Alaa Kheralah - Anerkennung als Zahntechniker

Alaa Kheralah - Anerkennung als Zahntechniker

junger Mann in einer Zahntechnik-Werkstatt lächelt in die Kamera
Alaa Kheralah

Ich fühle mich extrem wohl in meinem Job.


Mir war es wichtig, in Deutschland so schnell wie möglich auf eigenen Füßen zu stehen.


Alaa Kheralah kam im Oktober 2014 als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland. Bereits im Januar 2015 erhielt er die Anerkennung seiner in Jordanien absolvierten Zahntechniker-Ausbildung.


Name Alaa Kheralah
Alter 33
Referenzberuf Zahntechniker
Herkunftsland Abschluss Jordanien
Tätig als Zahntechniker

 

Anerkennung bedeutet für mich ...

… einen wichtigen Schritt in eine bessere Zukunft.


Mein Tipp

Sofort einen Sprachkurs machen, um Deutsch zu lernen. Und nie die Motivation verlieren, auch wenn es manchmal schwierig ist!


Aufgrund der schwierigen Lebensumstände in seiner Heimat Syrien entschied sich Alaa Kheralah, das Land mit seiner Familie zu verlassen. Da sein Vater in Kiel studiert hatte und sein Bruder als Zahnarzt in Mannheim arbeitet, war das Zielland für den Zahntechniker schnell klar. Sein Bruder war es auch, der bereits vor seiner Ankunft bei der Handwerkskammer nach Möglichkeiten für eine Anerkennung als Zahntechniker gefragt hatte.

Als der heute 33-Jährige im Herbst 2014 in Deutschland ankam, kontaktierte er umgehend die Handwerkskammer in Mannheim, um sein Berufsanerkennungsverfahren in die Wege zu leiten. Sie teilte ihm mit, welche Unterlagen er einzureichen hatte. Die Zwischenzeit nutzte er für ein Praktikum in einem Zahntechniklabor – und das, obwohl er bei seiner Ankunft kein einziges Wort Deutsch konnte. „Meine Kollegen im Labor haben es mir sehr leicht gemacht und waren vom ersten Tag an außerordentlich nett und hilfsbereit.“ Parallel zum Praktikum begann er mit einem Sprachkurs.

Im Zuge des Anerkennungsverfahrens stellte sich schnell heraus, dass Alaa Kheralah eine Qualifikationsanalyse absolvieren musste, um die Gleichwertigkeit seines Berufsabschlusses nachzuweisen. Denn in seinen Unterlagen fehlten wichtige Informationen zu den genauen Inhalten seiner Ausbildung in Jordanien.

Der Termin für die Qualifikationsanalyse war für Januar 2015 angesetzt. Dass sein Deutsch zu dieser Zeit noch nicht gut genug war, stellte in seinem Fall keine Hürde dar. „Das Labor hat mir ausnahmsweise erlaubt, die Analyse in Englisch abzulegen. Das hat mir sehr geholfen“, berichtet der Syrer. Möglich war dies nicht nur, weil er in seinem Beruf kaum Kundenkontakt hat und es international bekannte Fachbegriffe gibt, sondern auch, weil die Handwerkskammer erkannte, wie rasch sich seine Deutschkenntnisse bereits verbessert hatten. Eine weitere Besonderheit bestand darin, dass die Qualifikationsanalyse für Zahntechniker erst mit ihm entstanden ist. Kheralah war deutschlandweit der erste, der sie absolvierte. Fünf Tage dauerte das Probearbeiten, bei dem er alle wesentlichen Tätigkeiten eines Zahntechnikers ausführte – mit mustergültigen Ergebnissen! Die für Alaa Kheralah entwickelten Aufgaben im Zuge der Probearbeit dienen nun als Referenz für zukünftige Qualifikationsanalysen.

Als ihm daraufhin die volle Gleichwertigkeit seines Berufsabschlusses von der Handwerkskammer bescheinigt wurde, erhielt er gleich einige Stellenangebote. Da sein Asylanerkennungsverfahren jedoch mehr Zeit in Anspruch nahm als sein Berufsanerkennungsverfahren, durfte er noch nicht sofort arbeiten. Hierin lag die eigentliche Herausforderung für Alaa Kheralah: „Es war schwer, die Geduld zu bewahren, bis ich nach sechs Monaten endlich die Arbeitserlaubnis erhielt. Aber ich habe gewartet, und jetzt ist alles gut.“ Nach dem erfolgreichen Asylverfahren konnten seine Frau und sein vierjähriger Sohn nach Deutschland nachkommen. Alaa Kheralah arbeitet seitdem als Zahntechniker im Lusanum Zahntechniker Labor in Ludwigshafen. „Ich fühle mich extrem wohl in meinem Job und bin froh, dass meine Familie auch hier ist.“

Das Gespräch mit Alaa Kheralah wurde im November 2015 geführt. Bei der Anerkennung seines Abschlusses beriet und begleitete ihn von Anfang bis Ende die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald.