera
Azem Ceka

Ich habe alles erreicht


Ich bin unabhängig, habe viel Verantwortung und fühle mich integriert.


Azem Ceka kam bereits 1998 nach Deutschland. Der Autolackierer war erst angestellt und machte sich dann selbstständig. Die Anerkennung ermöglichte es ihm, den Meistertitel zu erwerben.


Name Azem Ceka
Alter 36
Referenzberuf Autolackierer
Herkunftsland Abschluss Mazedonien
Tätig als Autolackierer

 

Anerkennung bedeutet für mich …

... von anderen den gleichen Respekt zu bekommen, den ich ihnen auch entgegenbringe.


Mein Tipp

Immer ein Ziel vor Augen haben, niemals aufgeben und viel lernen!


Azem Ceka verließ seine Heimat, das ehemalige Jugoslawien, bereits 1998 – gleich nach dem Abschluss seiner Ausbildung. „Wir haben in Deutschland viele Bekannte, die nur Gutes erzählt hatten“, berichtet der gelernte Autolackierer. Neben einer beruflichen Perspektive waren es vor allem „die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sowie die vielen Möglichkeiten, Neues zu lernen“, die ihn hierherführten. Schnell fand er eine Anstellung in einer Autolackiererei. „Alles war so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, so der 36-Jährige. Daher habe er sich auch nicht mit der Anerkennung seines Berufsabschlusses beschäftigt. Die wurde für ihn erst bedeutsam, als er sich selbstständig machte. Ohne einen Meister im Betrieb konnte er sich nicht selbstständig machen. Darum war er gezwungen, einen Meister einzustellen. „Der hat mich nicht nur viel Geld gekostet“, erzählt Azem Ceka. „Ich war auch – trotz meiner Selbstständigkeit – immer abhängig von anderen.“

Um das zu ändern, leitete er den Anerkennungsprozess in die Wege. Als ersten Schritt kontaktierte er die Handwerkskammer (HWK) Hamburg. „Hier habe ich alle Antworten bekommen“, resümiert der Autolackierer. Nachdem er sein Ausbildungs- sowie sein in 2007 erlangtes Fortbildungsdiplom aus Mazedonien eingereicht hatte, benötigte die HWK für die Gleichwertigkeitsprüfung seines Berufsabschlusses noch Dokumente, die über die Inhalte seiner Ausbildung Auskunft gaben. Da er keine weiteren Informationen aus seiner ehemaligen Heimat bekommen konnte, schlug ihm die HWK eine Qualifikationsanalyse vor – eine Möglichkeit, die beruflichen Kompetenzen für die Teile 1 und 2 der Meisterprüfung praktisch nachzuweisen. Azem Ceka entschied sich für diese Option. Nach einem fachlichen Vorbereitungsgespräch mit den durchführenden Meistern bei der Maler- und Lackierer-Innung Hamburg war es dann soweit. Seine Aufgabe: eine Autotür bearbeiten, Kunststoffe erkennen und deren Reparatur erläutern sowie einen „Spot-Repair“ an einer Stoßstange durchführen. „Da ich seit über zehn Jahren in der Autolackierer-Branche tätig bin, war das handwerklich für mich kein Problem“, erzählt der gebürtige Mazedonier gelassen. Zwei Wochen nach der Qualifikationsanalyse hielt er den Anerkennungsbescheid in seinen Händen.

Etwas schwieriger gestaltete sich der anschließende Weg zur vollen Gleichwertigkeit. Hierfür besuchte er abends den Meisterprüfungsvorbereitungskurs. „Auf Grund meiner Sprachprobleme musste ich nebenbei mit meiner Frau besonders viel Deutsch lernen“, berichtet Azem Ceka. Aber auch diese Hürde konnte er schließlich meistern und schloss die Schule erfolgreich mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung ab. Mit der vollen Gleichwertigkeit zum Meister in der Tasche geht er jetzt das nächste Ziel an: „Ich will meinen Betrieb vergrößern und Lehrlinge ausbilden.“

Das Gespräch mit Azem Ceka wurde im Juni 2016 geführt. Bei der Anerkennung seines Abschlusses beriet und begleitete ihn die Handwerkskammer (HWK) Hamburg.