Fernando Llusiá de Castro - Anerkennung als Bauingenieur

Der spanische Bauingenieur Fernando Llusiá de Castro in Warnweste auf einer Baustelle, im Hintergrund ein Baufahrzeug
Fernando Llusiá de Castro

Ich stürzte mich einfach ins Abenteuer


Ich bin froh, schnell einen Job gefunden zu haben, der meiner Qualifikation entspricht.


Fernando Llusiá de Castro kam im Oktober 2014 nach Deutschland, weil er in Spanien nach seinem Studium der Bauwissenschaften keinen Job fand. Dank der Anerkennung seines Abschlusses ist er seit Oktober 2015 in Bad Düben als Bauingenieur tätig.


Name Fernando Llusiá de Castro
Alter 26
Referenzberuf Bauingenieur
Herkunftsland Abschluss Spanien
Tätig als Bauingenieur

 

Anerkennung bedeutet für mich …

… durch mein abgeschlossenes Studium der Bauwissenschaften auch in Deutschland als Bauingenieur arbeiten zu können.

 


Mein Tipp

Geduld mit der deutschen Bürokratie haben und immer nachfragen, wenn etwas nicht klar ist!

In Spanien fand Fernando Llusiá de Castro nach dem Studium der Bauwissenschaften keinen Job, der seiner Qualifikation entsprach. Als er hörte, dass man in Deutschland Ingenieure sucht, war die Verlockung groß, dort ins Arbeitsleben einzusteigen. Eine alte Freundin aus Deutschland, die in seiner Heimat Teneriffa lebt, ermutigte ihn letztendlich - und schwer ist ihm der Schritt nicht gefallen: „Ich bin ein unkomplizierter Mensch und, wie mein Vater immer sagt, anpassungsfähig wie ein Chamäleon“, erläutert der 26-Jährige.

Als er im Oktober 2014 in Halle an der Saale ankam, konzentrierte er sich erst einmal auf das Erlernen der Sprache und belegte einen Intensivkurs Deutsch an der Volkshochschule: nicht nur für den Lernfortschritt eine gute Entscheidung. Denn sein Deutschlehrer übermittelte ihm die Kontaktdaten der Servicestelle IQ „Berufliche Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung“ Sachsen-Anhalt Süd bei der AWO SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH – eine von vielen regionalen Servicestellen des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“.

Der Projektmitarbeiter Mathias Kanigowski klärte den Spanier über den Anerkennungsprozess und über weitere mögliche Qualifizierungswege im Anschluss daran auf. Er stand ihm auch beim Anerkennungsverfahren beratend zur Seite. „Herr Kanigowski war für mich eine große Hilfe, weil es anfänglich sowohl mit der Sprache als auch mit der Bürokratie nicht ganz einfach für mich war“, erklärt Fernando Llusiá de Castro.

Der erste Schritt bestand darin, die nötigen Unterlagen aus seinem Studium zu übersetzen. Danach schickte er sie zusammen mit dem ausgefüllten Anerkennungsantrag zur Ingenieurskammer in Sachsen-Anhalt. Parallel zum Anerkennungsverfahren bewarb sich der Spanier bei der Firma Bau und Haustechnik Bad Düben. Sein Vorstellungsgespräch verlief positiv. Jedoch brauchte er für die Einstellung als Bauingenieur den offiziellen Anerkennungsbescheid. Dieser ließ aber noch auf sich warten. Zudem sollte die Anerkennung des Titels 250 Euro kosten – Geld, das er zu diesem Zeitpunkt nicht hatte. „Meine größte Herausforderung im ganzen Prozess war diese Zahlung“, gesteht der Spanier. Hier kam ihm das Jobcenter zu Hilfe. Es übernahm die Kosten für die Anerkennung. Weil dafür wiederum ein Antrag nötig war, verzögerte sich der Prozess etwas. Die Firma, bei der er sich beworben hatte, war glücklicherweise bereit zu warten. Nach insgesamt drei Monaten war es dann soweit und Fernando Llusiá de Castro erhielt im Mai 2015 die volle Gleichwertigkeit seines Ingenieurdiploms.

„Das legte ich dann der Firma Bau und Haustechnik Bad Düben vor und bekam den Job. Einfacher konnte es nicht sein!“ Der Spanier ist begeistert, weil seine Hoffnung, so schnell wie möglich eine Arbeit zu finden, in Erfüllung gegangen ist. Er findet, dass dies in einem fremden Land nicht selbstverständlich ist, vor allem wenn man, wie er, vorher noch keine Berufserfahrung sammeln konnte. Umso zufriedener ist er, dass ihm die Arbeit selbst auch noch großen Spaß macht: „Ich habe ein eigenes Büro im Hauptgebäude der Firma, unter den Kollegen herrscht eine gute Atmosphäre und ich hoffe, weiter an den verschiedensten Projekten arbeiten zu können, um noch mehr Berufserfahrung zu sammeln.“

Auch privat herrscht bei Fernando Llusiá de Castro keine Langeweile. Er spielt Squash im Verein und hat dadurch schon viele neue Freunde kennengelernt. Einziger Wermutstropfen: Seine Familie ist noch in Spanien. Daher nutzt er seinen Urlaub, um in die alte Heimat zu fliegen.

Das Gespräch mit Fernando Llusiá de Castro wurde im Dezember 2015 geführt. Bei der Anerkennung seines Abschlusses beriet und begleitete ihn die „Berufliche Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung“ Sachsen-Anhalt Süd.