Nelson Safaissou - Anerkennung als Arzt

der Porträtierte im weißen Kittel vor medizinischen Geräten
Nelson Safaissou

Mein erstes Ziel habe ich erreicht!


Dank der Anerkennung als Arzt kann ich mich jetzt fortbilden. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!


Bereits im Oktober 2013 erhielt der gebürtige Kameruner Nelson Safaissou die Approbation als Arzt. Heute arbeitet er in der gynäkologischen Abteilung einer Klinik im sächsischen Leisnig.


Name Nelson Safaissou
Alter 32
Referenzberuf Arzt (Approbation)
Herkunftsland Abschluss Madagaskar
Tätig als Arzt in Weiterbildung (zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe)

 

Anerkennung bedeutet für mich …

… die Chance, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen und mich ausreichend weiterbilden zu können.


Mein Tipp

Nicht aufgeben! Man muss Geduld haben und gut vorbereitet sein. Am wichtigsten ist aber die Sprache.


Sich in einem neuen Land zurechtzufinden war für Nelson Safaissou nichts Neues. Denn der aus Kamerun stammende 32-Jährige absolvierte sein Medizinstudium in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo. „Nach dem Abschluss wollte ich mich spezialisieren, durch eine Weiterbildung zum Facharzt. Dafür wollte ich gern nach Europa, denn in Madagaskar fehlt es teilweise an Material und Geräten“, erklärt Nelson Safaissou.

In Madagaskar hat er seine Frau kennengelernt - die aus Deutschland, genauer gesagt aus Sachsen, stammt. „Zuerst haben wir überlegt nach Frankreich zu gehen, denn auch meine Frau spricht fließend Französisch.“ Die Änderungen im deutschen Anerkennungsgesetz sorgten aber dafür, dass die Entscheidung zu Gunsten Deutschlands ausfiel. „Im Vergleich zu Frankreich schien es hier leichter, die Approbation zu erhalten – trotz Sprachbarriere.”

Der Weg zur Anerkennung in Deutschland begann für Nelson Safaissou im Internet. „Auch den Anerkennungs-Finder habe ich genutzt und dadurch viele wichtige Informationen zum Berufsprofil und zur zuständigen Behörde bekommen“, berichtet der gebürtige Kameruner. Das tatsächliche Anerkennungsverfahren war jedoch eine große Herausforderung, vor allem die Sprache: „Über ein Jahr habe ich nur Deutsch gelernt. Denn man muss das Sprachlevel B2 vorweisen, um die Approbation beantragen zu können. Heute bin ich bereits bei Level C1 - das Pauken hat sich also gelohnt!“

Die zweite Hürde war die Arbeitserlaubnis als Mediziner. Denn um die Approbation zu bekommen, muss der Anwärter in Sachsen eine Einstellungszusage nachweisen können. Zuständig für die Approbation ist diejenige Dienststelle der Landesdirektion, in deren Einzugsbereich sich der zukünftige Arbeitgeber befindet. „Allerdings habe ich ohne Approbation keine Arbeitsstelle finden können, ein klassisches Dilemma. Das war wirklich eine schwierige Situation!”, erinnert sich der Mediziner. „Gegen Ende habe ich tatsächlich überlegt, mich als Krankenpfleger zu bewerben …“

Doch Nelson Safaissou gab nicht auf. Durch einen Bekannten seiner Frau erfuhr er schließlich von der IBAS-Beratungsstelle Dresden, die zum Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ) in Sachsen gehört. Dort erhielt er den Tipp, die Approbation einfach bei der Landesdirektion Dresden zu beantragen. „Mit der Begründung, dass ich dauerhaft in Sachsen wohne und schon über 100 Bewerbungen verschickt hatte, die wegen fehlender Approbation abgelehnt wurden, habe ich ungefähr vier Wochen nach Einreichung bei der Landesdirektion einen Termin vereinbart.“ Nach diesem entscheidenden Termin hielt er schon eine Woche später die Approbation in den Händen. Die Landesdirektion hatte bezüglich der Einstellungszusage eine Ausnahme gemacht, da Herr Safaissou nachweisen konnte, dass er in Sachsen verwurzelt ist und dort eine Arbeit aufnehmen will und wird.

Heute ist der 32-Jährige sehr zufrieden darüber, wie sich sein Leben entwickelt hat. „Ich habe mich nach Erteilung der Approbation bei verschiedenen Kliniken in Sachsen weiter beworben und die Helios-Klinik in Leisnig hat mir schließlich eine Hospitation angeboten und mich daraufhin eingestellt. Meine Frau und ich haben mittlerweile Nachwuchs. Und auch meine Arbeit macht mir viel Freude.“ Vor einigen Monaten konnte Nelson Safaissou von der Gefäßchirurgie zur Gynäkologie wechseln, um sich in diesem Gebiet als Facharzt weiterzubilden. „Das wollte ich von Anfang an machen. Das erste Ziel ist also erfüllt - jetzt lasse ich mich überraschen, wie es weitergeht!“

Das Gespräch mit Nelson Safaissou wurde im März 2015 geführt.